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21.02.2010      22. Reisetag - Ngorongoro Krater - Tag 2

Auch heute gehen wir den Tag etwas gemütlich an. Frühstück ist um 7.30 Uhr, Abfahrt entsprechend um 8.00 Uhr. Aber das Erwachen ist schon mit einem etwas unangenehmen Umstand verbunden, die Füße im Schlafsack sind feucht. Unter der Isomatte befindet sich ein Wasserfilm, und in einer Ecke des Zelts hat sich ein bisschen Wasser gesammelt. Es hat seit gestern Abend nahezu ununterbrochen geregnet. Aber wie ich so höre, gibt es auch Zelte in denen richtig Wasser steht. Leider kann ich nichts wirklich trocknen, das Zelt ist von außen noch nass und die Luft dunstig.
Eigentlich ist aber auch noch ein Nachtrag zu gestern Abend notwendig. Als ich gestern aus dem Gebäude mit den Tischen für das Abendessen gekommen bin, habe ich wie immer meine Stirnlampe eingeschaltet. Ich stand zwei Büffeln gegenüber, nun war mir auch klar, warum im Umfeld des Zeltplatzes überall Dungfladen herum lagen. Insbesondere sehr schön arrangiert zu den Sanitärräumen etwa 100m bergab vom Zeltplatz. Gut die Büffel waren offensichtlich weniger überrascht als ich und haben weiter gefressen. So bin ich zu meinem Zelt gegangen, dabei war ich glücklich in der zweiten Reihe zu „wohnen“, und vor mir ein blaues Zelt zu haben. Alle anderen Zelte, bis auf insgesamt zwei blaue waren mehr oder weniger Baugleich, in einem einheitlichen Braun. Kaum das ich im Zelt lag, konnte ich praktisch schon Ohr an Ohr mit einem Büffel auch hören, wie das Tier an meinem Zelt direkt vorbei gegrast ist. In den ersten Minuten nicht unbedingt ein sehr beruhigendes Gefühl, aber man gewöhnt sich an alles.

Jetzt am Morgen fällt mir noch ein, das man uns vor Buschschweinen gewarnt hat, die wohl immer mal wieder im Camp auftauchen und nach Freßbarem suchen. Sie schrecken, wie man uns erzählte auch nicht vor der Zerstörung einer Zeltwand zurück. Als ich hier gerade mein Geraffel wieder in meiner wasserdichten Tasche verstaue, finde ich meine angebrochene Schachtel mit Keksen, die ich zur Einnahme meiner Tabletten benutze. Immerhin ist heute damit Schluss, jedenfalls mal von der Malerone abgesehen. Also futtere ich die restlichen Kekse auch gleich mit auf, schließlich sind wir ja noch eine Nacht hier. Das mit den Büffeln war im Nachhinein eine nette Anekdote, aber ein Buschschwein im Zelt muss nicht unbedingt sein.

Heute wollen wir in den Ngorongoro Krater hinein fahren. Es geht dabei um den Kraterboden eines Vulkans. Die Ebene befindet sich etwa 1600 m über den Meeresspiegel, wobei der Kraterrand noch einmal ca. 600m höher liegt als die Ebene. Der Durchmesser des Kraters beträgt etwa 19,2km. Vor etwa 20 Millionen Jahren wurde das heutige Afrika geformt. Seit dem ist der Kontinent dabei, auseinander zu brechen, Stichwort ostafrikanischer Grabenbruch. Bei dessen Entstehung sind an der Bruchstelle zahlreiche Berge aufgetürmt worden, an manchen Stellen hat sich auch Lava aus dem Erdinneren einen Weg nach oben gebahnt, die Entstehung von Vulkanen. So wurde auch der Ngorongoro aufgetürmt. Geologen vermuten, dass der Ngorongoro vor etwa 2,5 Millionen Jahren die Größe des heutigen Kilimanjaro hatte, und zu dieser Zeit dürfte auch hartes Gestein den Schlot des Vulkans verstopft haben. Durch den Druckabfall brach der Gipfel in sich zusammen, der Krater in seiner heutigen Form entstand im laufe der Zeit.

