• Sonnenaufgang in der Kalahari
    Namibia

    Sonnenaufgang in der Kalahari

  • Oryx Antilope
    Südliches Afrika

    Oryx Antilope

  • Sonnenaufgang am Flughafen von Johannesburg
    Südafrika

    Sonnenaufgang am Flughafen von Johannesburg

  • Ein Baum in der Kalahari
    Namibia

    Ein Baum in der Kalahari

  • Kamele auf der Trockenweide
    Jordanien

    Kamele auf der Trockenweide

14. Reisetag    02.08.2012 – Tosahütte

Auch heute wird es nur ein kurzer Tag. So ist der Plan erst um 8.00 Uhr los zu gehen, nicht zuletzt auch um den Kletteren aus dem Weg zu gehen, die dann eigentlich schon unterwegs sein sollten. Ich selbst bin aber schon um 6 Uhr draußen, um ein paar Bilder vom Sonnenaufgang zu machen, bzw. von den von der Sonne angeschienen Felsen der Ortler Gruppe.

Wie schon am Vorabend läuft die Frühstücksausgabe straff organisiert ab. Die Frage lautet aber nur Kaffee, Tee oder ein Kakao. Der Rest ist immer gleich, ein Brötchen, was ein ziemliches Highlight gewesen wäre, nur war das gestern auch schon nicht mehr frisch. Dazu einzeln verpackt 20gr. Konfitüre, 2x 10gr. Butter, drei Butterkekse und zwei Zwieback und als Leckerbissen ein kleines Stückchen Schmelzkäse. Wenn ich zynisch wäre, was ich natürlich überhaupt nicht bin ;-), würde ich sagen, gestern bereits „mit Liebe“ gemacht und schon mal auf den Teller geworfen – incl. dem Brötchen. In allen Hütten bisher konnte man morgens so viel essen, wie man wollte/konnte, hier nicht, dazu noch eine übersichtliche Portion, nur die Tasse für Kaffee, Tee oder Kakao war eher eine Schüssel.

Wie dem auch sei, um 7.45 Uhr gehen wir los, also eigentlich ein bisschen vor unserem Zeitplan, aber wir sind alles andere als alleine unterwegs. Es gehen mehrere kleinere und größere Grüppchen vor und auch hinter uns. Sobald man etwas ausziehen möchte, weil es eben nach einigen Minuten selbst in der dünnen Jacken zu warm wird, oder man die Hosenbeine abzippen möchte, muss man die Sonnencreme fast schon im Gehen auftragen, um nicht von der eigenen Gruppe getrennt zu werden. Wir haben heute ansonsten aber ein gemächliches Tempo, man merkt schon fast, dass der Weg ein bisschen kurz ist, als das man sich bis zum Mittag damit aufhalten könnte. Es geht anfangs zwischen großen Felsblöcken hindurch, eine kleine Passage geht es auch über ein paar Felsen, die etwa eine Neigung von 45° haben. Da zeigt es sich, wie wichtig es ist, vom Bergführer auch immer mal unterwegs ein paar Tipps zum richtigen Laufen bekommen zu haben. Auch wenn man das meiste ohnehin weiß, so hat man doch noch mal den kleinen „Schuppser“ bekommen, es eben auch zu beherzigen. Weiter geht es an einer Felskante entlang, wobei der Weg immer auch deutlich über einen Meter breit ist, also auch für nicht völlig Schwindelfreie gut zu machen, kurz vor der Brenta Hütte geht es sogar noch durch einen kleinen Tunnel, und dann liegt die Brenta Hütte auch schon vor uns.

Insgesamt haben wir rund zwei Stunden bis zur Brenta Hütte gebraucht, wo wir uns auf der Sonnenterrasse eine ausgiebige Rast gönnen. Dazu suchen wir die umliegenden Felsen nach Kletteren ab, die da irgendwo an den steil aufragenden Wänden unterwegs sind. Rund um die Hütte sind wie auch an der Tuckett Hütte unzählige Klettersteige angelegt. Aber auch ohne die Kletterer ist die Kulisse sehr beeindruckend.

