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11.08.05      5. Reisetag – Montreal

Den Vormittag verbringen wir mit einer kleinen Stadtrundfahrt hier in Montreal, oder Mont Royal wie die mehrheitlich französische Bevölkerung sagt. Begonnen haben wir bei der anglikanischen Kathedrale hier, denn nicht alle sind hier frankophon, es gibt auch einige mit britischen Vorfahren. Diese Kathedrale hat eine Untertunnelung, auf der Ecke des Grundstücks gibt es auch einen öffentlichen Zugang zu dieser Unterwelt. Dort geht es nicht einfach etwa zur Metro, sondern in die größte unterirdische Mall in Nordamerika. Die Mall ist inzwischen ein 35 km langes System von Gängen, in denen sich die Geschäfte drängen. Diese Lagen sind sehr beliebt unter den Handelsgeschäften und teurer als die im Erdgeschoß. So hat die Stadt lediglich eine U-Bahn mit ein paar wenigen Bahnhöfen gebaut. Die restlichen Untertunnelungen wurden von den Hausbesitzern bezahlt. Man ist hier glücklich, wenn man mit seinem Gebäude Anschluss an diese gigantische Fußgängerpassage erhält. Hier unten ist auch alles sehr sauber und man sieht immer mal wieder Wachpersonal, nicht das man oberirdisch Angst haben müsste, aber es fällt schon auf. Denn im normalen Straßenbild sieht man eigentlich nie Polizei, man hört sie mit ihren kreischenden Sirenen wohl mal, aber sehen sehr selten. Ach ja, unter der Kathedrale sind übrigens ein paar Textil-Händler und am Rande noch eine Fressmeile untergebracht. Dort sind dann mehrere Geschäfte für Take-Away Food, bei denen in der Mitte eine Reihe von Tischen und Stühlen stehen, die von allen Geschäften gemeinsam genutzt werden. Die Reinigung übernimmt dann eine Firma die von allen gemeinsam bezahlt wird. Der nächste Punkt auf unserer Rundfahrt ist der Mont Royal, ein ehemaliger Vulkan – oder was noch von ihm übrig ist, der sich rund 200 m über die Stadt erhebt. Das letzte Stück legt man zu Fuß zurück, dabei begegnen uns zahlreiche Freizeit-Jogger oder auch Radfahrer. Ganz offensichtlich wird hier die eigene körperliche Fitness noch groß geschrieben und nicht nur vor dem Fernseher zelebriert. Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt, man sieht auch das Olympia Stadion oder auch den Petersdom, was auch unser nächstes Ziel ist. Gut man könnte jetzt stutzig werden, und meinen von Montreal bis nach Rom sehen, da muss es aber ziemlich klares Wetter sein. Stimmt und wieder auch nicht. Es gibt hier einen Nachbau im Maßstab 1 : 4 des bekannten Petersdom aus Rom. Hier heißt er richtig eigentlich Cathedrale Marie-Reine-du-Monde. Aber alles andere ist relativ echt incl. der Apostel auf dem Dach. Es unterscheiden sich die Deckenmalereien aber dann doch etwas vom Original. Der nächste Ort den wir besuchen ist denn auch sehr viel weltlicher. Es geht zum BioDome, direkt neben dem Olympia Stadion von Montreal. Zur Zeit der Olympiade war in dem Gebäude die Radbahn. Nach den Spielen hatte man keine rechte Verwendung mehr dafür und entschied sich es zum BioDome umzufunktionieren. Dort sind jetzt die vier Lebensräume Tropen, St. Lorenz Strom, Mündung des St. Lorenz und die Arktis mit ihrer Flora und Fauna zu besichtigen. Schon an der Aufteilung wird klar welche Bedeutung der St. Lorenz Strom für Kanada aber insbesondere für die Provinz Quebec hat. Als Abschluss der kleinen Rundfahrt geht es in den alten Stadtkern von Montreal am alten Hafen. Dabei ist alt für europäische Maßstäbe auch noch neu. Die Häuser sind selten älter als 100 Jahre. Ganz in der Nähe des alten Rathauses gibt es noch einen Nachbau eines Gebäudes, das eigentlich nach Europa gehört: Notre Dam. Das Gebäude wurde weitesgehend dem Original nachempfunden, nur die Bilder an den Wänden bzw. in den Seitenfenster erzählen die Geschichte der Katholiken bzw. der Missionare in Kanada. Im Inneren gibt es unglaublich viele Schnitzereien, einer der Flügel brannte in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts völlig ab, man sah sich damals nicht in der Lage Handwerker zu finden, die diesen Stil im wieder aufgebauten Flügel nachahmen könnten. So entschied man sich zwar wieder für Holzschnitzereien aber doch in einem völlig neuen Stil. So sind sie zwar ähnlich aber doch auch völlig anders, und das nicht nur wegen des anderen Holzes.

