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07.02.2010      8. Reisetag - Big Tree Camp (Kilimanjaro)

Heute heißt es relativ früh aufstehen. Das Frühstück ist für 7.00 Uhr geplant. Vorher noch mal eine Dusche, schließlich dürfte das die letzte Gelegenheit für sieben Tage sein. Und natürlich die letzten Sachen in der Bergtasche, dabei stellen sich natürlich immer die gleichen Fragen: Wie kalt wird es? Wird es oft regnen, ist also mehr Wechselkleidung erforderlich? Bekommt man am Berg die nassen Sachen irgendwie wieder trocken? Die Sockenfrage, dünne und eher dicke? Die dicken sind natürlich deutlich wärmer, was in den ersten Tagen nicht unbedingt erwünscht ist, dafür dämpfen sie die Schritte besser. Aber über allem steht eigentlich die Frage mit dem Magen. Gestern hatte ich am Morgen noch eine Malarone, Malaria Prophylaxe, genommen, und am Nachmittag waren dann mehrere Gänge zur Toilette nötig. Andere Reisende hatten damit bereits zu Hause begonnen, und haben sich dann am gleichen Tag übergeben. Da bin ich auf jeden Fall noch glimpflich davon gekommen. Oder ist der Grund vielleicht ein anderer, das wäre dann eher noch schlechter. Aber ich kann daran jetzt ohnehin nichts mehr wirklich ändern. Ich beschließe Malerone heute wieder abzusetzen. Damit möchte ich das zumindest ausschließen, und wir werden in den nächsten Tagen ja immer über 1800m unterwegs sein, und da gibt es keine Anopheles Moskitos und damit auch kein Malaria Risiko. Und mit einem völlig aufgewühlten Magen schließe ich eine erfolgreiche Besteigung des Kilimanjaro aus.

Nach dem Frühstück werden uns 2 Flaschen Wasser a’ 1,5 ltr sowie die wie immer gut gefüllt Lunchbox übergeben. Ich selbst nehme auch noch eine Rolle Toilettenpapier mit, da mein eigenes ja am Mt. Meru völlig durchfeuchtet worden ist. Das hiesige hat einen Hauch von Einlagigkeit, aber das lässt sich ja lösen. Also starten wir sechs Gäste, unser Guide Safiri, zwei Fahrer und mit unserem Gepäck auf dem Dach mit zwei Land Cruiser Jeeps. Die Porter, insgesamt begleiten uns auf dem ersten Abschnitt weitere 13 Personen, steigen incl. ihrem eigenen Gepäck, der Verpflegung, den Zelten und alles was sonst noch so nötig ist, wie etwa einen Gaskocher in ein DalaDala. Das ist ein Kleinbus, der hier sonst auch für den örtlichen „Nahverkehr“ eingesetzt wird. Darin geht es vorsichtig formuliert beengt zu. Weitere Porter mit weiterer Verpflegung werden später zu uns stoßen. Wir fahren in Richtung Londorossi Gate, an dem wir uns registrieren müssen. Dort wird auch peinlich genau das Gepäck gewogen, welches dabei auch gleich in Portionen von maximal 20kg aufgeteilt wird. Die 20kg sind das Gewicht, das ein Porter neben seinem eigenen Gepäck tragen darf. Was soll ich sagen: wir sind zu schwer. Vor dem Gate warten einige Männer auf genau diese Chance. So hat einer von ihnen Glück und darf mitgehen. Insgesamt sind die Guides offensichtlich bemüht, die Gruppen klein zu halten, damit die Entlohnung die er für eine Tour vom Veranstalter bekommt oder zumindest das zu erwartende Trinkgeld anteilig größer ausfällt. Nach dem wir jetzt genug Porter haben, müssen diese auch noch vor einem Ranger ihr eigenes Gepäck komplett auspacken, damit soll sicher gestellt werden, das nicht allgemeine Ausrüstungsgegenstände für die Tour im persönlichen Gepäck untergebracht werden, und so das Gewichtslimt ausgehebelt wird.

Vom Londorossi Gate fahren wir noch ein Stück auf einer Schotterpiste in Richtung unseres Startpunkts für die Lemosho Route. Hier wird im Nationalpark am Wegesrand noch Landwirtschaft betrieben. Das Land ist sehr fruchtbar und hier auf der Westseite des Kilimanjaro fällt auch relativ viel Regen. So gibt es hier große Wurzel- oder Kartoffelfelder. Man sieht zahlreiche Menschen auf den Feldern bei der Ernte und die vollen Kartoffelsäcke am Feldrand stehen, und natürlich ist das alles Handarbeit. Auf dem Weg hierher waren eher Sonnenblumen oder etwas dürrer Mais zu sehen. Dabei ist hier Mais das Nahrungsmittel schlechthin. Man sieht auch Leute mit einer Hacke den Boden bewirtschaften, in den Ortschaften haben wir auch Traktoren mit einer Art Pflug gesehen. Dabei haben die Pflüge keine Scharren wie bei uns, sondern Scheiben, die in einem Winkel von etwa 45° zur Fahrtrichtung angeordnet sind. Ansonsten habe ich auch nur noch kleine Anhänger hinter den Traktoren gesehen, andere Maschinen für die Feldarbeit scheint es nicht zu geben. Der Regen in der Gegend um den Kilimanjaro sorgt allerdings auch dafür, dass die Wege selbst jetzt zum Ende der Trockenzeit aufgeweicht sind. So erreichen wir den eigentlichen Startpunkt mit dem Jeep schon nicht mehr. Unterwegs hat sogar einer der beiden Fahrer die Radmuttern an seinem Fahrzeug nachgezogen, was immer man davon halten soll. Aber wir sind hier ja auch in Afrika. Das DalaDala musste mit Sicherheit schon sehr viel früher anhalten. Das bedeutet dann natürlich auch, dass unsere Porter schon sehr viel früher ihre Lasten aufgenommen haben und den etwas schlammigen Weg hinauf laufen müssen.

