• Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet
    Norwegen

    Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet

  • Schutzhuette am Hvitarvatn
    Island

    Schutzhuette am Hvitarvatn

  • Wolken ziehen über den Kilimanjaro
    Tansania

    Wolken ziehen über den Kilimanjaro

  • Büffel
    Tansania

    Büffel

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    Streifenkehl-Schattenkolibri nascht vom Nektar einer Blüte

10. Reisetag - Canberra

Am Morgen verlassen wir unser Hotel um zum Informationspunkt am Lake Burley Griffin zu fahren, jener See der praktisch die Mitte der Stadt darstellt. Benannt ist er nach dem Planer der künstlichen Stadt. Dort gibt es etwas zur Geschichte und Entstehung der Hauptstadt zu sehen. Gleich gegenüber auf der anderen Seite des Sees befinden sich die Nationalbibliothek in der von jedem in Australien erschienen Buch zwei Exemplare sind, das Bundesfinanzministerium und auch das Verteidigungsministerium. Auch die Spitze des neuen Parlaments ist von hier zu sehen. Von hier kann man auch einen der größten Wasserfontänen der Welt bewundern, jedenfalls wenn sie aus Kostengründen nicht gerade wieder abgeschaltet ist. Sie schießt das Wasser etwa 130m in die Höhe und hat damit ständig fast 6,5 Tonnen der kostbaren Flüssigkeit in der Luft. Aus Sicherheitsgründen muß die Fontäne auch bei starkem Wind ausgeschaltet werden, da sonst das Wasser auf die Commonwelth Avenue Bridge spritzen würde. Letztere ist eine von nur zwei Brücken über den See. Unser Weg führt uns anschließend ins Art Museum of Austrailia. Dort gewinnen wir Eindrücke alter und auch neuer Aboriginie Kunst. Die früheren Werke sind von der typischen Punkttechnik geprägt oder von den Dingen als Motive, die das Leben der Ureinwohner geprägt haben. Diese wurden dann häufig als Striche gezeichnet und auch häufig in der Skeletttechnik. Oft werden auch für die Menschen wichtige Eigenschaften überdeutlich heraus gearbeitet. Die Moderne Kunst nähert sich schon sehr weit an die Malerei der Weißen an. Oft werden auch gesellschaftspolitisch brisante Themen in der Kunstwerken behandelt. Sie beschäftigen sich nicht selten mit der heutigen Situation der Aboriginies am Rande der heutigen „modernen" Gesellschaft. Im Bereich für die weiße Malerei wird der Wandel der Darstellung dokumentiert. Anfangs hatten die Maler große Schwierigkeiten mit dem hellen Tageslicht, welches eben viel greller war als es die Künstler von zu Hause gewöhnt waren. Auch die Motive hatten anfangs eine glorifizierte Sichtweise. Die Arbeiten wurden nicht selten von gehoben Persönlichkeiten der Gesellschaft in Auftrag gegeben. Dort ließen sie sich dann so abbilden wie sie sich selbst sahen. Sie zeigten ihren neuen Reichtum und was sie sich hier alles leisten konnten. Auch die Natur wurde dabei oft falsch dargestellt, denn die Pflanzen wie sie hier natürlich vorkamen mochte man nicht. Die Bäume haben hier keine richtigen Blätter oder haben eine an das hiesige Klima angepaßte andere Wuchsform, das wurde auf den Bildern kurzerhand ein wenig „schöner" gemalt. Die Leute in der alten Heimat England sollten sehen wie schön es hier war, nicht zuletzt die Vertreter der Krone in Australien hatten daran ein Interesse, schließlich wollten sie hier Menschen herlocken. Zumal im heutigen Grossbritanien und besonders in Irland eine Hungersnot die nächste jagte. Hier, so wollte mal suggerieren, gäbe es genug für alle und jeder auch von einfacher Herkunft würde hier sein Glück machen und konnte sogar Grund und Boden erhalten. Um 1880 begann man dann in sehr hellen Farben zu malen und die Natur so abzubilden wie sie wirklich war.

