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28.10.2009      11. Reisetag - Salalah

Am heutigen Tag ist ein bisschen Sightseeing in Salalah und Umgebung angesagt. Immerhin ist Salalah mit etwa 100000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Oman. Und durch den größten Hafen des Landes auch wirtschaftlich wichtig, davon bemerkt man in der Stadt aber nicht viel. Die Häuser hier sind sehr niedrig, kaum mal hat eines drei Geschosse, obendrein sind einige hier schon ein bisschen baufällig. Als erstes fahren wir am heutigen Tag das Weihrauch Museum an. Das Museum ist in mehrere Teilbereiche unterteilt. Der erste Teil hat die Seefahrt als Thema. Es geht dabei um die Dauh und die verschiedenen Bauformen, eben je nach Einsatzzweck. Aber auch die Navigation damals und auch heute wird gezeigt. Im Außenbereich ist auch eine kleine Hafenbucht nachgebaut, wie sie früher hier typischerweise für die Segler genutzt worden ist. Ein anderer Bereich des Museums beschäftigt sich mit der Geschichte des Landes, so sind etwa 4000 Jahre alte Zeugnisse der Besiedlung zu sehen, aber auch die jüngere Geschichte nach der Machergreifung 1970 des heutigen Sultans wird ausgiebig und in „schillernden“ Farben dargestellt. Seine Verdienste um das Land sind sicherlich außergewöhnlich, aber ein bisschen die Rosa-Brille hat das Museum schon auf.

Daran anschließend gehen wir auf den hiesigen Souq, der trotz der überschaubaren Größe ein bisschen unübersichtlich ist. Es fällt aber auf, dass hier sehr viel mehr Frauen die Geschäfte betreiben. Auch der Anteil sehr stark verschleierten Frauen ist hier deutlich höher. Dabei sind die Kopftücher eigentlich immer schwarz, aber die restliche Kleidung ist hier im Dhofar, wie das Gebiet hier genannt wird, im Gegensatz zu den bisher gesehen Landesteilen deutlich bunter. Deutlich größer ist hier auch das Angebot an Weihrauch in verschiedenen Qualitäten, aber auch Düfte und Gewürze werden hier zahlreich angeboten. Allerlei Früchte wie Papaya, Bananen, Süßkartoffeln und Kokosnüsse bis hin zum Zuckerrohr werden eher an Ständen an den größeren Straßen angeboten. In der ganzen Stadt sind dafür kleine Plantagen angelegt, was Salalah sehr grün erscheinen lässt, aber eben auch etwas kleinstädtischer. Hier sind auch kaum noch Dattelpalmen sondern vielmehr Kokospalmen zu finden. Wobei ich hier zum ersten Mal die ganzen Kokosnüsse gesehen habe. Bei uns im Supermarkt findet man eigentlich nur den Kern, mit seiner bräunlichen Farbe. Der ganze Aufbau sieht aber eigentlich wie folgt aus: Außen ist eine wachsartige Hülle – je nach Sorte und Reifegrat meist grün bis gelblich/braun, darunter befindet sich eine faserige Mittelschicht (Kokosfaser). Dann kommt ein steinharter brauner Kern. Das ist dann der Teil, der auch noch bei uns im Supermarkt ankommt, der äußere Rest wird wegen der Transportkosten schon im Produktionsland entfernt. An diese harte Schicht schließt sich dann das weiße Fruchtfleisch an. Innen sind Kokosnüsse dann je nach Reifegrat bis zu etwa 95% mit weißer Kokosmilch gefüllt. Wobei die Kokosmilch, die es bei uns zu kaufen gibt, aus püriertem und mit Wasser angereichertem Fruchtfleisch besteht. Jedem sind sicherlich schon mal die drei „Augen“ in der steinartigen Schale aufgefallen. Darunter befinden sich die eigentlichen Keimlinge, von denen aber immer nur einer auch wächst. Die gesamten Kokosnüsse sind zwischen 1 und 2,5kg schwer und haben etwa die Größe eines Kopfes. Die Früchte sind auch nicht wirklich rund, sondern haben eher ein bisschen eine Ei-Form. Genau genommen sind Kokosnüsse eigentlich nicht einmal Nüsse sondern eigentlich Steinfrüchte. In Amerika entsteht zurzeit ein Trend zum Kokoswasser als Getränk. Dabei handelt es sich um eine fast klare Flüssigkeit aus dem inneren einer unreifen Kokosnuss. Anfangs befindet sich etwa 1ltr dieser Flüssigkeit, reich an Mineralien aber noch sehr arm an Kalorien, in einer Kokosnuss. Geschmacklich ist das Kokoswasser ein bisschen fad. Mit zunehmender Reife verschwindet das Kokoswasser. Das an die Stelle tretende Fruchtfleisch ist dann reichlich mit Fett angereichert – etwa 36%. Dazu mal ein Vergleich: eine Tafel Schokolade hat etwa 550 Kalorien, 100gr Fruchtfleisch der Kokosnuss bringt es auf etwa 360 Kalorien. Datteln haben auch rund 280 Kalorien je 100gr, nur handelt es sich dabei um 65gr Kohlenhydrate und nur etwa 0,5gr Fett. Da die Datteln eben auch noch reichlich mit Magnesium, Calium, Kalcium und allen Arten von Vitaminen versorgen, sind sie als Nahrungsmittel deutlich gesünder als Kokosnüsse.

