23. Reisetag Queenstown – 28.02.2026
Heute haben wir wieder einen freien Tag, auch wenn man den im Urlaub ja eigentlich immer hat. Genau genommen hat eher unsere Reiseleiterin und in Personalunion Fahrerin einen wohlverdienten freien Tag. Das Angebot an möglichen Aktivitäten hier, denen man nachgehen kann, könnte kaum größer sein. Queenstown hat mit seinen gerade mal rund 30.000 Einwohnern, incl. einigen kleineren inzwischen eingemeindeten Ortschaften in unmittelbarer Umgebung, einen Weltruf, wie nur wenige Orte dieser Größenordnung. Zurück geht dieser Ruf auf Alan John Hackett. Er sah ein Video, in dem ein paar junge Engländer sich von der Clifton Suspension Bridge in Bristol stürzten, nur mit einem Gummiband daran befestigt. Deren Idee war wiederum von einem Bericht der BBC über ein Ritual von jungen Männern auf Pencote, den Pfingsinseln, inspiriert. Hackett erkannte „seine“ Geschäftsidee. Im Jahre 1987 stürzte er sich an einem Gummiseil gebunden vom Eiffelturm. Er hatte es fertiggebracht, dass viele Medienvertreter mit ihren Kameras vor Ort waren, die französischen Behörden im Vorfeld aber nichts mitbekommen hatten. Erst ein halbes Jahr später startete seine Firma mit dem weltweit neuen Freizeitbusiness Bungeejumping an der 43 m hohen Kawarau Bridge in der Nähe von Queenstown. Es ist überliefert, dass sich im ersten Jahr 28 Wagemutige kopfüber von der Brücke stürzen. Heute sind es allein in Queenstown jeden Tag deutlich mehr, soweit es das Wetter zulässt. Die Firma AJ Hacket ist inzwischen auf vier Kontinenten vertreten, das Kernprodukt ist weiter Bungeejumping, man ist aber längst deutlich breiter aufgestellt. Der größte Standort ist bis heute Queenstown. Hier gibt es einen Zipride, bei dem man im Prinzip unterhalb eines etwa 130 m langen Drahtseil mit bis zu 60 km/h abwärts über einen Fluss rauscht. Dann gibt es den Swing, eine Riesenschaukel entweder 43 m über dem Boden am Kawarau, oder auf der großen „Spielwiese“, und einem 300 m Swing, und das entweder paarweise mit einem Freund / einer Freundin oder auch Solo. Und dann auch noch wahlweise vorwärts, rückwärts oder auch kopfüber. Man erreicht übrigens Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h. Und wer‘s noch etwas verrückter mag, kann sich auch noch mit einem Katerpult etwa 150 m mit bis zu 3G waagerecht über den Fluss „schießen lassen“. Und das sind nur die Aktivitäten, die mehr oder weniger eng mit dem Ursprung dem Bungeejumping verwandt sind. Man kann sich in Queenstown aber auch für Rafting, Canyoning, Kajak, oder für die komplett harmlose Variante Fahrt mit einem Dampfschiff entscheiden. Alternativ gibt es noch Speedboot, Ziptrek durch den Wald, Jeep fahren, oder in der aufregenden Variante in einem Buggy mit vier lenkbaren Rädern über eine Piste chauffieren lassen. Und natürlich gibt es Hubschrauberflüge, mit Geländemotorrädern auf einer Offroad-Piste fahren. Wer es selbst aktiver mag, kann auch eine Runde mit dem Mountainbike drehen, oder als aufregendere Variante Downhill Mountainbike von der oberen Station der Gondelbahn, und damit rund 500 Höhenmeter abwärts inklusive Steilkurven und einigen ordentlichen Sprüngen darin. Ach ja, es gibt natürlich auch einige kürzere und auch längere Wanderungen rund um Queenstown, oder auch Wine Tasting. Und das ist nur eine kleine Auswahl, es gibt gefühlt noch 1000 andere mehr oder weniger verrückte Sachen, die man hier unternehmen kann. Die meisten davon lassen den Adrenalinspiegel ordentlich in Wallung geraten.
