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17. Reisetag    26.02.2012 – Murchison Falls

Es gibt heute eigentlich nur eins – ordentlich Strecke machen. Wir wollen von unserem Camp in Durama bis unmittelbar vor den Murchison Falls Nationalpark fahren. Das ist eine Strecke von immerhin 300 Kilometern. Eigentlich locker machbar, nur sind lediglich 42 Kilometer davon aus Asphalt, der Rest ist folglich Piste. Es gilt also wieder früh auszustehen. Wir bauen unsere Zelte schon in der kurzen Dämmerung ab. Aber wir haben inzwischen ja schon ein bisschen Erfahrung mit den Zelten.

Wir verlassen also wieder das Gebiet des Teeanbaus und kommen schon bald an abgeernteten Baumwollfeldern vorbei. Wobei uns noch unzählige kleine LKW begegnen, die mit der hellen frischen Wolle beladen sind. Wie man uns berichten konnte, wird die meiste Baumwolle nach Jinja gebracht, wo sie dann weiterverarbeitet wird. Auc h heute füllen wir unterwegs wieder unsere Vorräte auf, ich frage mich schon wer das alles isst, aber eventuell könnte ich ja auch selbst daran beteiligt sein, schließlich werden wir hier bei der Zeltverpflegung drei mal am Tage versorgt.

Unterwegs begleitet uns praktisch während der ganzen Fahrt wieder das Verkehrsmittel Nr. 1 in Uganda: Fußgänger. Fast immer sieht man vor sich oder hinter einem am Straßenrand Fußgänger am Straßen- bzw. Pistenrand gehen. Was aber auch auffällt,  ist dass Frauen insbesondere außerhalb vom Kampala praktisch niemals ein motorisiertes Fahrzeug fahren. Selbst ein Fahrrad ist schon sehr selten, und dann eigentlich eher schon als Lastkarren genutzt, und dann schieben sie es

Für unsere heutige Wegstrecke benötigen wir etwa acht Stunden Fahrzeit. Wobei wir in Hoima und in Masindi kleine Stopps machen. In Masindi kaufen wir noch mal das obligatorische Feierabendbier für die nächsten drei Tage, was wir uns mit ein paar Leuten hier angewöhnt haben. Denn es wird die letzte Gelegenheit für die nächsten Tage sein, welches zu bekommen. Masindi ist praktisch der letzte Halt vor dem Nirgendwo. Wobei uns einer der Fahrer dazu ein kleines Plätzchen im Jeepeigenen Kühlschrank frei macht. Was braucht man Essen, wenn doch ein kühles Bier ruft. Nein mal Spaß beiseite. Je weiter wir in Richtung Norden kommen, desto wärmer wird es. Eine Mitreisende kauft noch eine Flasche Bananenschnaps, übrigens etwas was ich nicht unbedingt empfehlen kann. Aber Bananenschnaps ist auch sonst nicht so meins, wie ich noch von meiner Reise durch Tansania weiß. Der brennt mächtig runter, aber auch bei kleinen Mengen ist der nächste Morgen bei dem zu erwartenden hellen Sonnenschein sagen wir mal „möglicherweise unschön“. Ich möchte aber auch gleich mal den Eindruck entgegen treten, wir würden hier dem Alkohol verfallen, das ist nun auch mit Sicherheit nicht der Fall.

Unser heutiges Ziel liegt etwa 500m von den Eingang zum Murchison Falls Nationalpark. Wir sind auf dem Campingplatz einer Frauenkommune. Die Kommune wurde zur Unterstützung von Frauen gegründet, die wegen der Trennung von ihren Männern oder auch dessen Tod nicht mehr von dessen Familien versorgt werden. Sozialleistungen gibt es in diesen Fällen vom Staat keine, so haben die Frauen mit einem solchen Schicksal praktisch ansonsten keine Chance ein lebenswürdigen Leben führen zu können und auch die möglicherweise vorhandenen Kinder in die Schule zu schicken. Ich hatte ja schon mal berichtet, dass es eigentlich eine Schulpflicht gibt, nur wo kein Kläger, da ist auch kein Richter. Und die Kinder müssen schlicht etwas dazuverdienen, um die Familie überhaupt durchzubringen. So gehen zwar 98% der Kinder zur Schule, aber nur etwa 2/3 der 15jährigen können auch Lesen und Schreiben. Hier in der Kommune bietet man unter anderem die Möglichkeit für eine vorübergehende Bleibe der Frauen. Viele bleiben später auch hier und fertigen kleine Handarbeitsarbeiten an, die dann auch mit Hilfe der Kommune vertrieben werden.