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02.11.2007      16. Reisetag - Mossel Bay

Weiter geht es am Indischen Ozean entlang. Den ersten Halt machen wie in Plettenbergs Bay. Eine der unzähligen Ferienorte, die an der Küste fast schon wie auf einer Perlenkette aufgereiht sind. Wer es sich leisten kann hat hier oder in einem der anderen Orte sein nettes kleines Feriendomizil. In diesen Orten liegen zwischen den Einkommen der Menschen einfach Welten.

Vielleicht ein guter Zeitpunkt mal über das liebe Geld zu berichten. Die Verdienstmöglichkeiten hängen hier entscheidend von der Ausbildung ab. So kommt ein Manager aus der mittleren Ebene eines Industrieunternehmens etwa auf 400.000 Rand im Jahr. Ein Rechtsanwalt mit etwas Berufserfahrungen vielleicht auf 250.000. Ein einfacher Mitarbeiter in der Gastronomie etwa auf 50.000 Rand im Jahr. Ein Tagelöhner vielleicht auf 70 Rand pro Tag, nur bekommt er nicht jeden Tag einen Job. Gerade in den schnell wachsenden „informellen Wohnbereichen“, leicht an den riesigen Gebieten aus Wellblechhütten zu erkennen, gibt es viele, die vom Nichts leben müssen. Ein soziales System wie bei uns gibt es im Prinzip nicht. Wer vorher eine angemeldete Arbeit hatte, was bei Tagelöhner nie und bei vielen kleinen Betrieben nur selten der Fall ist, bekommt eine Arbeitslosen-Unterstützung von 780 Rand pro Monat. Wer aus Invaliditätsgründen nicht arbeiten kann oder aber im Alter - Frauen ab 63, Männer ab 65 - über keinerlei Einkommen verfügt, erhält eine Zuwendung vom Staat von ebenfalls 780 Rand Vor ein paar Jahren ist ein Kindergeld eingeführt worden, dass allen Familien zusteht mit Kindern unter 11 Jahren. Nun sehen dass gerade die Ärmsten als Einnahmequelle für die Versorgung der gesamten Familie an. Gerade sie haben dann viele Kinder, haben aber nicht das Geld für die Schuluniform, deshalb können dann diese Kinder nicht zur Schule gehen. Und spätestens wenn sie dann 11 Jahre sind, gibt es keine Unterstützung mehr. Aber auch dann haben sie natürlich Hunger, was dann einen Teufelskreis auslöst.

Aber zurück zu unserer Reise durch Südafrika. Unser nächster Stopp ist Knysna (gesprochen Neisna). Hier bummeln wir zwei Stunden durch das Zentrum des kleinen Städtchens bis hinunter zum Hafen und Bahnhof. Wobei Bahnhof hier eigentlich immer nur Güterbahnhof meint. Das Streckennetz ist völlig veraltet und nach dazu Schmalspur, was dann die Reisegeschwindigkeit weiter drückt. Es gibt noch ein paar Nostalgiestrecken für die Touristen und einige Massengüter wie etwa Kohle, aber alles andere wird eigentlich mit LKWs transportiert. Auch hier gibt es Lenkzeiten für die Fahrer, aber keinerlei Fahrtenschreiber oder ähnliches, somit ist auch keine Kontrolle möglich. Da werden dann so Strecken wie Johannesburg - Kapstadt mit ihren etwa 1400 km in einem Rutsch durchgefahren. Da sind die Lenkzeiten für unsere Fahrer gerade schon zu gut. Womit wir auch wieder beim Thema wären.

Es folgt eine kurze Wanderung in den Dünen des Goukamma Naturreservats. Hier wie auch im übrigen Südafrika gibt es inzwischen aber auch einen hohen Anteil an Pflanzen, die eigentlich nicht hier vorkommen sollten. Menschen aus allen Teilen der Welt kommen hier her, und bringen auch Teile ihrer Pflanzenwelt mit. Das Problem ist nur, viele von ihnen haben hier keine natürlichen Feinde. Sei es dass es keine Krankheiten gibt, oder auch dass es keine Fressfeinde gibt. Ein Beispiel, was ich schon vorher mal angesprochen hatte, sind die Forstplantagen mit acht Nadelhölzern und einigen Eukalyptusarten. Diese „ Fremdlinge“ gibt es auch im Zuge der steigenden Mobilität in vielen anderen Teilen der Welt, nur ist hier aufgrund der vielen Klimazonen und der im Durchschnitt relativ milden Temperaturen für fast jede Pflanze etwas dabei, was sie begünstigt. Es gibt auch deutsche Eichen hier, die anfangs von deutschen Winzern mitgebracht und hier gezogen worden sind, um aus ihrem Holz Fässer für die Weine zu produzieren. Später stellte man dann fest, dass die Bäume um Stellenbosch, dem größten Anbaugebiet für Wein in Südafrika, zu schnell wachsen, was zur Folge hat, dass das Holz porös war.

Nach unserem Aufenthalt in den bewachsenen Dünen, mit über 180 m die zweithöchsten bewachsenen auf der südlichen Halbkugel, ging es zu unserem heutigen Ziel Mossel Bay. Ein Ort mit Geschichte, hier ging einst Bartholomeou Diaz vor Anker um Frischwasser aufzunehmen, als er das Kap der Guten Hoffnung als erster umrundete, wenn auch beim ersten Mal unwissend. Seine Schiffe sind in einen Sturm geraten und um das Kap der Guten Hoffnung herum getrieben worden, und nachdem er sie wieder gesammelt hatte und wieder Land sah, war dieses auf der „falschen Seite“. Erst auf der Rückfahrt umsegelte er das Kap bewusst. Später ging etwa auch Vasco da Gamma hier vor Anker. Mossel Bay ist wie viele andere Orte heute vor allem auch eine Feriensiedlung. Unser Hotel war am Point, also oben an der Spitze der Bucht, direkt unterhalb des Leuchtturms. Wie hatten einen grandiosen Blick auf den aufgewühlten Indischen Ozean, in dem wir am nächsten Morgen auch Delphine sahen.