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5. Reisetag        Paihia – 10.02.2026

 

Heute geht es sehr geruhsam in den Tag. Wir wollen uns um 9:30 Uhr treffen. Wie schon gehabt ist das Frühstück auch hier in Hotel in Paihia nicht inkludiert. Ich habe noch ein bisschen Anpassungsschwierigkeiten mit der Zeit, und bin schon relativ früh auf. Ich beschließe für das Frühstück in ein benachbartes Café zu gehen. Neben einigen Kuchen und ähnlichen Optionen, gibt es auch verschiedene Arten von Sandwiches und mit käseüberbacke Scones, wofür ich mich entscheide. Wie sich herausstellte, ist die Bedienung an der Kasse aus Deutschland. Sie wollte eigentlich nach dem Abi nur ein Jahr nach Neuseeland, inzwischen sind daraus schon drei Jahre geworden. Darauf angesprochen, dass es offensichtlich viele junge Deutsche hier gibt, meinte sie, in dem Hostel, in dem sie hier in Paihia wohnt, wären fast nur Deutsche. Zum Hintergrund, in dem Restaurant in dem wir gestern Abend gegessen haben, waren zwei der Servicekräfte ebenfalls aus Deutschland, aus Hamburg und aus Düsseldorf.

Ganz allgemein gibt es hier viele kleine Cafés, in denen Frühstück angeboten wird. Nach der bisherigen Einschätzung schließen die dann meistens aber auch schon kurz nach dem Mittag, weil dann die erste Schicht rum ist, und eine zweite sich nicht lohnt. Teilzeit ist offensichtlich nicht sehr verbreitet. Und zusätzliche Überstunden sind für den Arbeitgeber ziemlich teuer, und werden deshalb von diesen möglichst vermieden. Die relativ hohen Überstundenzuschläge gehen auf verhältnismäßig starke Gewerkschaften hier in Neuseeland zurück. Auf sie gehen auch die Regelungen zurück, die die wöchentliche Arbeitszeit und Ruhetage vorsehen. So dürfen hier in Neuseeland auch Reiseleiter nicht an sieben Tagen in der Woche arbeiten. Das bedeutet dann logischerweise auch, dass in den organisierten Reisen immer wieder Tage enthalten sind, in denen es vermeintlich kein Programm, sondern lediglich „Optionen“ gibt.

Wie auch immer, wie schon erwähnt starten wir unseren Tag heute um 09:30 Uhr und gehen die paar Schritte zum nahegelegenen Anleger, wo schon Mike mit seinem Segelboot auf uns wartet. Mike ist eigentlich Kanadier. Er ist vor vielen Jahren mit seiner Familie aus seiner Heimat mit dem Segelboot hierhergekommen und geblieben. Heute können die Segel nicht so recht für Vortrieb sorgen, weil schlicht kaum Wind geht. Dafür ist das Meer hier in der Bay auf Islands noch ruhiger als sonst. Also muss der Schiffsdiesel ran, und dafür sorgen, dass wir rausfahren können. So tuckern wir gemächlich aus dem Hafen und zwischen den umliegenden unzähligen Inseln in der näheren Umgebung. Unterwegs sehen wir ein paar Sturmtaucher, Kormorane, Basstölpel, einen Zwergpinguin und drei Delphine, von denen einer direkt unter unserem Boot durchtaucht. Von Pahia werden verschiedenen organisierte Fahrten angeboten, eine davon ist mit dem Katamaran zur Delphin-Beobachtung, und seit ein paar Jahren führen verschiedene Fahrten auch zum „Hole in the Rock“, also einem Felsen mit einem großen Loch, das die Gezeiten dort hinein gespült haben, und es heute erlaubt, mit kleineren Booten hindurch fahren zu können. Wir fahren nicht zum Hole in the Rock, sondern zum Mittagspicknick zu einer kleinen Insel vor der wir ankern. Dort besteht die Möglichkeit zu schwimmen, schnorcheln oder auch sich mit dem kleinen Beiboot an den kleinen Strand der Insel bringen zu lassen. Und statt Strand alternativ auch auf einen kleinen Hügel auf der Insel zu steigen, was man problemlos Barfuß machen kann. Die Insel ist mit einem sehr dichten und weichen Gras bewachsen, das einen teilweise rund 30cm hohen dichten Teppich bildet. Ohnehin sind wir angehalten worden, nur das Allernötigste mit auf die Insel zu nehmen. Das hat nicht nur praktische Gründe wegen des sehr kleinen Beiboots, sondern soll auch dafür sorgen, dass kein Ungeziefer oder gar wieder kleine Nager auf der Insel eingeschleppt werden. Auch sie gehört zu denen, die inzwischen frei davon sind, womit man die heimischen Arten vor den invasiven Arten schützen möchte.