Aber was soll ich sagen, all das habe ich nicht gemacht. Im Vorfeld war der Wetterbericht gut, und der stimmt auch, so habe ich etwas anderes im Sinn. Ich habe vor drei Tagen online eine Jetbootfahrt gebucht. Die Vorabinfo war, mich um 9:45 Uhr beim Anbieter Shotover Jet im Stadtoffice einzufinden, oder alternativ direkt zu deren Gelände ein bisschen außerhalb zu fahren. Ich habe mich für die Stadt entschieden, da das Office keine 10 Minuten fußläufig von meinem Hotel entfernt liegt. Ich war noch ein paar Minuten früher da, aber man war da noch auf der Suche nach einer Person, dessen Bus eigentlich losmusste. Ein paar Minuten später melde ich mich noch mal am Schalter, man checkt mich ein, und rund 15 Minuten später sitze ich auch schon im Bus, der mich zum Aktionsgelände des Anbieters bringt. Im Bus gibt es noch ein paar Sicherheitshinweise, die ähnlich aufregend wie vor einem Flug ausfallen. Am Schalter vor Ort wird noch mal der Name mit dem auf der Liste abgeglichen und 1 Minute später wird mir am Flussufer auch schon meine Schwimmweste in die Hand gedrückt. In den FAQs war noch die Rede von keinen Kameras, keinen Handys und keine Kopfbedeckungen. Jetzt sind aber Mobiltelefone kein Problem mehr, aber bitte nicht während der Fahrt. Gut, dass macht auf jeden Fall Sinn. Vorab noch ein paar Sätze zum Ort des Geschehens. Am Athur Point wurde das erste Gold hier gefunden. Nicht weit von hier gruben Goldgräber in dreijähriger Arbeit einen Tunnel, um den an dieser Stelle etwas wilden Fluss umzuleiten, um leichter an das im alten Flussbett vermutete Gold zu gelangen. Sie fanden immerhin etwa 2,5 Kilo, was aber in keiner Relation zum Aufwand stand. Heute ist der Tunnel der Einzige der Welt auf einer Rafting-Strecke, und markiert praktisch auch das westliche Ende der Jetbootstrecke. Die Boote können nicht durch den Tunnel, und kommen auch nicht mehr über das ehemalige Flussbett. Dabei sind die Jetboote eine neuseeländische Erfindung, und genau für solche flachen Stellen entwickelt, wenn ursprünglich auch nicht für das Tempo, dass diese Boote heute schaffen. Ursprünglich wurde das Prinzip der Jetboote von William Hamilton entwickelt, um auf seiner Farm, auf der es zwar mehrere Wasserläufe aber kaum noch Wege oder gar Straßen gab, besser voran zu kommen, und notfalls auch seine Schafe damit einsammeln zu können. Er war Erfinder und Tüftler, und baute das erste Jetboot, dass weder eine Schiffsschraube noch ein Ruder hat. Als Antrieb und zum Lenken dienen Wasserstrahlen. Dazu wird das Wasser unter dem Boot angesaugt und durch Düsen hinten wieder rausgepresst, und damit das Boot quasi über das Wasser geschoben. Durch das Verstellen der Antriebsdüsen kann das Boot gelenkt werden, und braucht für das Ansaugen des Wassers auch kaum mehr als eine Hand breit Wasser unter dem Rumpf. Durch eine Umkehrklappe kann auch ein Bremsschub zum schnellen Abbremsen bzw. für sehr enge 360° Wendungen benutzt werden. Das macht die Jetboote extrem wendig und manövrierfähig, und mit relativ großen Motoren auch schnell. So ist zum Beispiel sogar auf dem Bodensee so ein Jetboot für den Zoll unterwegs. Mit seinen 1020 PS schafft es über 70 km/h.
