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15. Reisetag    03.08.2012 – Trento

Heute heißt es dann Abschied nehmen von den Hütten auf der Alpenüberquerung. Wir starten etwa um 07.15 Uhr. Dabei geht es heute praktisch nur noch bergab – nicht im übertragenden Sinne sondern vom Höhenprofil. Vorbei an der Schwesterhütte der Tosahütte geht es anfangs zwischen dem Geröll und Felsen hindurch. In einiger Entfernung sehen wir einen einzelnen Steinbock, der sich aber auch nicht sonderlich um uns kümmert. Die Tosahütte bzw. das Refugio Pedrotti liegt auf 2490m. Schnell verlieren wir am Morgen die ersten paar hundert Meter Höhe, bis wir auf ein etwas ebeneren Fläche, die schon mit Gras bewachsen ist, kommen, von dort geht es an einer Hütte vorbei, die wohl einem Senner gehört, bevor wir auf das steilste Stück auf unserer heutigen Tagesetappe kommen. Dort geht es wieder zügig bergab, dabei kommt man über ein paar Aussetzungen und auch Abschnitten mit etwas schlüpfrigen kleineren Steinen. An dessen Ende gelangt man auch wieder unterhalb der Baumgrenze. Der Weg wird wieder seichter und schon bald stehen wir vor dem Refugio Selvata, das auf 1630m liegt. Womit wir bereits mehr als die Hälfte der Höhe abgestiegen sind, die wir heute zu Fuß zurück legen wollen, also auch ein guter Zeitpunkt eine kurze Rast einzulegen. Ab hier geht es nur noch mehr oder weniger sanft bergab, der Weg wird immer leichter, vorbei an zwei weiteren Hütten, in denen man sich weiter stärken könnte, gehen wir am Berg entlang in Richtung Pradel. Wobei die zweite Hälfte des Weges schon auf einen Waldweg entlang führt. Was recht angenehm ist, denn auch heute scheint die Sonne wieder für uns, was es schon recht warm macht. Als wir gestartet sind, hatten wir 11°C, wohl gemerkt auf knapp 2500m, und je weiter wir runter kommen, desto wärmer wird es natürlich, und dazu steigt die Temperatur auch wegen der herannahenden Mittagszeit. So ist es wie jeden Tag, man startet mit Jacke und langer Hose, und je nach Höhe und Sonnenscheinintensität zieht man früher oder später die Jacke aus und eventuell zippt man auch noch die Hosenbeine ab. Beides bedeutet natürlich auch, dass man dort auf die frei gelegte Haut wieder Sonnenschutz auftragen muss – ich jedenfalls. Hier im Wald ist es natürlich etwas kühler und es ist einfach nur angenehm hier auf dem weichen Boden unterwegs zu sein. Kurz vor 12 Uhr erreichen wir dann den Lift der Pradel mit Molveno verbindet. Wobei der Lift ein bisschen besonders ist, es ist kein „üblicher“ Sessellift, sondern besteht aus einer kleinen Plattformen mit einer kleiner Gitterbrüstung. In diesen kleinen halbhohen Käfig springt man mit Stöckern und Rucksack hinein, hinter einem wird dann von einem Bediensteten des Liftbetreibers eine kleine Tür geschlossen und man fährt stehend hinunter ins Tal. Immerhin liegt Pradel auf rund 1320m und Molveno auf rund 880m. Zu Fuß noch ein gutes Stück, aber so schweben wir mit einem schönen Blick auf dem Molveno See auf das Ende der Alpenüberquerung hinunter. Der See ist übrigens das Ergebnis eines riesigen Erdrutsches, der hier den Ablauf verschiedener Wasserläufe versperrt hat. Von oben hat der See eine schöne blau-grüne Farbe, fast schon wie in den Rocky Mountains, die Ursache sind hier wie da die Sedimente die mit dem Wasser von den umliegenden Bergen abgetragen werden.

Unter angekommen gehen wir gleich mal in ein Restaurant und gönnen uns ein warmes Mittagessen, es ist ja schließlich auch Mittagzeit, bis das bzw. die Taxis kommen, die uns nach Trento bringen sollen. Wahrscheinlich „muffeln“ wir ein bisschen, die meisten (Männer) von uns haben einen Siebentagebart und sehen wohl auch sonst etwas ungepflegt aus, dazu die schweren Wanderschuhe, aber man ist wohl aufgrund des gegenüberliegenden Lift durchaus an einen solchen Anblick gewöhnt. Nach der kleinen Stärkung und der Fahrt nach Trento beziehen wir unsere Zimmer und genießen eine schöne ausgiebige warme Dusche. Auf den Hütten kann man meist auch warm duschen, wobei das warme Wasser extra bezahlt werden muss und nur für wenige Minuten zur Verfügung steht, unabhängig davon ob man es gerade nutzt oder sich einseift und das Wasser abgestellt hat. Auf einigen Hütten wird das Wasser durch Sonneneinstrahlung erwärmt, und scheint die Sonne nicht so richtig, ist eben das vermeintlich warme Wasser auch nur lauwarm – wenn überhaupt. Wie mir berichtet wurde, war das auch auf der Tosahütte gestern Abend so. Die Hütte hat mir aber sonst sehr gut gefallen, und für den fehlenden Sonnenschein können die Betreiber natürlich nichts. In Trento gibt es natürlich reichlich richtig warmes Wasser, aber auch vor der Tür ist es ziemlich warm hier, am frühen Nachmittag zeigt das Thermometer 32°C an, für uns inzwischen eher ungewöhnlich, aber ich empfinde es zur Zeit als angenehm, schließlich schlendern wir ja auch nur noch ein bisschen durch die Stadt – ohne Gepäck. Das Zentrum der Stadt ist auch nicht weit vom Hotel entfernt, vorbei an einem kleinen Park stehen wir auch schon nach 20 Minuten vor dem Dom der Stadt. Ein mächtiges Gebäude, das mit dem angrenzenden Palazzo Pretorio den Platz dominiert, der wohl als Kern von Trento, oder Trient wie es im deutschen heißt, bezeichnet werden kann. Die beiden Uhren der Gebäude sind übrigens ein bisschen zeitversetzt, das aber auch nur mal so am Rande. Auf dem Platz befindet sich zentral noch der Neptunbrunnen. Der Platz ist zurzeit fast menschenleer. Vielleicht auch deshalb gefällt es mir hier nicht so wirklich gut, schöner finde ich einige umliegende historische Häuser. Um den Platz herum liegen ein paar Restaurant und Cafes, aber auch sie können dem großen Platz nicht wirklich Leben einhauchen. Im Vergleich zu Meran fällt Trento für mich etwas ab, auch wenn andere aus meiner Gruppe die Stadt sehr schön finden. Die etwas verwinkelteren Altstadt mit der großen Fußgängerzone ist sicherlich nett, aber eben nicht so unbedingt mein Geschmack. Aber um die Reise entspannt ausklingen zu lassen, ist Trento natürlich schon ein schöner Rahmen.