Den restlichen Tag hatten wir kein Programm mehr, also Zeit auch mal die Stadt auf sich wirken zu lassen und auch mal in Ruhe zu verweilen. Gerade in der Altstadt und um den Hafen herum ist Montreal auch noch sehr französisch, man könnte sich auch durchaus irgendwo am Mittelmeer befinden. Es fehlen auch nicht die alten Männer die in einem Straßencafe an der Ecke die Sonne genießen. Aber wie man sich wohl denken kann, geht es für den gemeinen Touristen nicht ohne noch mal in die unterirdische Mall zu gehen. Es gibt hier alle möglichen kleinen und größeren Geschäfte und auch die großen Einkaufszentren sind natürlich angeschlossen. Man kann fast alles erstehen, was man so im täglichen Leben braucht, oder eben vielleicht auch nicht. Nur ein Möbelgeschäft habe ich nicht gesehen, aber das wäre bei den Mietpreisen wohl auch etwas zu platz raubend. Aber die Orientierung ist hier für einen unkundigen etwas schwierig. Die Schilder deuten immer nur auf Straßen in der Oberwelt hin, wenn man diese nicht kennt wird es schon schwierig, blöd nur das man selbst wenn man die auf dem Stadtplan gefunden hat immer noch keine Vorstellung davon hat, auf welchem Ende der Straße man den wohl gerade sein könnte. Da ist dann die Hilfe der Schilder eher begrenzt.

Noch ein kleiner Ausflug zum Einkaufen in Kanada. Die Waren sind immer „netto“ ausgezeichnet. Das heißt die Preis sind noch zuzüglich der Umsatzsteuer von in Kanada zur Zeit 7%, auf dem Kassenzettel mit „Tax GST“ bezeichnet. Aber damit noch nicht genug, es kommt auch noch die Provinzsteuer dazu. Die wird von jeder Provinz selbst festgelegt, Quebec verlangt hier noch mal 7,5%. Diese wird dann als „Tax PST“ ausgewiesen. Wenn man sich jetzt in einem Restaurant befindet, wird vom Gast noch mal ein Trinkgeld von 15% erwartet. Dazu muss man wissen, dass die Beschäftigten in der Gastronomie zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmern des Landes gehören. Sie könnten alleine vom Gehalt überhaupt nicht Leben. Man glaubt so den Service-Gedanken stärker unterstreichen zu können, was ich auch so empfunden habe. Man ist stets sehr freundlich und bemüht, aber irgendwie nimmt das auch die Möglichkeit ein Trinkgeld zu geben, wenn man mit dem Service besonders zufrieden ist, da eben die Summe fast wie festgenagelt betrachtet wird. Dazu kommt dann noch, dass man bei einem Besuch in einem Restaurant von vorne herein etwa 30% auf den Preis in der Karte aufschlagen muss. Etwas wo man sich dann doch schon mal leicht verwundert die Augen reibt.