Insgesamt sind wir heute zweimal zwei Jetboote unterwegs. Bevor es losgeht, warten wir noch kurz vor dem Steg, bis die vorherige Fahrt beendet wird, natürlich nicht ohne das kurz vor dem Steg noch mal eine ordentliche Pirouette hingelegt wird. Ich habe Glück, und sitze an einer Außenseite im Boot. Dabei starten im Prinzip immer zwei Boote praktisch kurz hinter einander. Die Einteilung wer welches Boot kommt, erfolgt beim Check-In hier im Office, in dem schlicht mit Edding eine eins oder zwei auf die Hand geschrieben wird. Unser „Kapitän“ erklärt noch kurz, dass man sich doch bitte bei den 360° Wendungen festhalten möchte, die Hände nicht raushalten soll, und ansonsten die Fahrt einfach genießen. Wendungen würde er immer mit einer kreisenden Bewegung mit der Hand ankündigen. Es geht zunächst ein paar 100 m westwärts, wo er dann schon mal eine noch relativ vorsichtige Wende hinlegt. Von da beginnt dann die wilde Fahrt, an einigen Felsen geht es scharf vorbei, er nutzt die Wendigkeit des Jetboots voll aus, dazu ein paar wedelnde Lenkbewegungen, damit auch ein bisschen Wasser spritzt, wobei man im Prinzip nur bei den 360° Wendungen ein bisschen nass wird. Das ist aber auch nicht dramatisch und trocknet bei dem heutigen Sonnenschein schnell wieder. Es ist ein bisschen eine Mischung aus Karussell und Wildwasserbahn. Nach halber Strecke und noch mal an einer Stelle, an der wir auf das andere Pärchen von den Jetbooten warten müssen, damit wir gefahrlos aneinander vorbeikommen, fragt unser Kapitän noch, ob es auch allen gut geht, und wir Spaß haben. Haben wir! Von unserer Parkposition geht es dann weiter zum letzten Schlussakkord, wo er sich noch mal ordentlich ins Zeug legt, und natürlich auch nicht die Schlusspirouette vor dem Steg vergisst, damit die nächste Gruppe schon mal sieht, was sie erwarten darf. Insgesamt sind wir gut 25 Minuten unterwegs gewesen, und haben rund 15 km zurückgelegt. Von hier bringt uns der Bus dann wieder zurück in die Stadt, wo ich gegen 11:20 Uhr wieder aussteigen. Zeit eine Kleinigkeit im Supermarkt zu besorgen, schließlich will ich für meine Nachmittagsaktivität keinen voll gefutterten Bauch haben.
Für meine zweite Aktivität am heutigen Tage finde ich mich um 13:15 Uhr im Büro der Skydiver ein. Der Termin ist eigentlich 13:20 Uhr. Dort angekommen herrscht ein bisschen Gewusel. Es sind vier Schalter offen, manche Buchen für den nächsten Tag, andere wie ich melden sich zum Check-In. Auch hier hatte ich vor drei Tagen online gebucht. Wir werden gewogen und müssen, sofern nicht schon online erledigt, noch ein paar persönliche Daten angeben und unterschreiben, dass wir wissen, was wir tun (wollen). Um 13:30 Uhr bekommen wir zwei Videos mit den Sicherheitshinweisen vorgespielt, auch eines zum Thema Schwimmweste, falls wir ins Wasser fallen sollten. Naja, immerhin könnte es theoretisch in den Lake Wakatipu, der mit einer Fläche von 291 qkm und einer Tiefe von bis zu 380 m schon zu den größeren Tümpeln gehört, gehen. Wie dem auch sei, nach den Sicherheitshinweisen können noch Fragen gestellt werden, und am Schalter wird noch mal mündlich bestätigt, dass man immer noch Fallschirmspringen möchte. Und es wird auch noch mal gefragt, ob man keine Videoaufnahme des Sprungs haben möchte, Mehrkosten 209 N$, umgerechnet etwa 100 €. Dann geht es gegen 14:10 Uhr in den Bus. Nach