So nun aber genug von Kokosnüssen. Hier in Salalah ist eines der beiden großen Anbaugebiete für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Das andere ist Batinah, oder genauer gesagt der Küstenstreifen dort. Das Gebiet zieht sich von der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten bis nach Muscat hinunter. Dort ist die Erde zwar relativ fruchtbar, nur ist dort nur durch künstliche Bewässerung auch Landwirtschaft überhaupt möglich. Wenn man Salalah in Richtung Taqua verlässt, kommt man nicht nur am alten Palast des vorigen Sultans, den zuletzt bis zu ihrem Tode dessen Frau bewohnt hat, vorbei. Auf der anderen Straßenseite sieht man riesige Plantagen des Sultans, auch hier wird ausgiebig künstlich bewässert. Da das Land hier flach ist und die Plantagen sehr ausgedehnt, benutzt man hier aber keine falaj-Systeme sondern riesige Beregnungsanlagen. Ob es nun bei dieser Sonneneinstrahlung sonderlich geschickt ist, am Tage zu beregnen, lasse ich mal dahin gestellt. Aber diese Vorgehensweise haben wir auch schon an den grünen Straßenrändern der großen Ausfallstraße und Innenflächen der zahlreiche Kreisverkehre in Muscat beobachtet. Und noch etwa fällt an den Straßen auf, an zahlreichen Überlandstraße gibt es Straßenbeleuchtungen, wenn sie auch hier außerhalb von Salalah aber in der Nähe des Palastes deutlich mondänder aussehen. Neben seinen Plantagen ist hier bei Salalah auch das Gestüt des Sultans untergebracht. Araberpferde waren einst ein kostbares Exportgut des Omans. Heute versucht man hier eher das reinrassige Araberpferd zu bewahren. Genauso zählen zu den rund 400 Pferden aber auch ganz andere Rassen, so sind hier auch zwei Friesen zu Hause.

Das Ziel dieser Fahrt soll aber eigentlich die Stadt Al-Balid sein, wobei es eine längst verlorene Stadt ist. Hier war früher ein wichtiger Ort für den Weihrauchhandel. Er lag an einer kleinen Bucht mit zwei Wasserarmen, wenngleich heute eine Sandbank die Öffnung zum Meer verwehrt. Aber heute besteht der Ort ja auch nur noch aus Ruinen. Die Stadtmauer ist noch recht gut erhalten, von den Gebäuden sind kaum mehr als die Grundrisse erkennbar, aber sie waren auf jeden Fall sehr klein. Auch die Wege zwischen den Gebäuden reichten gerade mal für Fußgänger. Heute sind hier neben den Ruinen in einiger Entfernung nur noch Kamele, ein paar Flamingos und Rinder zu erkennen. Wobei letztere vor allem an dem kleinen etwas grüneren Streifen am Wasser zu finden sind.

Ein anderes Zeugnis der Vergangenheit sind die Fußspuren vom Kamel des Propheten Saleh. Der Prophet Saleh predigte einst für einen Gott, Götzenanbeter forderten ihn auf, einen Beweis für „seinen“ einen Gott zu bringen, weil sie fürchteten, er könnte das Volk gegen sie aufbringen. Der Beweis sollte ein Kamel sein, das aus den Felsen erwächst. Das Kamel erschien, aber Saleh warnte die Bewohner davor, dem Kamel etwas anzutun, obwohl es bereits am ersten Tag ihren Brunnen leer trank. Sie hörten nicht auf ihn, drei Tage später starben alle Götzenanbeter der Stadt. Soweit zur Geschichte, die Abdrücke des Kamels auf den Felsen sind heute mit einem Gebäude überbaut worden, sie könnten sicherlich mit etwas Phantasie von einem Kamel stammen. Aber wer weiß, wie gerne Kamele auf felsigem Untergrund unterwegs sind, der mag vielleicht auch zu einem ganz anderen Schluss kommen. Wie dem auch sei, wir machten noch einen kleinen Stop am Al-Hisn Palast in Salalah. Es ist ein mächtiges Bauwerk mit einer wehrhaften Ausstrahlung. Aber wirklich aufgefallen ist mir ein Turm mit einer Uhr. Für Europa oder westliche Hemisphäre sicherlich nicht ungewöhnlich, aber im Oman die einzige „öffentliche“ Uhr, die ich gesehen habe.

Für den restlichen Tag stand nur noch Muße auf dem Tagesprogramm. So bin ich am späteren Nachmittag noch ein bisschen direkt am Hotel beginnenden Strand entlang gegangen. Blöd war nur, dass ich, da ich nur ein bisschen durch die Ausläufer der Brandung laufen wollte, keine Kamera dabei hatte. Denn es gab einen grandiosen feuerroten Sonnenuntergang – Künstlerpech.