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01. – 03. Reisetag       Auckland 06.02.26 – 08.02.26

 

Im Vorfeld der Reise mache ich mir ein paar Gedanken, mit welchem Zug ich wohl zum Flughafen nach Frankfurt fahren. Den Flieger will man ja nicht verpassen, aber die Bahn hat aktuell auch nicht unbedingt den Ruf der allerhöchsten Pünktlichkeit. Eigentlich war mein Plan um 12:35 Uhr nach Hamburg zu fahren und dann mit dem ICE nach Frankfurt. Der Sitzplatz ist reserviert, aber was soll ich sagen, am Vorabend wird der Zug komplett gestrichen. Hhm … Also die Alternative über Bremen und dann durch das Ruhrgebiet … Man wird nachdenklich, auch wenn bei dieser Route nur der Umstieg von der Regionalbahn in den ICE anstehen sollte. Aber der Bahnhof in Köln provoziert leider immer wieder Verspätung, jedenfalls nach meinen Erfahrungen. Also entscheide ich mich kurzfristig eine Stunde früher zu fahren. Trotzdem bleibt am Morgen noch genug Zeit für eine große Runde mit dem Hund, um durch den in diesem Jahr reichlich vorhandenen Schnee zu stapfen.

Aber ich mache mir zu viele Gedanken um die Pünktlichkeit der Bahn. Ich bin mit 12 Minuten Verspätung am Flughafen - geschenkt, auch wenn das natürlich offiziell unpünktlich ist. Schließlich bin ich bereits 17:02 Uhr an meinem Zielbahnhof, und der Flieger geht erst um 21:40 Uhr. So hat noch nicht einmal der Schalter offen, aber das Gepäck am Automaten selbst einzuchecken, will ich mir auch eher nicht geben. Zumal meine Tasche nach den gängigen Vorgaben der meisten Fluggesellschaften ein paar Zentimeter zu lang ist. Als das Gepäck dann am regulären Schalter aufgegeben ist, geht es dann auch fast wie im Flug durch die Sicherheitskontrolle, ich muss nicht mal, wie es irgendwie warum auch immer schon Tradition geworden ist, zum Sprengstofftest. An Tagen mit Zeit geht eben alles leichter. Und selbst das Flugzeug verlässt nach dem Boarding sehr pünktlich das Gate für den Nachtflug nach Singapore.

Nach den letzten Vorausberechnungen erreichen wir nach ca. 11,5 Stunden Flugzeit den Changi Airport, jedenfalls fast. Wir drehen noch eine halbe Stunde eine Warteschleife, so werden aus 10750km schnell 11100km, trotzdem landen wir bis auf wenige Minuten pünktlich nach der ursprünglich im Flugplan avisierten Ankunftszeit. Weil es nicht nur in der Luft, sondern auch am Terminal voll ist, müssen wir auf dem Vorfeld noch weitere 15 Minuten warten. Die geplante Umsteigezeit beträgt 1:40 Stunde, was mir im Vorfeld schon ein bisschen knapp erschien. Aber obwohl der Changi – Airport wahrlich groß ist, und wir trotz Transfer noch mal durch die Sicherheitskontrolle müssen, sind wir bereits vor dem Öffnen des Boarding am Gate für den Weiterflug. Auch das ist wieder ein Nachtflug, eine Zeitverschiebung von 8 Stunden bis Singapore und weiteren 4 Stunden bis nach Auckland machen es möglich.

Für die Einreise in Neuseeland muss im Vorfeld elektronisch ein dann für zwei Jahre gültiges Visum beantragt werden, das dann für eine ununterbrochene Aufenthaltsdauer von maximal 90 Tagen gilt. Das Dokument heißt offiziell NZeTA (New Zealand Electronic Travel Authority) und kostet ein paar N$ (Neuseeland-Dollar), wurde bei mir aber problemlos innerhalb weniger Minuten ausgestellt. Außerdem muss maximal 24 Stunden vor Abflug bzw. bei Einreise mit dem Schiff noch zusätzlich das sogenannten NZTD (New Zealand Traveller Declaration) beantragt werden. Also ein doch eher großer bürokratischer Aufwand, um überhaupt einreisen zu können, auch wenn beides elektronisch über das Internet zu erledigen war, und jeweils in wenigen Minuten vorlag. Beim NZTD geht es neben Angaben zur Person auch darum zu erklären, dass man keine Lebensmittel wie etwa Fleisch, Obst oder Gemüse einführt. Dazu gehört auch, dass die möglicherweise eingeführten Wanderschuhe, Wanderstöcke oder Zelte gründlich gereinigt worden sind, also keine etwaigen Reste von Bodenpartikeln enthalten. Falschangaben bzw. Zuwiderhandlungen können mit 400 – 10000 N$ geahndet werden. Was soll ich sagen, entweder das Gepäck wird nach der Passkontrolle noch einmal durchleuchtet, oder aber von Hunden untersucht. Meines hat ein Beagle geprüft, und ganz offensichtlich für unbedenklich befunden. Damit war die Einreise, wenn man mal davon absieht, dass mein Gepäck erst relativ spät kam, deutlich unspektakulärer, als ich das im Vorfeld auch wegen der beiden unterschiedlichen Beantragungen erwartet hatte. Und dann wurden wir auch entgegen der Ankündigung des Reiseveranstalters direkt am Flughafen von unserer Reiseleiterin abgeholt. Auch wenn das ein bisschen gedauert hat, weil wir noch auf andere Reiseteilnehmer warten mussten, die über Dubai angereist sind.