Nach dem wir zu Fuss den eigentlichen Startpunkt auf rund 2200m erreicht haben, ist es auch schon Zeit für das Mittagessen. Die Fahrt hierher inklusive der Wiegung des Gepäcks und der anschließende kleinen Marsch haben zusammen bereits rund vier Stunden gedauert. Mein Magen hat sich inzwischen auch wieder beruhigt, auch wenn das Geschaukel unterwegs nicht immer wirklich schön war. Vor uns liegt heute nur ein kurzer Weg von 7 km mit einer Höhendifferenz von etwa 600m. So ist eine Regelgehzeit von etwa 3 Stunden geplant.

Gleich nach dem Essen geht es dann auf einem kleinen Pfad los. Eigentlich soll es ja nach der Beschreibung ein entspannter Tag sein. Aber gleich am Anfang gibt es einen steilen Anstieg, und kaum ist man da mal rauf, geht es auch wieder runter, nur um dann wieder ein bisschen garstig anzusteigen. Der Untergrund ist auch jetzt zum Ende der Trockenzeit etwas matschig, ich möchte mir gar nicht unbedingt vorstellen, wie das nach der Regenzeit ist. Über uns ziehen dunkle Wolken, jedenfalls soweit man das durch das dichte grüne Dach des Regenwaldes sehen kann. Ich hoffe aber, dass es trocken bleibt. Die Wolken haben uns auch schon den halben Vormittag begleitet, und bisher ist auch nichts heraus gefallen. Nach dem was wir so hören, haben wir auch Glück mit dem Zustand des Weges. Nur an einer Stelle ist es wirklich morastig, das man ein bisschen durch den Schlamm warten muss. Immerhin ist er nicht überall so tief, das er oben in die knöchelhohen Schuhe läuft. Und wie das so ist, man läuft dann mehr oder weniger schnell drüber. Das verleiht einem zwar auch keine Flügel, aber gefühlt sinkt man dabei nicht so tief ein. Der Rest des danach folgenden Weges ist zwar weiterhin etwas glitschig aber gut zu gehen. Die gesamte Strecke bewältigen wir heute in 3,5 Stunden. Wirklich beeindruckend dabei ist aber, dass uns unsere Porter schon kurz nach der Mittagspause überholt haben, dabei sind sie schon sehr viel früher aus dem Auto ausgestiegen. Wir „quälen“ uns gerade mal mit dem leichten Tagesrucksack die anfänglichen Anstiege hoch, und sie haben locker 25kg auf ihren Schultern bzw. Köpfen und gehen locker an uns vorbei. Dabei scheinen sie niemals wirklich außer Atem, man wertet es fast schon als Erfolg, wenn sie immerhin ein paar Schweißperlen im Gesicht haben.

Gegen 16.30 Uhr haben wir unser Tagesziel das Big Tree Camp erreicht. Als erstes melden wir uns offiziell an. Dazu tragen wir uns in ein Buch bei einem Ranger ein, der hier in einer Blechhütte mit zwei Kollegen die Verwaltung darstellt. In das Buch sind so Sachen wie Name, Anschrift, Beruf, Veranstalter und Name des Guides einzutragen. Obwohl es offensichtlich auch niemanden wirklich interessiert, ob bei der Anschrift noch so Nebensächlichkeiten wie die Straße dabei sind. In den folgenden Büchern wird nicht mal immer auch das Land aus dem man kommt abgefragt. Im Ernstfall muss man wohl sagen, es wird nicht viel helfen, aber egal. Unsere Porter haben längst die Zelte aufgebaut. So können wir unsere bereit liegenden Bergtaschen schon mal ins Vorzelt räumen und Isomatte und Schlafsack ausrollen. Kurz nach uns tauchen auch die ersten Weißschwanz-Affen über uns in den Bäumen auf. Vor uns war bereits eine Gruppe von Touristen da, und nach uns sollen noch zwei weitere Gruppen kommen. Unter ihnen auch eine Gruppe von Amerikanern, deren Porter wir vorher bereits am offiziellen Startpunkt der Route getroffen haben. Sie haben die Luxustour gebucht. Die Gruppe hat sogar ihre eigenen Toiletten(zelt)häuschen dabei. Natürlich eins für Frauen und eins für Männer, und Campingstühle mit Lehnen mussten auch schon sein. Ansonsten stehen hier die in vielen Internet-Foren etwas unrühmlichen Holzhütten mit den Plumpsklos darin. Und wir haben „nur“ so kleine Camping-Hocker dabei, was mir ehrlich gesagt aber auch viel lieber ist, nach dem ich gesehen habe, wie sperrig die Ausführung mit Lehne ist und wie beschi…., na sagen wir blöd die zu transportieren sind. Kurz vor dem Abendessen wird es auch bei mir Zeit, dass ich mal eine der Holzhütten aufsuche. Was soll ich sagen, von der Sauberkeit ist es zu diesem Zeitpunkt noch vertretbar, geruchstechnisch ist es sagen wir mal „intensiv“. Aber wir sind ja auch noch im Regenwald, und da ist das sicherlich auch nicht zu vermeiden. Gegen 18 Uhr gibt es heute schon Abendbrot. Starter sind natürlich wieder Popcorn und Nüsse, eben wie auf dem Mt. Meru auch. Nach dem Essen geht es auch schon bald ins Bett, oder besser gesagt auf dieser Reise zum ersten Mal ins Zelt. Um uns herum hört man noch die Porter reden und auch die Affen in den Bäumen geben ihren „Senf“ dazu.