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04.10.07      5. Reisetag - Lüderitz

Den heutigen Tag beginnen wir mit einer Fahrt zum Diaz-Kreuz. Hier hat der portugiesische Seefahrer Bartholomeu Dias im 15. Jahrhundert ein Kreuz errichtet um das Land für Portugal in Besitz zu nehmen. Eigentlich war er auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien. Dabei hat er während eines Sturms in der späteren Lüderitz Bucht Schutz gesucht. Das dort heute stehende Kreuz ist übrigens erst wenige Jahre alt, da das Original in einem Museum in Berlin steht. Vor wenigen Jahren haben die Portugiesen die historische Fahrt ums Kap der Guten Hoffnung mit Nachbauten der alten Schiffe wiederholt. Dabei haben sie an allen bekannten Landungspunkten neue Kreuze errichtet.

Unser nächster Programmpunkt war die Stadtrundfahrt in Lüderitz, wobei das für das kleine Städtchens schon fast übertrieben ist. Es gibt nur wenige alte Gebäude und auch sonst nicht wirklich viel in der 7000 Einwohner zählenden Gemeinde zu sehen. Auf der Weltkarte sicherlich nicht vorhanden, aber immerhin eine der größten Städte Namibias. Aber der nächste Programmpunkt für uns, hat Lüderitz für eine gewisse Zeit auf die Weltkarte befördert: Kolmannskuppe. Dabei geht es um eine ehemalige Diamanten-Miene, die Anfang des 20. Jahrhunderts in nur wenigen Jahren 5.000.000 Karat zu Tage gefördert hat. Dabei mussten die kostbaren Steinen zum Teil nur eingesammelt werden. Sie lagen buchstäblich im Sand herum. Die ersten wurden zufällig von einem Schwarzen aufgesammelt, als er von einem Bediensteten des Herrn Staub aufgefordert wurde „schöne bunte Steine mitzubringen“. Der gute Herr Stauch war Angestellter der hiesigen deutschen Bahngesellschaft. Dabei hatte er den Auftrag dafür zu sorgen, dass die Gleise regelmäßig von dem Sand befreit wurden. Dabei langweilte er sich und begann sich für die hiesigen Pflanzen und Steine zu interessieren. Er wurde durch die Diamanten schnell reich, später aber auch wieder arm, da verschiedene teure Suchen nach neuen Vorkommen fehlschlugen. Die Diamanten, die hier gefunden wurden, und heute in relative Nähe wieder gefunden werden sind alle recht klein aber für die Schmuckindustrie von hoher Qualität. Bis heute hat man hier etwa 12.000.000 Karat gefunden. Die Diamanten werden heute sowohl in der neuen Miene als auch am Meeresgrund vor der Küste gefunden. Die heutige Minengesellschaft gehört je zur Hälfte dem Diamanten Syndikat de Beeres und dem namibischen Staat. Die alte Miene war in dem heutigen Museumsbau Kolmannskuppe ansässig. Der Ort wurde zum Teil restauriert, ist zum Teil aber auch im Wüstensand versunken. In dem Ort lebten in der Spitze 1350 Menschen davon etwa 800 Schwarze bzw. Farbige, die die eigentliche Suche durchführten. Damals musste buchstäblich alles dorthin mit Fuhrwerken verfrachtet werden. So hatte jeder Haushalt nur 20 l Wasser am Tag zur Verfügung. Es gab eine lokale Bäckerei, einen Schlachter und auch ein Casino mit einer Kegelbahn. Doch schon bald nach der Hochzeit bis zirka 1912 verließen viele wieder diesen unwirklichen Ort, 1956 wurde er dann vollends verlassen. Aber auch die Diamanten kommen eigentlich nicht von hier. Man vermutet, dass sie vor einigen Million Jahren hier durch das Meer angeschwemmt worden sind, was auch erklärt, warum sie an der Oberfläche lagen. Die wesentlich größeren Steine werden auch weiter südlich im südlichen Oranjemund gefunden. Heute ist um Lüderitz das Diamanten-Sperrgebiet, welches nicht betreten werden darf. Das Gebiet wird durch militärische Einrichtungen Namibias bzw. der Miniengesellschaft strengstens überwacht. Auch die Minienarbeiter werden jeden Tag durchleuchtet. Diamanten-Diebstahl wird dabei extrem hart bestraft.

Der restliche Tag war frei. Damit Möglichkeit noch einmal in einige hiesigen Geschäfte zu gehen. Wobei das Angebot relativ begrenzt ist, und wie schon bei der Stadtrundfahrt zu sehen war, verschanzt man sich hier hinter hohen Mauern. In den Supermärkten ist offen uniformiertes Sicherheitspersonal unterwegs. Vor vielen Gebäuden, so auch vor unserem Hotel, steht immer wie zufällig am Eingang ein Sicherheitsmann. Vor einem Souvenirladen muss sogar von innen eine Tür entriegelt werden, bevor man eintreten kann. Und das alles in den Hauptstraßen. Später sagte man uns, es wäre dort noch nie etwas passiert, ab Einbruch der Dunkelheit wäre es aber besser nur noch in Gruppen unterwegs zu sein. Gerade hier macht sich dann auch die hohe Arbeitslosigkeit bemerkbar. Es beginnt bei vielen mit einfachem Mundraub, es geht aber bis zur organisierten Kriminalität. In vielen Höfen hört und sieht man größtenteils auch offensichtlich scharfe Hunde. Auf den Spitzen der Zäune sind Draht und auch Stahlsterne befestigt. Etwas was ich so nicht für Namibia erwartet hatte. In den Geschäften sprechen viele Mitarbeiter deutsch, und auch in unserem Hotel gibt es eine deutsche Fernsehenzeitungen und auch deutsche Programme wie ARD, ZDF, RTL, SAT1, ProSieben oder 3Sat. Was es nicht gibt, ist Eis am Stiel. Warum das so ist, wird auch schnell klar, während ich diesen Bericht schreibe: Stromausfall. Im Hotel springen natürlich sofort die Generatoren an, aber das ist eben nicht immer auf dem Weg des Eises bis in den Mund gewährleistet. Aber die Kerze hier auf dem Schreibtisch im Hotel bekommt natürlich dadurch eine völlig neue Bedeutung, wobei das natürlich mit afrikanischer Gründlichkeit zu Ende gedacht wurde, es gibt weder ein Feuerzeug noch Streichhölzer. Dabei auch gleich noch was zum Rauchen. In öffentlichen Gebäuden darf nicht geraucht werden, es sei denn in ausgewiesenen Raucherzonen. Da ist man mit Deutschland schon auf eine Stufe, wobei es mich als Nichtraucher nicht weiter trifft.