Wir selbst gehen weiter über sie Sentiero Bogani. Der Weg führt zuerst sanft bergan. Es geht dabei auf der linken Seite an dem Bergeinschnitt entlang. Der Pfad führt über kleine Steine und sehr selten auch mal über ein paar abgebrochene Felsen. Auf der gegenüberliegenden Seite können wir in einen der sehr schwierigen Klettersteige hinein sehen. Auf halben Weg ist dort ein kleiner Gletscher, der geschätzt 70° Neigung hat, darüber und darunter befinden sich mehr oder weniger gerade Felswände. Auch sonst sind hier ein paar Felstürme mit bis zu 900m hohen Felswänden, die es zu bewältigen gilt – zum Glück aber nicht von uns. Uns stellt sich nur ein großer Abbruch in den Weg, bevor wie auf das erste Schneefeld kommen. Dieses ist fast völlig eben, also eigentlich kein größeres Problem. Daran schließt sich eine Passage an, die den Einsatz der Stöcker unmöglich macht. Dafür hält der Abschnitt aber an einigen Stellen ein Stahlseil bereit. Der Abschnitt hält auch größere Aussetzungen und ein paar etwas schwierigere Stellen bereit. Mir selbst macht dieses Stück besonderen Spaß, auch wenn es schon etwas anstrengender ist. Aber auch nicht alle Mitreisenden können diesem Abschnitt etwas wirklich Positives abgewinnen. Danach geht es noch über ein weiteres Schneefeld, das nicht nur deutlich länger als das vorherige ist, sondern auch deutlich steiler. Deshalb werden wir davor noch mal darauf hingewiesen, immer in den Fußspuren des Vordermanns /der Vorderfrau zu gehen, und auch etwas mehr Abstand zu halten, damit, falls jemand stürzt und ein Stück rutscht, diese(r) nicht die ganze Gruppe abräumt.

Nach dem Schneefeld haben wir den Pass dann auch erreicht und damit auch die höchste Stelle des Tages. Von hier ist es auch nur noch ein kurzes Stück bis zur Tosahütte. So haben wir gegen 14 Uhr bereits unsere Betten bezogen. Die Hütte ist mir auch wieder deutlich sympathischer als die vorherige. Am Nachmittag genießen wir noch die Sonne, die es auch heute an unserem vorletzten Tag in den Bergen wieder gut mit uns meint. Durch den Pass zieht der Wind recht frisch zu uns hinüber, aber ansonsten wäre es T-Shirt Wetter beim Nichtstun und Genießen, und das auf fast 2500m. Das Leben könnte schlechter sein. Dazu noch wieder einen Apfelstrudel mit „fett“ Sahne. Und noch ein Weißbier zum hinterher spülen. Da sind die weggelaufenen Kalorien auch schnell wieder ersetzt. Aber das ist ja nicht so mein Problem. In der Sonne habe ich noch schön Zeit die vergangenen fast zwei Wochen noch mal Revue passieren zu lassen. Und auch sich auf die warme Dusche zu freuen, die uns morgen erwartet. Dann aber auch wieder im „Gedränge“ einer Stadt.

Unmittelbar nach dem Abendessen bietet die Natur uns noch ein schönes Schauspiel. Über den Pass aus Richtung der Brenta Hütte ziehen immer wieder Wolken mit unglaublicher Geschwindigkeit zu uns hinüber um dann über uns hinweg ins Tal zu verschwinden. Was wegen der enthaltenen Feuchtigkeit die gefühlte Temperatur bei der Beobachtung des Schauspiels immer wieder schnell schwanken lässt. Aber wirklich warm ist es ohnehin nicht mehr, nach dem die Sonne vor etwa einer Stunde untergegangen ist.