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08.10.2007      9. Reisetag - Swakopmund

Heute gibt es eigentlich nur zwei Programmpunkte. Der erste ist eine keine Schifffahrt von Walfishbay zu den Robbenkolonien in der Bucht. Dabei könnte ich gleich noch ein paar Worte zu Walfishbay verlieren. Der Ort wurde von den Holländern 1793 in Besitz genommen, auch wenn es damals hier noch nichts gab. Das heißt eins gab es hier schon, einen tiefseetauglichen Zugang zum Land. Nachdem die Briten aber das Kap der Guten Hoffnung übernommen hatten, fiel auch Walfishbay an sie. Es diente als Hafen für den Seeweg nach Kapstadt, und ist auch heute noch der einzige Tiefseehafen zwischen Luanda und Kapstadt. Später wurde es dann eine Enklave anfangs von den Briten an Südafrika verschenkt, blieb das Stadtgebiet bei Südafrika selbst als das heutige Namibia unter Mandatsverwaltung der Südafrikaner gestellt wurde. Als Namibia 1990 dann unabhängig wurde, blieb Walfishbay noch bis 1994 südafrikanisch. Heute ist die Stadt mit ihren circa 50.000 Einwohnern die zweitgrößte Namibias. Interessant am Rande ist vielleicht noch, dass der Ort in Swakopmund Walfischbucht genannt wird, und in Afrikaans der „Gebrauchssprache“ viele Namibianer Walvisbai heißt. Die Stadt lebt vor allem vom Tiefseehafen und damit einhergehend von der Fischerei. Auf dem Weg nach Walfishbay passieren wir noch „Langstrand“, ursprünglich eine Feriensiedlung, die in jüngster Vergangenheit boomt. Auch einige Hollywood-Größen verbringen hier ihre Ferien, da der Staat Namiba rigoros gegen Paparazzi vorgeht. Auch Filme werden hier in den Wüstendünen immer mal wieder gedreht.

Jedenfalls besteigen wir am frühen Vormittag zwei kleinen Boote. Der erste Aufreger waren gleich ein paar Pelikane, die durch Fische angelockt wurden und sich neben dem Boot niederließen. Der Kapitän erklärte uns noch ein bisschen was zum Hafen, einem neuen (gebrauchten) Trockendock und zeigte uns die halbe Marine von Namibia - ein Schnellboot. Überhaupt hat Namibia mit seinen 15.000 Berufssoldaten nicht gerade eine Furcht einflößen Armee. Natürlich war auch der Fischfang ein Thema. Wie auch vor Lüderitz ist das Wasser hier sehr fischreich. Denn auch hier ist das kalte Wasser des Benguela Stroms sehr reich an Plankton. Außerdem züchtet man hier Austern. Sie werden anfangs im relativ warmem Wasser gezogen und dann in den riesigen Austern-Farmen im offenen Meer weiter aufgezogen. Dabei können sie hier bereits nach acht bis neun Monaten geerntet werden. In Frankreich dauert es 15 bis 18 Monate, frei lebenden Austern brauchen bis zu fünf Jahren. Dabei haben die Austern hier ein relativ festes Fleisch. Kaum endet unser Kapitän mit seinen Ausführungen, steigt auch schon ein weiterer Gast zu. Ein etwa drei Jahre altes Robben-Männchen. Auch er wird durch einen Fisch belohnt. Dabei können wir beobachten, wie er den Fisch im Maul so umdreht, dass der Kopf des Tisches zuerst verschluckt wird. Damit verhindert er es, dass ihm ein Fisch etwa wegen der Flossen im Halse stecken bleibt. Vor dem Hafen sehen wir auch noch einige Schiffswracks vor Anker liegen, die hier langsam vergammeln. Aber unser Ziel ist ja eigentlich eine der Robben-Bänke auf der Landzunge vor Walfishbay. Dabei passieren wir noch einen alten immer noch im Betrieb befindlichen Leuchtturm. Und schon da sind zahlreiche Robben im Wasser zu sehen. Eine kleine Gruppe Flamingos sehen wir noch über die Landzunge fliegen. Und dann erreichen wir die Kolonie. Tausende von Robben liegen am Strand beziehungsweise gleiten durchs Wasser ein gigantischer Anblick! Sicherlich einer der Höhepunkte unseren Reise. Wir versuchen noch kurz ein paar Delphine hier in der Gegend zu finden, was aber nicht immer gelingt. Aber wir haben Glück, und bekommen auch hier ein paar Exemplare zu sehen, die ein bisschen mit unserem Schiff spielen. Auch wenn sie nur schwer zu sehen sind, so beschneiden sie in den wenigen Momenten doch elegant das Wasser. Als Abschluss unserer kleinen Boots-Tour können wir uns kurz vor der Rückkehr noch an einem Sektfrühstück mit Häppchen und Austern laben. Ein gelungener Vormittag.

Nach einer kleinen Stadtrundfahrt durch Swakopmund ist der restliche Nachmittag frei, und auch Gelegenheit das normale Leben der Namibianer zu beobachten. Auch wenn hier in Swakopmund viele Touristen unterwegs sind. Davon sind sicherlich mindestens 3/4 Deutsche. Auch als Laie erkennt man schnell wer hier heimisch ist und wer nicht. „Schlauberberger“ könnten ja sagen, klar an der Hautfarbe. Nein, auch viele weiße Namibianer leben hier, nein es herrscht hier Linksverkehr, und die Touristen schauen schlichtweg erst einmal in die falsche Richtung. Ansonsten ist der Nachmittag natürlich auch Gelegenheit, ein bisschen durch die Geschäfte zu laufen. Dabei ist man wie auch bei den optisch hohen Preisen ein wenig stutzig. Doch in Euro umgerechnet ist es für europäische Verhältnisse sehr günstig. Ein Bier 0,5 l kostet so zum Beispiel in einem Lokal hier etwa 10 bis 14 namibische Dollar, das entspricht circa 1 bis 1,4 €. Ein Menü mit Vorspeise und Hauptgang inklusive einem Getränk kostet in einem besseren Restaurant etwa 120 namibische Dollar, das entspricht 12 €. Insbesondere hier in Swakopmund richtet sich das Angebot auch an deutschsprachige, so habe ich in einem Buchladen etwas als Buch „Ich wollte die deutsche Einheit“ von Helmut Kohl gesehen. Nicht dass ich das Buch hätte haben wollen, aber es gehört wohl nicht unbedingt in jeden Bücherschrank hier. Auf jeden Fall wurde es für 209 namibische Dollar angeboten. Also etwa 21 €. Was wieder sehr günstig ist, sind Halb-Edelsteine in allen möglichen Variationen. Und wer mich kennt wird wissen, das ich da nicht widerstehen konnte.