einer halben Stunde sind wir an dem kleinen Flughafen angekommen. Dort geht es noch mal an einen Schalter, immerhin hätte man auch selbst herfahren können. Wir werden auf die Flüge 26 und 27 verteilt. Was soll ich sagen, auf meiner anderen Hand steht jetzt eine mit schwarzem Erding geschriebene 26. Aufgerufen wird gerade der Flug 24. Es sollte also bald losgehen auf meiner Smartwatch beginnt der Stresslevel von ziemlich entspannt langsam an zu steigen. Ich gehe noch ein bisschen vor die Tür und mache ein paar Fotos mit dem Mobiltelefon wie einige Fallschirmspringer quasi keine 100 m entfernt auf einer Grünfläche landen. Das sieht alles ziemlich professionell und ein bisschen wie am Fließband aus, ist es auch. Der Anbieter wirbt damit, bereits über 460.000 erfolgreiche Tandemsprünge durchgeführt zu haben. Und natürlich werden in dem kleinen Werbefilm noch einige Piloten vorgestellt, die schon teilweise jenseits der 10.000 erfolgreichen Sprünge hinter sich haben. Im Gebäude sieht man übrigens wie bis zu 15 Fallschirmspringer gleichzeitig, ein bisschen wie die Hühner auf der Leiter, ihre Fallschirme wieder verpacken. Schließlich ist es soweit, die Tür geht auf, einer der Bodencrew ruft den Flug 26 auf. Wir werden aufgefordert, alles, was wir nicht verlieren wollen und gegebenenfalls Rucksäcke, in die vorhandenen Schließfächer zu legen. Die Schlüssel kommen dann ans nummerierte Brettchen daneben. Wir bekommen einen Overall, eine Kappe, eine Schutzbrille und Handschuh ausgehändigt. Vor der Brille wird noch mal nachgefragt, welche Absprunghöhe man gewählt und bezahlt hat, und wie vorhin auch noch mal, ob man tatsächlich keine Video Aufzeichnung haben möchte. Anhand der Farbe des Gummizugs an der Brille ist ersichtlich, wo man raus muss, bzw. wo man dann entsprechend im Flugzeug sitzt. Nachdem die Gruppe von neun Passagieren soweit vorbereitet ist, kommen auch die eigentlichen Springer. Meiner heißt Tim. Es ist gefühlt einen halben Kopf kleiner als ich, aber von kräftiger Statur. Er legt mir mein Geschirr an, und erklärt mir auch noch mal die beiden wesentlichen Haltungen beim Flug. Quasi die nach hinten gebogene Banane beim Ausstieg, und dann die hochgezogenen Beine bei der Landung. Und auch er fragt noch mal nach der Möglichkeit zur Videoaufzeichnung des Sprungs. Die Aufzeichnung würde dann mit einer am Handgelenk des Springers befestigten GoPro erfolgen, und bevor es los geht, „sabbelt“ man noch ein bisschen in die Kamera. Nach dem Sprng kann man sich das Video dann einige Tage runterladen. Nachdem alle soweit vorbereitet sind, erklärt einer der Springer uns allen noch mal die Haltung an einem kleinen Käfigmodell, und erklärt auch noch mal die Schwimmweste, die uns auch umgeschnallt worden ist. Dann geht es zum mit laufenden Motoren bereitstehenden Flugzeug. Wer zuletzt raus muss, muss zuerst rein. In der Propellermaschine sind zwei lange in Flugrichtung montierte Bänke. Der Springer sitzt jeweils hinter seinem Schützling. Wobei alle nach hinten blicken. Während wir Losrollen befestigt Tim noch den Sicherheitsgurt des Flugzeuges an meinem Geschirr. Während wir Höhe gewinnen, befestigt er mein Geschirr an seinem und zieht alle Gurte nochmals stramm. Unterwegs erklärt er mir noch, was es draußen gerade zu sehen gibt und in welche Richtung wir fliegen. Wir haben leichten Ostwind, entsprechend