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5. Reisetag    24.07.2012 – Braunschweiger Hütte

Am Morgen geht es nach dem kurzen Transfer von Imst nach Zams mit der Seilbahn auf den Hausberg der Stadt den Krahberg hinauf. Dazu nutzen wir die erste Bahn, was aber kaum etwas an den für uns schon üblichen Zeiten ändert. So kommen wir schnell von knapp 800m auf die Höhe von rund 2200m. Nach dem Ausstieg heißt es zuerst mal wieder ordentlich eincremen, denn auch heute lacht uns wieder die Sonne. Nur das ich nicht gleich in die Socken komme und deshalb ein wenig hänge. So „springe“ ich mal eben schnell hinter den anderen her, die schon ein paar Meter Vorsprung haben, und eine andere größere Gruppe macht sich auch gerade startklar. Das Springen lasse ich dann aber auch schnell wieder sein, die sehr schnell gewonnene Höhe lässt mich auch schnell ein bisschen kurzatmig werden. Wir waren zwar schon etwas höher, aber in der letzten Nacht eben auch sehr viel tiefer. Das Tempo der Gruppe ist jetzt aber auch nicht übermäßig hoch, so lässt sich das mit ein bisschen mehr Zeit auch gut so regeln.

Wir gehen auf dem Panoramaweg am Venet. Er verläuft auf einer relativ gleichmäßigen Höhe und ist einfach zu gehen. Dennoch bietet er einen schönen Ausblick. Er führt dabei vorbei an der Gogles Alm, die trotz der Namensähnlichkeit natürlich nichts mit der Suchmaschine zu tun hat, der Gaflun und auch Larcher Alm. Bei der Gaflun Alm, die zurzeit von schönem Wollgras umgeben ist, machen wir auch eine kleine Rast. Danach geht er runter nach Wenns, wobei wir die schnelle Variante wählen den Alten Almweg, und nicht dem Fahrweg folgen, sondern über eine Wiese abbiegen und den direkten Pfad durch den Wald nehmen. Insgesamt sind es so heute auch schon wieder etwa 1000 Höhenmeter, die wir hier absteigen. Was aber deutlich leichter ist, als am Vortag. Zum einen sind es nur gut die Hälfte von gestern, und dann verläuft davon schon ein guter Teil auch auf einem Fahrweg, was dann natürlich auch noch etwas leichter fällt, als wenn der Untergrund aus Geröll oder feinen rollenden Kieseln besteht.

Nach einer Autofahrt hinüber ins Pitztal geben wir wieder unsere Rucksäcke an der Materialbahn hinauf zur Braunschweiger Hütte auf. Wir selbst stärken uns dann erst mal mit einer Kleinigkeit, bevor wir den Aufstieg in Angriff nehmen. Wobei wir wieder den klassischen Weg direkt am Wasserfall der Pitze nehmen. Es gibt im unteren Bereich auch noch einen Aufstieg, der direkt neben der Materialbahn recht steil bergan führt, er wurde wegen einer größeren Baustelle angelegt, die vor ein paar Jahren den klassischen Weg unmöglich machte. Unser Weg führt zuweilen direkt an die Gischt des Wasserfalls vorbei, und bevor man eine Baustraße erreicht auch einen kleinen Klettersteig und ein kleines Geröllfeld hinauf. Nach einer kurzen Strecke auf der Baustraße stoßen wir dann auch wieder auf den anderen möglichen Pfad zur Braunschweiger Hütte. Der weitere Weg zur Hütte ist etwas anspruchsvoller als die bisherigen Aufstiege, macht mir aber großen Spaß. Nach etwa 2,5 Stunden erreichen wir die Hütte. Etwas erstaunt bin allerdings über eine größere Gruppe von Jugendlichen, die mit zwei Begleitern auch den Aufstieg angegangen sind. Nur ist die Klasse über die ganze Strecke verteilt, und das Schuhwerk nicht weniger Schüler ist eher von der Sorte nicht gebundener Turnschuh. Gut solange nichts passiert ist ja auch alles gut, aber wenn möchte ich auf jeden Fall nicht für die Schüler verantwortlich gewesen sein.
Oben auf der Hütte muss ich leider den Verlust einer Sigg-Flasche beklagen, die die Fahrt mit der Materialbahn offensichtlich überhaupt nicht oder nicht in voller Länge mitmachen wollte. Nach dem wir uns auf den Zimmern eingerichtet haben, können wir uns noch eine bisschen die Sonnenterrasse gönnen. Ein wirklich schönes Plätzchen. Dazu dann noch der Blick auf den Pitztaler Gletscher. Seine Zunge endet heute auf einer Höhe von rund 2000m, vor 150 Jahren reichte er noch bis etwa 750m vor Mittelberg, was der Ausgangspunkt des Aufstieges zur Braunschweiger Hütte ist und noch vor der heutigen Materialbahn liegt. Die Klimaerwärmung lässt schön grüßen. Aber auch heute ist der Gletscher noch ziemlich mächtig, und von der Sonnenterrasse hat man eben einen schönen Blick darauf incl. des Gletschertors.

Vielleicht noch ein paar Worte zur Braunschweiger Hütte. Sie liegt auf 2758m und wurde bis ins Jahr 2009 hinein generalüberholt. Was sie bis jetzt auf jeden Fall zur bisher schönsten Hütte auf dieser Wanderung macht. Jeder hat ein eigenes Bett, was fast schon Luxus ist, auch wenn es teilweise nur über das Kopfende zu beziehen ist. Warmes Wasser gibt es nur gegen Aufpreis, aber jeden Tag warm duschen wäre ja nun auch wirklich übertrieben. Der Grund für die Sanierung war übrigens ein brüchig gewordenes Fundament der 1892 erbauten Hütte, die wie der Name schon verrät der Braunschweiger Sektion des Alpenvereins gehört. Der Grund für den Bruch waren tektonische Verschiebungen, die wohl auch etwas mit dem Rückgang des Gletschers zu tun haben dürften. Ganz in der Nähe der Hütte ist mit der 3768m hohen Wildspitze auch der höchste Berg der Ötztaler Alpen und der zweithöchste in ganz Österreich. Zum Vergleich die deutsche Zugspitze bringt es auf nicht ganz 3000m. Aber wie schon gesagt genieße ich hier einfach nur die wärmenden Sonne und als Abrundung noch einen warmen Apfelstrudel – man gönnt sich ja sonst nichts.