Anschließend haben wir der schönen aber an ein sehr junges Publikum gerichtete Fussgängerzone der Stadt besucht um uns zur Mittagszeit zu stärken. Elegante Gastronomie sucht man hier vergebens, hier sind Imbißbuden, der Italiener an der Ecke und ähnliches vorherrschend. Am Nachmittag haben wir dann noch das alte Parlament besucht. Davor haben die Hardliner unter den Aboriginies ihre „Botschaft" eingerichtet. Dabei handelt es sich um einige Zelte und ein paar Feuer um die sich einige von ihnen versammelt haben. Sie protestieren dort gegen die Behandlung ihres Volkes während der Besiedlung durch die Weißen und fordern Wiedergutmachung dafür. Sie vertreten die Meinung, das sich die Siedler das Land unrechtmäßig angeeignet haben. Die weiße Meinung dazu ist, das man ein ungenutztes Land in Besitz genommen hat. Denn ein Land auf dem nichts angebaut wird oder „ordentliche" dauerhafte Behausungen stehen kann niemanden gehören, da niemand Anspruch darauf erhoben hat. Ein Thema was wohl nie abschließend geklärt werden kann. Zurück zum alten Parlament. Hier wurden von 1927 bis 1988 die Sitzungen des Nationalparlaments abgehalten. Inzwischen finden diese im neuen Parlament statt. Das Gebäude steht in einer Linie mit dem Kriegsdenkmal, dem See, dem alten Parlament und dann eben das neue Parlament. Die gesamte Linie ist durch eine freie Sicht dokumentiert, was noch dadurch verstärkt wird, das am Rande dieser Linie Bäume gepflanzt worden sind. Das Parlamentsgebäude hat etwa 4000 Räume, wovon ein nicht unwesentlicher Teil sich unter der Erde befinden, wodurch das Gebäude tiefer in der Erde vergraben ist, als das es über der Erde ist. Jedenfalls wenn man mal von überdimensionierten Flaggenmast absieht. Er ist 81m hoch und trägt eine Flagge von 12,5x6,4 m. Das Parlamentsgebäude selbst ist bewußt für das Publikum offen gehalten. Man kann nach einer Kontrolle wie auf einem Flughafen in den Sitzungssaal des Senats, was etwa mit unserem Bundesrat vergleichbar ist, und den des Repräsentantenhaus, was etwa mit unserem Bundestag entspricht, gehen. Es gibt dort auch einen großen Saal, in dem etwa 800 Personen bewirtet werden, natürlich aus der auch vorhandenen Küche. Auch in diesem Gebäude wurden nur australische Materialien verbaut. Es wurde darauf geachtet das aus allen Teilen des Landes etwa gleichviel benutzt wurde. Auch alle Volksgruppen, gerade auch die Aboriginies, sollen sich in dort vorhandenen Symbolen wiederfinden können. Man möchte damit die gemeinsame Nation stärker in den Vordergrund bringen. Als letzte Station geht es jetzt noch auf den Mount Ainslie. Einem Berg am Rande der Stadt, von wo man sich das Ganze noch mal von oben ansehen kann. Dem Berg gegenüber liegt der Black Mountain. Dort steht nicht nur der örtliche Fernsehturm, nein dort leben auch mehr verschiedene Ameisen Arten als in ganz Grossbritanien, was wieder ein weiterer Punkt ist in dem die Aussies über die alte Mutterkolonie spötteln. Auf dem Weg auf den Mount Ainslie sehen wir auch unser erstes Känguruh. Neben dem Emu das Wappentier Australiens. Das hat auch seinen Hintergrund, denn beide Tiere können nicht zurück gehen sondern immer nur nach vorne. So sieht man auch die eigene Nation - es geht nur immer weiter voran. Am Abend geht es dann mit den Flugzeug ins 470 km entfernte Melbourne. Für australische Verhältnisse ist es also gleich um die Ecke. Der Anflug in der Nacht bietet gleich zu Beginn einen wunderschönen Blick über Melbourne mit den eingeschalteten Lichtern.