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21. Tag    Anchorage – 19.06.2015

Der heutige Tag beginnt früh - sehr früh. Ich stehe um 4:15 Uhr auf, gut die Sonne war früher da, auch wenn ich sie hinter den umliegenden Bergen gerade mal erahnen kann. Aber sie ist eben schon längst aufgegangen und alles taghell. Nach der üblichen rudimentären Körperpflege heißt es zum letzten Mal Zelt abbauen, dann noch frühstücken, alles m Trailer verstauen und es kann gegen 6:00 Uhr losgehen. Warum heute alles ein bisschen länger dauert? Man weiß es nicht. Vielleicht hängen wir auch schon ein bisschen den Gedanken nach, dass es die letzte Zeltnacht dieser Reise ist. Wir fahren auf dem Highway ONE zurück in Richtung Anchorage. Auf den ersten 100 Meilen sind ein paar teilweise größere bis zu 22 Meilen lange Baustellen. Dort wird statt mit den bei uns üblichen Baustellenampeln noch ein bisschen „old Fashion“ per Flaggenzeichen die Weiterfahrt bzw. das Anhalten geregelt. Teilweise fährt in den längeren Abschnitten sogar ein Begleitfahrzeug voraus. Dieses pendelt praktisch permanent zwischen den beiden Baustellenenden hin und her. So brauchen wir fast 4 Stunden für die Hälfte der Tagesstrecke. Auch begegnen uns einige große Reisebusse, die neue Gäste von den Kreuzfahrtschiffen in Seward in den Denali Nationalpark schaffen, oder auch wieder zurück. Auf dem ersten Teil der Strecke haben wir auch einen kleinen Tankstopp eingelegt. Gegenüber der Tankstelle befand sich direkt am Highway ein Gehöft mit einem Haus und zwei Nebengebäuden. Anfangs glaubten wir noch, dass der Besitzer dort zwei Elche aus Holz stehen hatte. Als wir schließlich getankt und bezahlt hatten und alle wieder im Auto saßen, fuhren wir wieder auf den Highway auf, und die keine 100 m entfernten „Holzelche“ bewegten sich doch, sie gingen in aller Seelenruhe in Richtung Wald. Ganz offensichtlich machte das morgendliche Treiben auf dem Highway inklusive dem schon laufenden Verkehr die Tiere nicht gerade nervös.

Im zweiten Abschnitt gab es einen heftigen Waldbrand, der seit vergangenem Sonntag, also inzwischen schon fast eine Woche, brannte. Zeitweise wurde wegen der starken Rauchentwicklung der ganze Highway gesperrt. Seit zwei Tagen wird man tagsüber in einer Kolonne mit einem Führungsfahrzeug durch den entsprechenden Abschnitt durchgeführt, nachts ist der Highway weiterhin gesperrt. Insgesamt sind dabei alleine an dieser Stelle ca. 2600 ha Wald verbrannt. Die direkt betroffene Gegend ist zwar relativ dünn besiedelt, so wurden nur etwa 25 Häuser Opfer der Flammen, gleichzeitig wurden aber 1700 Personen evakuiert. Besondere Aufmerksamkeit hat das Gebiet in Alaska, weil dort zahlreiche Schlittenhunde zu Hause sind, die im Winter an dem großen Iditarod-Rennen teilnehmen. Am Rande des betroffenen Gebiets liegt unter anderem die Stadt Willow, die der eigentliche Startpunkt des Rennens ist. So mussten wegen des Waldbrandes auch 500 Schlittenhunde evakuiert werden. Als wir schließlich das Gebiet des Waldbrandes erreichen, glimmen direkt am Highway nur noch kleine einzelne Stellen. Es sind aber noch zahlreiche Einsatzkräfte unterwegs, um auch die letzten Glutnester zu löschen. Offizielle Stellen haben noch am gestrigen Donnerstag berichtet, dass die Flammen noch nicht vollständig unter Kontrolle wären. Dazu muss man aber auch sagen, dass man vom Highway natürlich nur einen sehr kleinen Bereich des Waldbrandgebietes überhaupt einsehen kann. Ursache des Flammeninfernos soll übrigens ein kleines unsachgemäß gesichertes Lagerfeuer gewesen sein. Waldbrand heißt hier in Alaska aber auch nicht unbedingt, dass alles völlig verkohlt ist. Natürlich verbrennen die meisten schnell wachsenden Birken, oder werden so schwer geschädigt, dass sie daran eingehen. Gleichzeitig schlagen viele der schwarzen Nadelbäume aber auch wieder aus. Es dauert dann schon mal bis sich im nächsten Jahr wieder zartes Grün an den Ästen bildet, aber nicht eben wenige der Bäume überleben das Feuer. Trotzdem wird der übrige Bewuchs und auch viele Tiere, insbesondere die kleineren natürlich Opfer der Flammen. Auch wenn Buschbrände in Alaska ein Stückweit auch natürliche Ursachen haben können, so ist ein Feuer solchen Ausmaßes wegen eines nicht ordentlich bewachten bzw. gelöschten Lagerfeuers ist natürlich völlig unnötig.

Wir kommen auf den restlichen Meilen gut voran, und auch der Verkehr in den Vororten von Anchorage ist noch gut erträglich. Bei der Anfahrt zum Hotel machen wir noch eine kleine Orientierungsrunde durch die Downtown der größten Stadt des Bundesstaates Alaska. Immerhin leben im Großraum von Anchorage 280000 Menschen, mithin etwa 40% der Bevölkerung des ganzen Bundesstaates. Trotzdem ist der innere Bereich der Stadt auf ein paar wenige Straßenzüge begrenzt. Dort werden wir auch das offizielle Abschiedsessen machen, in einer Restaurantkette, die von den USA ausgehend in praktisch der ganzen Welt bekannt ist. Nein nicht die Kette mit dem großen goldenen „M“ auf rotem Grund, sondern dem Hardrock Café in Anchorage. Bevor es soweit ist, haben wir noch ein paar Stunden Zeit. So fahren einige von uns nach einer schnellen Dusche wieder direkt in die Stadt. Da einige von uns noch eine Verlängerung gebucht haben, auch ich dazu, haben wir heute noch genug Zeit für eine ausgedehnte Körperpflege, und auch um auch mal wieder Ordnung in der Tasche zu schaffen, oder auch einfach nur noch 1 Stunde auf dem Bett zu dösen. Wir werden in ein paar Tagen wieder zurück in Anchorage sein, und haben dann noch den Tag bis zu unserem Abflug Zeit, uns ein bisschen in der Stadt um zu sehen. Und um ehrlich zu sein, hatten wir subjektiv bei der Fahrt durch die Stadt nicht den Eindruck, dass wir sehr viel verpassen würden, wenn wir es den heutigen Tag ein bisschen ruhiger angehen lassen würden.