Nachdem sich alle mit Bargeld versorgt haben, geht es zum Mount Eden, einem Vulkankegel mitten in Zentrum vom Auckland. Von solchen Vulkankegeln gibt es über 50 in und um die Stadt herum. Sie gelten alle als nicht mehr aktiv. Der letzte Ausbruch im heutigen Auckland war der Rangitoto vor etwa 600 Jahren, der damit eine neue Insel mit einer Höhe von 259 m vor den Toren der Stadt schuf. Zu der unbewohnten Insel kann man heute mit der Fähre rüberfahren. Geographisch gesehen liegt Auckland an der schmalsten Stelle von Neuseeland. Die Stadt liegt damit gleichermaßen am Pazifik wie auch an der Tasman See. Bei einigermaßen klarer Sicht wie heute, kann man vom Mount Eden große Teile von Auckland übersehen, womit der ehemalige Vulkan eine schöne natürlich Aussichtsstelle ist, die nach den beiden langen Flügen auch gleich noch die Möglichkeit bietet, sich die Beine ein bisschen zu vertreten. Der Mount Eden liegt in unmittelbarer Nähe zur relativ kleinen Downtown von Auckland. Ansonsten ist die Stadt durch eine schier endlose Menge von kleinen Häuschen mit meist sehr kleinem Garten geprägt. So dehnt sich die immer weiter wachsende Stadt auch immer weiter ins Umland aus, und erstickt wie alle Metropolen am Verkehr zur Rushhour. So kann man schon mal bis zu zwei Stunden zur Arbeit brauchen, obwohl man in der Stadt wohnt. Im Stadtzentrum gibt es aber natürlich auch die obligatorischen Luxus-Wohnungen, bei denen man hier sein „Bötchen“ quasi hinter dem Haus im Yachthafen unterbringen kann, natürlich nur wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist. Auckland selbst hat aktuell etwa 1,5 Millionen Einwohnen, der Großraum etwa 1,8 Millionen, was die Bedeutung der Stadt für das Land noch mal deutlich unterstreicht, da ganz Neuseeland auch nur auf ca. 5 Millionen Einwohner kommt. Die Stadt ist der wirtschaftliche Dreh- und Angelpunkt des Landes.

Für uns geht es vom Mout Eden dann direkt zu unserem Hotel, dass am Rose-Garden gelegen ist, wo der zweitgrößte bzw. zweitälteste Pohutukawa Baum des Landes steht. Ein ganzer Pohutukawa Wald, natürlich der größte der Welt, wurde auf der Insel Rangitoto von Strafgefangenen gepflanzt. Der Boden war ursprünglich sehr säurehaltig, womit die Pohutukawa offensichtlich ganz gut zurechtkommen. Ansonsten war die Insel früher relativ lange nur eher spärlich bewachsen. Außerdem gibt es dort noch Vulkanhöhlen zu besichtigten. Die ganze Insel steht unter der Verwaltung des DOC, dem Department of Conservation (Te Papa Atawhai), die quasi die Naturschutzbehörde und gleichzeitig auch die Nationalparkverwaltung ist.

Vor dem Abendessen gibt es noch die obligatorische Kennenlernrunde der Reisegruppe, und schon mal einen Ausblick auf das, was wir in den nächsten Tagen erleben dürfen. Nach dem Abendessen gehe ich noch kurz ein paar Schritte durch den angrenzenden Park, dann aber auch schon bald ins Bett. Es wird eine unruhige Nacht, und der Schlaf nur begrenzt erholsam. Auch wenn ich auf den beiden Langstreckenflügen ein bisschen dösen konnte, so ist mein Körper durch die Zeitverschiebung ein bisschen aus dem Takt geraten.