Am Eingang wieder wie immer das normale Prozedere mit den Erlaubnis-Scheinen und den unzähligen Durchschriften davon. Zusätzlich stehen hier aber auch noch ein paar junge Massai, die Schmuck und Holzschnitzereien zu verkaufen versuchen. Schon gleich nach der Einfahrt sieht man dann die große Wasserfläche in der Mitte des Kraters. Bäume gibt es nur an den Hängen, die Fläche selbst in ansonsten eine große Graslandschaft. Die meisten Gebiete sind sehr feucht, so stehen an unzähligen Stellen kleinere oder auch größere Wasserflächen. Einige sind groß und tief genug für Flusspferde, andere reichen gerade mal für ein Entenpärchen. Aber zurück zu unserer Fahrt im Krater. Gleich nachdem wir auf die eigentliche Kraterebene fahren, also die 600 Höhenmeter vom Kraterrand runter gekommen sind, stehen wir praktisch mitten in einer Herde Zebras und Gnus. So ist es praktisch unmöglich ein Foto zu machen, auf dem nur ein Tier alleine ist. Schon bald folgt eine flüchtende Hyäne, ach ja Impalas und Thomson-Gazellen gibt es natürlich auch. In einiger Entfernung sieht man ein Rudel Löwen, da man aber kaum mehr als einen braunen „Klumpen“ sieht, lösche ich die Bilder auch sofort wieder. Da habe ich wirklich schon bessere. Wenig später liegt nur 30m von der Straße ein Gepard im Gras. Auch wenn man von ihm praktisch nur den Kopf sieht. Es folgen noch ein paar Löwenaufnahmen. Dazwischen noch mehr Zebras und noch mehr Gnus und einen Elefanten in einiger Entfernung. Kurz vor der Mittagspause dann auch noch ein Nashorn. Aber auch hier ist die Entfernung das Problem, da es mir aber noch auf dieser Reise fehlt, muss das Bild natürlich bleiben. Das Highlight des Vormittags ist aber ein Flusspferd beim Grasen. Im Wasser habe ich ja schon ein paar, aber an Land habe ich in freier Wildbahn eben noch nie eins gesehen. Der pummelige Körper auf den kurzen Stummelbeinen sieht schon etwas „unvorteilhaft“ aus. Als wenn es meine Gedanken hätte lesen können, strebt es auch wieder auf seinen Tümpel zu um darin abzutauchen. Überhaupt ist es ungewöhnlich, dass ein Flusspferd am Tage unterwegs ist. Die Tiere haben eine sehr empfindliche Haut, was man auch an diesem Exemplar gut sehen konnte, es hat deutliche Spuren der Sonneneinstrahlung auf dem Rücken, mit dem es eben auch sonst immer ein bisschen aus dem Wasser ragt. Der Rest der Haut am Körper sieht ein bisschen rosig bis braun aus, wie es eigentlich sein sollte. Aber heute ist der Himmel wieder wolkenverhangen und die Luft sehr feucht, also die Sonneneinstrahlung nicht so stark, da glaubte das Flusspferd scheinbar an eine gute Gelegenheit.

In einer Ecke, wenn man denn davon bei einem mehr oder weniger runden Krater sprechen kann, ist der Lunchplatz. Als wir hier eintreffen stehen dort bereits ca. 30 Jeeps herum. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Ich versuche mich mal an ein paar Aufnahmen der kreisenden Greifvögel über dem Lunchplatz. Diese Burschen haben sich darauf verlegt, sich an dem Mittagessen der Touristen zu vergreifen, auch wenn diese es fest in der Hand zu haben glaubten. Das wäre ja noch nicht so schlimm, nur würde man zuweilen eben auch mehr oder weniger große Verletzungen an den Händen von den Greiffern der Vögel davontragen. Daher bekommt man vorher eingeschärft nur im Auto zu essen.

