• Sonnenuntergang in der Wahiba
    Oman

    Sonnenuntergang in der Wahiba

  • Bär auf Katmai beim Lachsfischen
    Alakshak

    Bär auf Katmai beim Lachsfischen

  • Sonnenaufgang in der Kalahari
    Namibia

    Sonnenaufgang in der Kalahari

  • Blick über den Lake Louise
    Kanada

    Blick über den Lake Louise

  • Kamele auf der Trockenweide
    Jordanien

    Kamele auf der Trockenweide

4.Tag     Graskop – 06.09.2016

Heute beginnen wir den offiziellen Tag erst relativ spät. Die Abfahrt ist für 9:00 Uhr geplant, Frühstück gibt es ab 7:00 Uhr. Und wie es mit den Deutschen immer so ist, ab 7:30 Uhr sind praktisch schon fast alle da. Mit unseren beiden Jeeps fahren wir zu den drei Rondavels. Dabei handelt es sich um drei Felsen, die optisch an die früher hier üblichen Rundhütten erinnern. Auch unser nächster Aussichtspunkt bietet wieder einen Blick auf die drei Rondavels mit einem größeren Stausee unterhalb der Felsen. In Verlängerung des Stausees kann man auch das Lowveld erahnen. Aber auch an anderer Stelle blickt man ins Lowveld, dazwischen liegt noch der Ausgang der Blyde River Canyon. Manche sagen, es wäre der drittgrößte Canyon der Welt, was aber andere auch von anderen Canyons behaupten. Sei es drum, er ist auf jeden Fall ein großer und ein schöner noch dazu.

Unser nächster Stopp sind die Pothols, oder genauer gesagt die Brooks Lucky Pothols. Benannt nach einem Goldgräber, der von Pilgrims Rest herüberkam, um hier seinen Claim abzustecken. Er fand allerdings, anders als es der Name vermuten lässt, keins. Bekannt sind die Potholes aber wegen ihrer großen Auswaschungen am Zusammenfluss vom Blyde River und Treur River. Letzteres bedeutet etwa so viel wie trauriger Fluss. Der Name geht zurück auf die Vortrecker, welche ursprünglich Siedler aus Holland waren. Die Holländer siedelten im Jahre 1652 unter Führung von Jan van Rietbeeck im Gebiet des heutigen Kapstadt und gründeten dort im Namen der Niederländischen Ostindien Company einen Handelsposten. Er war ein wichtiger Versorgungspunkt auf dem Seeweg von Europa nach Südostasien. Von dort brachten die Holländer zahlreiche Sklaven in die Kap-Region, sodass es zeitweise mehr Sklaven als Europäer dort gab. Die Nachkommen der Sklaven werden heute als die Kap-Malaien bezeichnet, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist in der Westkap-Provinz auch heute über 50%. Die Ostindien Company gerät Ende des 18 Jahrhunderts zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten, und der Einfluss der holländischen Händler nahm ab. Da Holland selbst zu dieser Zeit von Napoleon besetzt wurde, besetzten die Briten 1797 kurzerhand die Kap Region, damit  der strategisch wichtige Stützpunkt nicht den verhassten Franzosen in die Hände fiel. Im Zuge eines großen Friedensvertrags in Europa mussten sie sie aber 1802 wieder räumen und an die Holländer zurückgeben. Das hinderte sie aber nicht daran, sie 1806 neu und endgültig zu besetzen. Im Jahre 1833 schließlich beschloss das britische Parlament die Abschaffung der Sklaverei im gesamten britischen Empire, und damit auch in der Kap Region. Das entzog den holländischen Siedlern, den Buren, aber die Existenzgrundlage. Sie beschlossen in großer Zahl die Kap Region zu verlassen, und weiter ins Landesinnere zu ziehen – die Vortrecker. Einer dieser Trecks beschloss schließlich sich in dieser Region niederzulassen und sandte eine Abordnung an den hiesigen Stamm. Man wollte über den Erwerb von Land verhandeln. Es wurde ein Treffpunkt vereinbart, an dem die Vorhut, die auch die Verhandlungen führen sollte, wieder auf den Haupttreck stoßen sollte. Dieser Treffpunkt war der Treuer River, die Vorhut kam zum verbarten Zeitpunkt nicht zurück, weshalb man den Fluss den Treur River, den traurigen Fluss nannte, da man das Schlimmste annahm. Der Hauptdreck zog also weiter und wurde am nächsten Fluss von der sich verspäteten Vorhut eingeholt. Diesen Ort nannte man den Blyde River, den glücklichen Fluss.

Nach der Mittagspause haben wir noch kurze Stopps an den Berlin Falls und den Lisbon Falls gemacht. An den Lisbon Falls gibt es noch einen schönen Regenbogen im herabstürzenden Wasser. Die Wasserfälle stehen für unzählige, die es hier in der Gegend gibt. In nicht wenigen von ihnen stürzt das Wasser 30 m in die Tiefe. Auch wenn im Moment alle nur wenig Wasser führen, da die großen Regenfälle im hiesigen Frühjahr bzw. der Regenzeit schon seit Jahren ausbleiben. Das ist auch der Grund für die Dürre hier im Land, die, wie wir gestern gesehen haben, auch die Landwirtschaft zunehmend in Mitleidenschaft zieht. Wir sind relativ zeitig wieder in Graskop, um noch ein bisschen durch die Innenstadt zu schlendern. Wobei Innenstadt eigentlich schon übertrieben ist. Man sieht in den Straßen noch Embleme der Fußballweltmeisterschaft 2010. Ganz offensichtlich ein Ereignis auf das man noch heute stolz ist im Land. Und es reicht auch noch für einen kurzen Besuch im örtlichen Supermarkt um die eigenen Trinkreserven aufzufüllen. Und ich konnte natürlich auch nicht an der Eisbox vorbei. Immerhin könnte ist für die nächsten Tage die letzte Gelegenheit sein.