• Laguna Miscanti mit den schneebedeckten Andengipfeln
    Chile

    Laguna Miscanti mit den schneebedeckten Andengipfeln

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    Blick über die Seescharte

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    Schutzhuette am Hvitarvatn

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    Junges Mädchen auf einem Pferd

19. Reisetag         25.02.2011 – Coyhaique

Nach dem bei unserer Kartenspielrunde gestern etwas später geworden war, bin ich gar nicht mal undankbar dafür, dass es heute erst spät los geht. Auch das Tagesprogramm ist eigentlich eher durch Ereignislosigkeit gekennzeichnet. Als wir gegen 10 Uhr aufbrechen, weht eine angenehme leichte Briese und die Sonne scheint wieder von einem strahlend blauen Himmel.

Als wir nach nicht mal einer Stunde unseren ersten Fotostopp machen, hat der Wind schon merklich aufgefrischt. Die Sonne beginnt sich immer mal wieder kurzzeitig hinter den Wolken zu verdrücken. Unseren nächsten Stopp machen wir bei einer kleinen Anhöhe an der Carretera Austral. Oben auf der Anhöhe befindet sich ein Friedhof. Weitere Ortschaften oder auch nur Häuser sind von hier oben praktisch nicht auszumachen. Dafür türmen sich im Hintergrund bedrohlich dunkle Wolken auf, was aber ja die Stimmung eines Friedhofs nur noch unterstreicht. Auf einigen Gräber stehen kleine Hütten aus Holzschindeln, oder auf anderen Gräbern sind kleine Schreine mit Bildern der Verstorbenen und Kleinigkeiten aus ihrem Leben. Am außergewöhnlichsten ist aber ein kleines Boot. Wir sind hier in den Anden, aber eben auch noch ganz in der Nähe des Lago General Carrera. Insbesondere das Boot ist auch reichlich mit Kunstblumen geschmückt. Natürliche Blumen würden hier auch sehr schnell vergehen und sind hier auch eine sehr kostspielige Angelegenheit. Die Kunstblumen sind meist in sehr kräftigen Farben und eigentlich auch die einzigen Farbtupfer hier oben. Auf einem gegenüberliegenden Berg sieht man sehr viele umgestürzte Bäume. Die Humusschicht ist sehr dünn in diesem Teil Chiles, so wurzeln die Bäume nur sehr flach, was ihnen aber eben zuweilen nicht den nötigen Halt gibt, um gegen den meist starken Wind bestehen zu können.

Etwa zur Mittagszeit machen wir einen kleinen Spaziergang in der Nähe der Straße. Wir begegnen einem Bauern, der gerade sein Ochsengespann auf die Weide bringt. Wobei das schon übertrieben ist. Noch mit Zaumzeug und dem Jochgeschirr treibt er die Tiere an einen Fluss. Dort bindet er die Tiere voneinander los, und sie trotten durch die Fluten, die ihnen stellenweise bis an den Bauch reichen. Einen Zaun oder eine andere Begrenzung sucht man vergeblich, wie es den Bauern später gelingt, die Tiere wieder zu finden und auch einzufangen bleibt ebenso im Dunkeln.

Am Nachmittag sieht man am Rande eines Flussbettes große Staubwolken, die durch den inzwischen starken Wind fast schon Sturm aufgewirbelt werden. Jetzt also auch noch „richtiges“ Patagonien-Wetter. Bei der Aufnahme der Staubwolke produziere ich unzählige Fehlversuche, da es mir kaum gelingt die Kamera ruhig zu halten. Es gibt an dem Ort zwar gerade einen großen Felsen, hinter dem man etwas Schutz vor dem Wind hat, trotzdem bläst es auch dort noch mächtig.

Unser heutiger Bustag endet gegen 18 Uhr in Coyhaique (spricht sich Kojeike), wo wir die nächste Nacht verbringen werden. Unmittelbar nach dem Bezug der Zimmer fängt es draußen etwa an zu Nieseln. Als Regen möchte ich es noch nicht bezeichnen, ist aber mal von ein paar Tropfen in der  Atacama-Wüste der erste Niederschlag für uns hier in Chile. Das Abendessen nehmen wir in der örtlichen Feuerwehrwache ein. Diese betreibt ein kleines Restaurant unmittelbar neben ihrer Zentrale hier in der Stadt. Auf dem Weg dorthin kommen wir an zahlreichen Geschäften für Outdoorbekleidung vorbei. Die Gegend hier ist eines der großen Kletterreviere in Chile. Den Abend lassen wir schließlich in einer örtlichen Disco ausklingen.