Der Nachmittag ist nicht mehr so ergiebig, ein paar weitere Elefanten aus der Nähe, ein Nashorn mit Jungem, das aber noch weiter weg ist als das am Vormittag. Meine erste Gruppe von Hyänen, jedenfalls als Gruppe zusammen. Auch wenn sie zu weit auseinander liegen, um auch ein Gruppenfoto machen zu können. Es folgen noch Flamingos und eine Ente mit einer seltsamen Kopfform. Aber mit Vögeln kenne ich mich überhaupt nicht aus, und so habe ich keine Ahnung, was für ein Exemplar es denn nun war. Vincent, mein Guide und Fahrer hat es mir gesagt, aber ich leider wieder vergessen. Den Abschluss bilden dann aber wieder klassische Tiere für eine Fotosafari in Tansania: Büffel.

Gegen 15.00 Uhr verlassen wir den Krater und fahren wieder hinauf zum Kraterrand, wo auch das Simba Camp liegt, in dem ich ja auch schon in der letzten Nacht oberhalb vom Krater geschlafen habe. Von oben kann man wieder genauso wenig wie zuvor glauben, wie viele Tiere sich da im Krater buchstäblich tummeln, auch wenn ich es jetzt eigentlich besser weiß. Im Krater sollen neben allerhand anderem Getier 15000 Gnus, 5000 Zebras, 4000 Büffel, 3000 Gazellen oder auch über 100 Löwen ständig leben. Und genau das ist eben das Besondere am Krater, in der Serengeti ziehen die Grasfresser umher, hier verlassen viele Tiere ihr ganzes Leben dieses relativ kleine Areal nicht. Das liegt vor allem daran, dass eben ganzjährig genug Regen fällt, um das Gras wachsen zu lassen. Landschaftlich finde ich die Serengeti schöner, und auch das Wetter war dort deutlich besser, zumal es hier am Nachmittag wieder regnet. Aber beides hat auf jeden Fall seine Reize und ist einen Besuch wert. Auch wenn ich nach mehreren Tagen Fotosafari und hunderten geschossenen Fotos langsam müde und satt werde, so wartet man doch immer auf DAS eine Foto. Man macht aber eben nicht mehr jedes Foto, auf dem mit viel Phantasie ein Hauch von Tier zu sehen ist.

Als letztes Tier meiner kleinen Reihe kommt natürlich noch der König der Tiere zu seinem Recht. Löwen sind die zweitgrößten Raubkatzen, nur Tiger sind größer. Die Männchen können eine Länge von 250cm bei einer Schulterhöhe von 120cm erreichen. Dabei kommen sie auf ein Gewicht von etwa 230kg. Weibchen sind mit 175cm Länge, einer Schulterhöhe von 100cm und einem Gewicht von „nur“ 150kg deutlich zierlicher. Rein optisch unterscheiden sich die Männchen außerdem durch eine mehr oder weniger großen Mähne um den Hals von ihren weiblichen Artgenossen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Raubkatzen leben Löwen meist in Rudeln und haben für Katzen eine einzigartige Quaste am Schwanzende. Die Rudel werden von einem oder bei größeren auch von mehreren männlichen Löwen angeführt. Je nach Nahrungsangebot ist das Revier eines Rudels zwischen 20 und 400 km² groß. Wobei es dem Männchen obliegt, es gegen andere Rudel bzw. deren Männchen zu verteidigen. Gleiches gilt auch für die Herrschaft über sein eigenes Rudel gegenüber umherziehenden anderen Männchen. Nach jüngsten Untersuchungen kann sich ein Männchen nur etwa zwei bis drei Jahre an der Spitze eines Rudels halten. Danach wird er von einem jüngeren und stärkeren Tier vertrieben. Die Weibchen bleiben meist ihr ganzes Leben in dem Rudel, in das sie hinein geboren werden. Junge Männchen werden vom Rudelführer vor der Geschlechtsreife vertrieben und müssen sich anfangs meist alleine durchschlagen. Oftmals ziehen später mehrere Junggesellen gemeinsam umher. Zwischen diesen Tieren ergibt sich dann zuweilen auch eine so starke Bindung, dass sie später gemeinsam ein Rudel führen. Wenn es zu einer Rudel Übernahme kommt, tötet das neue Männchen meist die sehr jungen Löwen um die Löwinnen wieder rollig zu machen und seine „stärkeren“ Gene vererben zu können. Wobei eine Paarung mit den Weibchen nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Weibchen zu Stande kommt. Löwinnen gebären nach einer Tragzeit von etwa 4 Monaten versteckt vor dem Rudel ein bis vier blinde Junge. In dieser Zeit geht die Löwin oft auch alleine auf die Jagd. Da sie natürlich nicht gleichzeitig bei ihrem Nachwuchs sein kann, ist dieses die gefährlichste Zeit für die Jungen, in der sie auch schon mal 48 Stunden alleine auf sich gestellt sind. Nach etwa acht Wochen führt die Löwin ihre Jungen zum Rudel. Ab dieser Zeit werden die Jungen von allen Löwinnen des Rudels gesäugt und auch erzogen. Nach etwa sechs Monaten werden sie entwöhnt und bleiben dann noch etwa zwei Jahre bei der Mutter.

