28.–29. Reisetag nach Hause 05.03.26–06.03.26
Die Reise endet hier im Prinzip, es geht nur noch nach Hause. Aber auch das kann sich manchmal komplizierter gestalten als gedacht. Schon auf der Anreise sind verschiedene Mitreisende auf ganz unterschiedlichen Routen nach Neuseeland gekommen, teilweise auch schon einen Tag vorher oder mit einem Zwischenstopp. Oder sie reisen von hier noch weiter zum Beispiel nach Australien oder hängen auch in Neuseeland ein paar Tage dran. Soweit noch nicht so ungewöhnlich. Nur gibt es auf dieser Reise auch welche, die über Dubai angereist sind. Deren Rückflugpläne sind wegen der Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran seit ein paar Tagen über den Haufen geworfen worden. Wegen der Gegenschläge der Iraner auf die Basen der US-Streifkräfte in der Golf-Region aber auch auf die Infrastruktur der Golfstaaten selbst sind die Flughäfen in Dubai oder auch Doha, um nur die beiden größten Drehkreuze zu nennen, gesperrt. Inzwischen hat man zwar damit begonnen, die auf den Flughäfen der Region festsitzenden ca. 25.000 Reisenden auszufliegen, insgesamt sind aber Hunderttausende von der Schließung der Drehkreuze unmittelbar betroffen. So wurden verschiedene Mitreisende auf Flüge über die USA umgebucht, teilweise mit mehreren Zwischenlandungen und auch einem zusätzlichen Tag in Christchurch. Ich selbst bin zum Glück nicht betroffen, meine Route Christchurch – Singapore – Frankfurt ist offen.
Entsprechend werde ich, mit anderen aus meiner Reisegruppe auf meinem Heimflug gegen 9:15 von einem Shuttle-Dienst am Hotel abgeholt. Dieser dreht noch eine kleine Runde durch Christchurch um weitere Fahrgäste bei zwei weiteren Hotels einzusammeln, bevor es zum Flughafen geht, wo wir kurz vor 10 Uhr eintreffen. Nach der Gepäckaufgabe geht es zur Sicherheitskontrolle, bei der ich mein ganzes Technikzeugs im Rucksack lassen darf. Lediglich die Hosentaschen sind zu leeren, und die Jacke muss ich ausziehen. So ist das schnell erledigt, und wir haben noch ordentlich Zeit bis um 11:30 das Boarding beginnt. Der Start ist dann sogar ein paar Minuten zu früh. Der Flug selbst ist wegen einiger Turbulenzen ein bisschen holprig, weshalb auch die Ausgabe des Essens zeitweilig unterbrochen werden muss. Aber was wir im Überfluss haben ist Zeit. Wir laden schließlich nach gut 10 Stunden und einer kleinen Warteschleife in Singapore überpünktlich. Bis zum Bording haben wir noch gut 5 Stunden, die wir irgendwie überbrücken müssen. Ich lese die restlichen Tageszeitungen der letzten Woche als EPaper, die ich auf dem Flug nicht geschafft habe. Der Plan ist, dann auf dem Nachtflug, der kurze vor Mitternacht Ortszeit starten soll, möglichst zu versuchen ein paar Stunden zu schlafen, um dann nach der Landung am frühen Morgen in Frankfurt einigermaßen direkt wieder in die deutsche Zeit zu stolpern, auch wenn es beim Warten in Singapore, wegen des schon etwas gestreckten Tages, schwerfällt, nicht einzuschlafen, schließlich ist es auf der inneren Uhr inzwischen schon 5 Stunden später, also eigentlich bald Zeit aufzustehen.
Auch der Flug von Singapore nach Frankfurt startet sehr pünktlich. Weil wir wegen der Luftangriffe im arabischen Raum einen kleinen Umweg direkt über Kabul hinweg fliegen müssen, dachte ich eigentlich, dass wir vermutlich ein bisschen Verspätung haben würden, aber Singapore Airlines macht ihrem Ruf als sehr pünktliche Airline alle Ehre, nach 13,5 Stunden oder rund 11000 Kilometer landen wir sogar ein paar Minuten zu früh. Das Gepäck kommt ziemlich zügig. So sehe ich sogar noch den Zug um 07:10 Uhr abfahren. Eigentlich hatte ich mit dem nicht geplant, sondern dem 08:10 Uhr, aber trotzdem ärgerlich, zumal die nette Dame bei der ich ein bisschen Proviant für die Heimreise gekauft habe, ein bisschen „drömelig“ war, sonst hätte ich es durchaus noch schaffen können. Kaum in der Heimat angekommen, überkommt mich offensichtlich schon die deutsche Tugend, des keine Zeit zu haben. Hin und wieder stünde uns und in dem Moment insbesondere mir ein bisschen mehr afrikanische Gelassenheit auch gut zu Gesicht. So bin ich, wie eigentlich ursprünglich auch angedacht, gegen 13:30 Uhr Ortszeit wieder am Heimatbahnhof. Inzwischen bin ich seit über 40 Stunden unterwegs, um buchstäblich um die halbe Welt zu reisen.