fliegen wir in westliche Richtung. Ansonsten scheint die Sonne und es gibt nur hier und da ein paar kleine Schönwetterwolken. Entsprechend ist die Sicht sehr gut. Dann bekomme ich die Info, in 2 Minuten geht es raus, hhhmmm … mir kommt in den Sinn, was ich hier eigentlich mache. Aber es gibt auch Vorfreude. Den Stresslevel auf der Smartwatch prüfe ich nicht mehr, ginge auch wegen der Overalls kaum noch. Die Springer geben sich untereinander verschiedene Handzeichen, und wünschen sich Glück. Gleichzeitig versuchen sie ihren Schützlingen ein bisschen Zuversicht zu geben. Alles sieht sehr routiniert aus. Dann ist es soweit, vor mir springen drei Tandem raus, dann haben wir uns auch schon bis zu der Ausstiegsklappe, eigentlich ist es eher ein Rollo, vorgerobbt. Tim wiegt ein bisschen hin und her, dann geht es raus. Dabei nehme ich die „Bananenhaltung“ ein, die Füße ein bisschen nach hinten oben unter das Flugzeug, den Kopf möglichst weit in den Nacken, die Hände über Kreuz an den Schultergurten. Nach ein paar Sekunden tippt Tim mir an die Schulter, was bedeutet, ich kann auch meine Arme und Beine ausbreiten. Wir fallen mit knapp 200 km/h aus insgesamt 12.000 Fuß der Erde entgegen. Gefühlt ist es ein Moment der Schwerelosigkeit, auch wenn der Fall natürlich das genaue Gegenteil ist. Nach etwa 45 Sekunden freiem Fall öffnet Tim den Fallschirm. Mit einem kleinen Ruck liegen wir nicht mehr mehr oder weniger flach in der Luft, sondern hängen jetzt unter dem Schirm. Dadurch sinken wir logischerweise sehr viel langsamer, und Tim reicht mir quasi das Paar Schlingen unter seinen, die er logischerweise noch in der Hand hat. So kann ich ein bisschen den Schirm lenken. Obwohl mir hier nicht klar ist, obwohl die Sicht sehr gut ist, wohin wir eigentlich müssen. Er gibt Anweisung rechts ein bisschen mehr zu ziehen was zwar relativ schwer geht aber deutliche Auswirkungen auf die Flugbahn hat. Irgendwann übernimmt er wieder und erklärt noch, dass wir jetzt ein paar enge Kurven fliegen werden, und dann gegen den Wind auf der Grünfläche runterkommen werden. Immerhin habe ich die Start- und Landebahn und damit auch das Zielgebiet für die Landung inzwischen auch entdeckt. Kurz vor der Landung bekomme ich dann noch das Signal jetzt meine Beine hoch zu nehmen, und gefühlt fünf Sekunden später sitzen wir beide auch schon planmäßig auf unserem Hosenboden im Gras. Auf dem etwa 100 × 100 m großen Zielgebiet sitzen alle vier Tandems auf einer Fläche von kaum mehr als 30 × 30 m. Alle möglichst dicht am Ausgang in Richtung des Gebäudes. Tim löst mich von sich, und ist auch schon sofort dabei, seinen Schirm zusammen zu raffen. Gemeinsam gehen wir zum Gebäude wo sich unsere Wege dann trennen. Tim wird heute vermutlich zehn Sprünge machen. Für ihn geht es quasi den ganzen Tag in die Luft, raus aus dem Flugzeug, runter auf dem Boden, dann in das Gebäude um seinen Schirm wieder zu richten und einzupacken. Und das Gleiche wieder von vorn. Tage wie heute, mit sehr guten Flugbedingungen und auch vielen möglichen Kunden in der Stadt, es ist Samstag, es ist Hochsaison, bedeuten Vollgas geben. Ich gebe mein Zeugs wieder ab und nehme alles, was ich nicht verlieren wollte, aus dem Schließfach. Anschließend steige ich in den schon bereitstehenden Bus um zurück in die Stadt zu fahren, wo ich gegen 16:15 Uhr wieder eintrudel.
