• Kamele auf der Trockenweide
    Jordanien

    Kamele auf der Trockenweide

  • Lichtspiele in den Blue Mountains
    Australien

    Lichtspiele in den Blue Mountains

  • Eisvogel
    Uganda

    Eisvogel 

  • Valle de la Luna, das Mondtal
    Chile

    Valle de la Luna, das Mondtal

  • Lichtspiele in der Wüste am Morgen
    Jordanien

    Lichtspiele am Morgen in der Wüste

07. Tag          El Medano – 04.05.2018

Die letzte Etappe unserer Inselüberquerung startet genau dort, wo sie gestern geendet hat, direkt am Hotel in Vilaflor. Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum hiesigen Marktplatz, auf der sich eine Statue des bekanntesten Sohnes der Gemeinde befindet: Hermano Pedro. Mit bürgerlichem Name hieß er Peter von Betacourt. Bis 1649 lebte er als Ziegenhirte auf Teneriffa, anfangs an seinem Geburtsort Vilaflor, später auch unten am Meer in der Nähe von El Medano. Dann ging er nach Guatemala, wo er 1653 eine Priesterausbildung begann, brach diese aber ab, und trat schließlich dem Franziskanerorden bei. Dort arbeitete er als Missionar in Krankenhäusern, Gefängnissen aber auch bei Sklaven und Arbeitslosen. Später gründete er mit Spendengeldern ein Krankenhaus, eine Schule für Arme und auch ein Heim für Obdachlose. Darüber hinaus baute er noch eine Kapelle und eine Herberge für Priester. Diese Verdienste brachten ihm schließlich als ersten Kanaren überhaupt im Jahre 2002 die Heiligsprechung durch Papst Johannes Paul II ein.

Auch am Marktplatz sind ein paar rote Natternköpfe, oder genauer die Wildprets Natternköpfe, gemeint sind entsprechend nicht die Schlangen sondern die Blumen, die hier auf den Kanaren endemisch sind. Zumeist sind sie weiß, es gibt aber auch welche in violett und eben rote. Anschließend beginnen wir mit dem Abstieg in Richtung Küste. Hier in Vilaflor befinden wir uns immerhin noch auf rund 1400 m. Morgens konnten wir vom Hotel noch die Küste sehen, gleichzeitig aber auch die schon heranziehenden Wolken, auch wenn sie lange nicht so dicht wie am Vortag sind. Vilaflor ist bereits vor ca. 500 Jahren gegründet worden, da das Gebiet hier relativ flach abfällt, was man dann zur Anlage von Terrassenfeldern nutzte. Nachdem diese Felder zeitweise vernachlässigt worden sind, sind viele in den letzten Jahren wieder angelegt bzw. instandgesetzt worden und werden bewirtschaftet. Von Seiten der öffentlichen Hand werden die hiesigen landwirtschaftlichen Produkte subventioniert. Nicht zuletzt deshalb, um die Landschaft als Kulturlandschaft zu pflegen, aber auch um den Menschen hier ein wenn auch bescheidenes Auskommen zu ermöglichen, und einen Wegzug zu verhindern. Als wir in Villaflor gestartet sind, ging es anfangs auch noch durch Kiefernwald aber bereits nach etwa einer Stunde, sind es nur noch die Terrassenfelder. Viele von ihnen werden nur als Nebenerwerb bewirtschaftet. Häufig sind dabei freistehende Häuser mit ein bisschen Land umgeben. Die Wege sind zumeist von Wasserleitungen gesäumt, die teilweise beim Straßenbau auch schlicht übergeteert worden sind.

Gegen 13:00 Uhr haben wir die Hälfte der Wegstrecke geschafft und kehren in einem Tapas-Restaurant für unsere Mittagspause ein. Wie schon den ganzen Tag haben wir auch von hier unser Ziel fest im Auge. Auch wenn es sich noch ein bisschen zieht bis wir auf einer Gesamtstrecke von ca. 20 km verteilt die 1400 Höhenmeter abgestiegen sind. Unterbrochen lediglich durch kleinere „Bodenwellen“ geht es kontinuierlich abwärts, je weiter wir kommen desto karger wird der Bewuchs. Schließlich befinden wir uns im unteren Bereich bereits in einem wüstenähnlichen Klima zu deren äußeren Erscheinungsbild auch ein paar Kakteen gehören.

Gegen 16:00 Uhr erreichen wir schließlich mit einer früher von Hermano Petro genutzten Höhle einen Wallfahrtsort, in der er mit seiner Ziegenherde umherziehend Schutz gesucht hatte. Zu dieser Höhle findet auch jährlich ein Gedenkmarsch von Vilaflor statt, dessen Weg auch wir heute gefolgt sind. Entsprechend ist die Höhle heute natürlich mit einer unendlichen Anzahl von christlichen Signieren und auch Dankesbekundungen von Gläubigen für die Unterstützung von Hermano Petro geradezu überfüllt. Der Ort liegt übrigens in unmittelbarer Nähe und Verlängerung der Start und Landebahn des Flughafens Teneriffa Süd. Von hier ist es bis zum Ziel unserer Inselüberquerung auch nicht mehr weit. Man sieht schon von weitem zahlreiche Kitesurfer mit ihren Lenkdrachen am Strand und natürlich auch im und über dem Atlantik. Das Gebiet ist wegen der häufig guten Winde in Kombination mit einer relativ erträglichen Wassertemperatur von an die 20° offensichtlich sehr beliebt in der Szene. Mit dem Erreichen des Strandes endet auch unsere Inselüberquerung von Teneriffa. Mit einem kleinen Umtrunk begehen wir die gelungene Wanderung. Es folgt noch ein kleiner Transfer in ein Strandhotel in El Medano. Wir alle bekommen dort ein Zimmer mit Meerblick, so können wir in den sehr großzügigen Zimmern mit Balkon – und dampfenden Socken - zufrieden dem Meeresrauschen lauschen.