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14. Tag        24.10.2014 - Khambachen Alm (4145m)

Der heutige Tag beginnt zweigeteilt. Jene aus unserer Gruppe, die noch den Dromo Ri Sporngipfel besteigen möchten, brechen dazu um 5:00 Uhr auf. Die anderen, zu denen ich auch gehöre, beginnen den Tag eine halbe Stunde später als gewöhnlich, also aufstehen bzw. Morgentee erst um 7:00 Uhr, Frühstück entsprechend 7:30 Uhr, Abmarsch gegen 8:30 Uhr. Wir sind hier in Pang Pema in der letzten Nacht die einzigen Touristen gewesen. Es ist auch fast „normaler“ in Lhonak zu übernachten, von dort zum vorgeschobenen Basislager nach Pang Pema zu gehen und am gleichen Tag wieder bis Lhonak abzusteigen. Dann würde man aber natürlich die klare, kühle Morgenluft vor dem Kangchendzönga im Sonnenschein verpassen. Und auch die grandiose Ruhe hier heute. Man verpasst allerdings auch Temperaturen von -20 °C am Morgen. Wobei letzteres natürlich auch kein so großer Verlust ist. Fairerweise muss man aber sagen, die Luft ist sehr trocken dabei und auch der Wind geht heute kaum.

Für mich wäre es vielleicht mit dem morgendlichen Aufstieg von Lhonak und dann am selben Tag den Abstieg dorthin zurück besser gewesen. Ich musste erstmalig nachts aus dem Zelt, um eine Notdurft zu verrichten. Es war vorsichtig formuliert „frisch“, zumal man auch nicht unbedingt alle Kleidungsschichten dazu überzieht. Es tut einem fast Leid um jeden Tropfen warmer Körperflüssigkeit. Aber viel schlimmer ist, ich habe ordentliche Kopfschmerzen und Probleme mit dem Gleichgewicht. Schönen Gruß an die Höhenkrankheit. Insbesondere mit dem Gleichgewicht ist es nachts mit Stirnlampe nicht wirklich zu empfehlen. Der Gang zum Toilettenzelt ist ein bisschen wie „besoffen“ bei klarem Verstand. Dazu war der Untergrund teilweise noch ein wenig vereist, was das Unternehmen auch nicht gerade vereinfachte. Da wir heute, anders als eigentlich im Programm vorgesehen, nicht nur bis Lhonak sondern bis zur Khambachen Alm absteigen werden, immerhin von 5140 m auf 4145 m also etwa 1000 Höhenmeter, erhoffe ich mir eine Befreiung von beidem. Ich trinke mehr als genug, im Grunde bin ich nur noch ein Durchlauferhitzer. Mein Urin ist schon am frühen Vormittag weiß. Ich schlafe auch ordentlich, sicherlich wache ich zwei bis dreimal in der Nacht kurz auf, aber wenn man inzwischen schon zwischen sieben und acht am Abend einschläft, und dann um etwa 6:00 Uhr morgens wieder aufwacht, ist das wohl eigentlich nur normal. Wie dem auch sei, wir beginnen den Abstieg. Auf der ersten Hälfte auf dem Weg nach Lhonak geht es wieder über das Schutt- und Geröllfeld. In meinem derzeitigen Zustand nicht eben optimal, aber nach unten geht es eben nur da lang. Ich freue mich fast, als die Fladen der Yaks, dabei sind sie eigentlich nur ein Kreuzung zwischen Yaks und Rindern, reinrassige Yaks dürfte es schon lange nicht mehr geben, langsam mehr werden. Ein untrügliches Zeichen, dass wir Lhonak näher kommen. Dort haben wir auch unsere Mittagspause, was etwa gegen 11:45 Uhr der Fall ist. Heute ist hier in Lhonak allerhand los, wir treffen auch die britische Gruppe wieder, mit der wir zeitgleich die ersten Tage unterwegs waren. Sie hatten einen zusätzlichen Tag zur Akklimatisation auf der Khambachen Alm verbracht. Außerdem ist eine große Gruppe Amerikaner dort, die Franzosen, die wir kurz nach unserem Aufbruch an der Khambachen Alm überholt hatten, und ein paar einzelner Personen. Als wir gestern hier waren, waren wir fast alleine, was mir ehrlich gesagt auch lieber war. In dieser Umgebung möchte man auch gerne die Stille im Hier und Jetzt genießen dürfen. Einfach nur schön, nicht unwichtig dabei aber natürlich auch die Sonne, die uns bisher an jedem Tag hier zugelacht hat.

Nach dem Essen geht es für uns weitere 600 Höhenmeter weiter abwärts bis zu unserem heutigen Tagesziel. Mit meinem Gleichgewichtssinn wird es zunehmend besser, auch wenn er immer noch alles andere als normal ist. Die Kopfschmerzen bleiben mir, da helfen mir auch nicht meine Paracetamol. Was sich auch positiv verändert sind die Blähungen im Damentrakt, die mit fallenden Höhen praktisch völlig aufgehört haben. Noch bevor wir die Khambachen Alm erreichen, holt uns unser Gipfelstürmer, der es heute schon bis zur Spitze des Dromo Ri Sporngipfel geschafft hatte, wieder ein. Nach seinen Messungen liegt der Gipfel auf einer Höhe von 5976 m, oder anders ausgedrückt, er ist 25 Meter zu klein. Aber Martin, ich bin mir sicher, du wirst deinen 6000 er noch machen. Auch so ist es für ihn ein neuer Höhenrekord, und auch höher als ich wahrscheinlich jemals kommen werde.