Ich beschließe noch mit der Gondelbahn nach oben zur Bergstation zu fahren, um mir Queenstown in Ruhe von oben ansehen zu können. Nach dem Fallschirmsprung kann ich mich aber nicht mehr recht dafür begeistern, gefühlt ein bisschen lahm. Vielleicht ist auch das Licht nicht mehr gut, und Queenstown ist jetzt auch nicht unbedingt eine Schönheit von oben. Eigentlich unten auch nicht, wenn man ehrlich ist. Im Innenstadtbereich ist es quirlig, zumindest jetzt gegen Abend. Die Leute mit irgendwelchen Aktivitäten sind von den unzähligen Agenturen wieder in die Stadt gebracht worden, und auf der anderen Seite kommen die neuen Gäste jetzt auch vielfach in der Stadt an. Im Innenstadtbereich sind unzählige Agenturen, die eigene Aktivitäten oder auch die der anderen anbieten. Das reicht hin bis zur Gondel mit oder ohne Luge, einer Rodelbahn an der oberen Gondelstation. Wobei die Preise zuweilen variieren, und ein Vergleich mit den Onlineangeboten manchmal durchaus lohnend ist. Dazu kommen im Innenstadtbereich unzählige Bars und Restaurants, und dazu einige Geschäfte. Da ist dann aber auch schon mal Boss neben KFC. Darüber hinaus gibt es relativ viele Geschäfte für Outdoorbekleidung, die jetzt zum Ausgang des Sommers oftmals Teile ihrer Ware im Sale bewerben. Aber auch die erscheinen mir trotz des aktuell günstigen Umtauschverhältnisses zum Euro nicht unbedingt ein Schnäppchen, das die unbedingt mit in die Reisetasche müssen.
Auf dem Weg in Richtung Hotel kehre ich noch mal in einem Restaurant ein, um etwas zu essen, schließlich habe ich mich heute Mittag schon ein bisschen zurückgehalten. Wie üblich in Neuseeland gehe ich an die Theke, bestelle mein Gericht und das Getränk, das ich gleich mitnehme, und setze mich an einen Tisch. Der hat eine Plakette auf dem Tisch mit einem QR-Code. Scannt man den, landet man auf der Webseite, kann seine Bestellung aufgeben, der Tisch an dem man sich gerade befindet, wird automatisch mit übergeben, zahlt online, und bekommt alles geliefert – die 10m. Wobei hier wie vor einigen anderen Geschäften auch Jobs in den Läden, Agenturen und Hotels angeboten werden. Offensichtlich ist es schwierig Personal zu finden, was auch daran liegen dürfte, dass die Hauspreise und auch Mieten hier sehr hoch sind, sodass die Jobs entweder mit relativ langen Anfahrtswegen oder hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten verbunden sind. Selbst in dem 4Quarters Supermarkt im Zentrum von Queenstown sind einige Artikel ein bisschen teurer als in anderen Märkten der gleichen Kette anderswo. Insgesamt ist das Publikum in den Straßen heute dann doch deutlich jünger, als ich das gestern etwas irritiert durch die beleuchteten Fenster der Hotels festgestellt hatte. Auch wenn es hier immer noch ein buntes Spektrum gibt. Zweifellos kommen auch viele wegen des Rufs von Queenstown hier her, und weniger um sich einen Adrenalin-Schub zu verpassen. Aber als Partymeile geht Queenstown auch heute Abend eher nicht durch. Das habe ich jetzt ganz sicher auch nicht gesucht, aber insgeheim eigentlich erwartet. Es gibt nur eine bzw. mit Abstrichen zwei Bars, aus denen man laute Musik aus den Boxen schallen hört.
Noch eine kleine Anekdote zu meinem Hotel. Ich hatte heute früh das Schildchen rausgehängt, dass ich keinen Zimmerservice wollte. Dafür hing, als ich von meinem Fallschirmsprung zurückkam, ein Beutel an der Tür, der 4!! neue Handtücher und eine Rolle Toilettenpapier enthielt. Damit habe ich dann für mein als Einzelzimmer gebuchtes Zimmer jetzt 8 Handtücher und drei Rollen Toilettenpapier. Das sollte wohl für die kommende Nacht reichen.