Gemeinschaftliche Jagden werden bei Löwen nur von den Weibchen durchgeführt. Nach Untersuchungen sind Einzeljagden je nach Beute nur in durchschnittlich 20-25% der Fälle erfolgreich. Arbeiten zwei Löwinnen zusammen steigt dieser Wert auf etwa das doppelte. Damit sind sie natürlich noch immer deutlich von den Quoten von Geparden mit bis zu 70% entfernt. Eine weitere Vergrößerung der Jagdgruppe bringt dann auch keine wesentliche Verbesserung mehr. Gefressen wird die Beute in der Reihenfolge der Hackordnung innerhalb des Rudels, wobei die Jungtiere als letzte dran sind. Folglich haben die Männchen das Recht zu erst fressen zu dürfen, entgegen früheren Annahmen jagen auch die Männchen. Wobei diese meist alleine jagen und auch eher auf kleinere Beute aus sind, da sie wegen des größeren Gewichts meist etwas langsamer sind. Überhaupt sind Löwen mit einer Geschwindigkeit von 50km/h nicht gerade Höchstgeschwindigkeitsjäger und Langstreckenläufer schon gar nicht. Ihr größter Vorteil ist ihre Spurtstärke. Sie müssen also möglichst dicht in einer Deckung an ihre Beute heran kommen. Dann können sie aber durchaus mit gewaltigen Setzen sechs Meter pro Sprung überbrücken. Kleinere Beutetiere werden dann gezielt durch einen Biss in den Nacken getötet. Bei größeren versuchen sie wegen zu kurzer Eckzähne die Luftröhre zuzudrücken. Junge Löwen werden ab etwa drei Monaten in der Kunst der Jagd von ihren Müttern unterrichtet. Aber erst mit etwa zwei Jahren haben sie die Perfektion der Mütter erreicht. Gejagd wird vor allem in der Nacht oder in der kühlen Morgendämmerung. Löwen haben ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis. So dösen sie 16 – 20 Stunden am Tag, eine Fellpflege betreiben sie anders wie die meisten anderen Katzen nur sehr rudimentär bei größeren Verunreinigungen, etwa durch das Blut der Beute. Insgesamt ist das Fell gelblich bis ockerfarben. Lediglich der Bauch ist deutlich heller bis fast weiß. Löwinnen habe eine Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren, Männchen sterben meist deutlich früher mit etwa 10 Jahren, da sie sich nach dem Verlust des Rudeln oftmals nicht mehr ausreichend ernähren können und schlicht verhungern. Ansonsten scheinen Löwen rein optisch ein sehr entspanntes Leben zu führen. Wenn man sie irgendwo liegen sieht, scheinen sie nichts und niemanden fürchten zu müssen. Sie liegen völlig entspannt da. Solange sie sich in einem Rudel befinden, können ihnen selbst Hyänen Rudel kaum etwas anhaben. Auch wenn es zwischen Hyänen und Löwen immer mal wieder zu Streitigkeiten um gemachte Beute gibt. Beide jagen selbst, fressen aber auch Aas, das sie finden bzw. anderen abspenstig machen. Eines ihrer größten Probleme in der Serengeti sind die Phasen, in denen aufgrund des trockenen Grases nur noch wenige Beutetiere in ihrem Revier sind und sie wegen des nicht optimalen Jagderfolges viel Energie darauf verwenden müssen, überhaupt Beute machen zu können.