Die Rückfahrt erfolgt dann teilweise unter Segel, auch wenn wir damit auch nur wenig Fahrt machen, da der Wind zwar etwas aufgefrischt hat, aber immer noch schwach ist. Auf dem Rückweg sehen wir noch einen kleinen Hai, der sich aber schleunigst aus dem Staub macht, als wir näherkommen. Gegen 16:00 Uhr endet unser kleiner Segeltörn wieder in Paihia. Da es auf dem Boot neben den Sandwiches zum Mittag noch einige kleine Snacks im Laufe der Fahrt gab, und die körperlichen Aktivitäten eher sehr übersichtlich waren, beschließe ich, das Abendessen ausfallen zu lassen. Jedenfalls wenn man von einer Kleinigkeit aus dem Supermarkt absieht. Neben dem obligatorischen Wasser für die kommenden Tage, kaufe ich ein paar Bananen und ein „Feierabend Bier“ aus der Dose. Man ist ja im Urlaub, auch wenn ich mir wegen der Dose sicherlich keine kulinarische Offenbarung davon erwarte. Ich entscheide mich für einen neuseeländisches aus der mittleren Preislage für acht N$ (Neuseeland Dollar), umgerechnet knapp vier Euro, wohl gemerkt im Supermarkt. Überhaupt sind die Preise im Supermarkt schon deutlich höher als in Deutschland, und das obwohl der Umrechnungskurs von etwa 1,95 N$ für einen Euro im Moment aus unserer Sicht sehr günstig ist. Das Bier ist übrigens weit weg vom deutschen Reinheitsgebot. Laut der Beschreibung auf der Dose ist folgendes zu erwarten: „Es verspricht eine sanfte Bitterkeit gepaart mit Nectaro Hopfen, einer besonderen in Neuseeland gezüchteten Hopfensorte, die eine sanfte Note von Ananas- und Citrus-Geschmack mitbringt, was einen erfrischenden Geschmack erzeugt“. Naja, wirklich getroffen hat es meinen Geschmack nicht, aber so ist es, wenn man sich die vielversprechende Werbung erst hinterher durchliest. Insbesondere die Ananasnote ist vorsichtig formuliert befremdlich.

Noch ein paar Sätze zur Bay of Island. Wie der Name schon sagt, gibt es in der rund 16x20km großen Bucht auf der Pazifikseite der Nordinsel von Neuseeland zahlreiche kleine Inseln, es gibt aber auch weiter ins Landesinnere reichenden Meeresarmen und kleinen Buchten. Nicht zuletzt wegen der Lage und der unzähligen Inseln gilt das Meer hier als sehr ruhig und wird auch von zahlreichen Fischen als Kinderstube genutzt. Die Bucht wurde bereits von James Cook entdeckt und verdankt ihm auch ihren Namen. Schon frühzeitig wurde die Bay of Islands von europäischen Einwanderern besiedelt. Heute ist sie auch für Neuseeländer ein beliebtes Feriengebiet, und wenn man es sich leisten kann, auch ein beliebter Altersruhesitz, wobei der Hauptort an der Bucht Paihia ist, wo auch wir unsere Unterkunft haben.