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21. Reisetag         27.02.2011 – Puerto Natales

Am Morgen unternehmen wir eine Fahrt zu den Magellan Pinguinen in der Nähe von Punta Arenas.  Sie sind etwa 70cm groß und wiegen 4kg. Hier leben etwa 11000 Pinguine in einer Kolonie. Auf der nahe gelegenen Isla Magdalena sind es gar 200000. Die Tiere sind nur im patagonischen Sommer hier um ihre Jungen groß zu ziehen. Anschließend ziehen sie in wärmere Gewässer und kehren erst im Oktober zurück, ohne bis dahin noch einmal an Land zu gehen. Sie sind sehr gute Schwimmer, an Land ist ihr Gang eher ein bisschen putzig anzusehen, man erwartet fast permanent, dass sie hinfallen. Auch ihr schwarz-weißes Gefieder erscheint auf den ersten Blick etwa „unglücklich“ gewählt. Dabei ist es im Wasser eine fast perfekte Tarnung. Vor Feinden aus der Luft hebt sich das Schwarz praktisch nicht vom Wasser ab, von unten verhält es sich ähnlich mit dem weißen Bauch gegen das Sonnenlicht über dem Wasser.

Als wir an der Kolonie ankommen sind kaum mehr als ein paar Dutzend Pinguine zu sehen. In den Morgenstunden sind sie beim Fischen. Sie kehren erst im laufe des Nachmittags zurück, dann müssen wir aber längst weiter sein. So sind hier fast mehr Touristen als Pinguine zu sehen. Viele der Touristen habe merkwürdige Aufkleber an der Kleidung mit Beschriftungen wie C7, C8, D4 …. Nach dem wir zurück in Punta Arenas sind, sehen wir auch den Grund für die Touristenscharen in der flachen Weidelandschaft an der Küste, in der die Pinguine hier nisten. Es liegt ein Kreuzfahrschiff vor der Küste, und bis jetzt werden noch immer weitere Gäste ausgebootet.  Punta Arenas ist die südlichste Stadt auf dem Festland in der Welt. Punta Arenas liegt etwa auf 53° südlicher Breite. Zum Vergleich Melbourne liegt auf dem 37sten südlichen Breitengrad, das Kap der guten Hoffnung an der Spitze Afrikas etwa bei 34° südlicher Breite, was auf Chile übertragen etwa der Höhe von Santiago de Chile entspricht, das liegt aber rund 2000km nördlich von hier.  Südlicher liegt nur noch Ushuaia auf Feuerland, nur ist die Stadt argentinisch. In diesem Fall aber kein Problem für Chile, denn es gibt ja noch das kleine Örtchen Puerto Toro, auch wenn dort nur 50 Fischer mit ihrem Familien leben, so ist dort der letzte Ort vor der Antarktis, übrigens auf dem 55sten südlichen Breitengrad. In der Antarktis gibt es noch zwei Ortschaften, die ständig von Zivilpersonen bewohnt werden, was soll ich sagen, auch davon ist eine argentinisch und eine chilenisch.  Wenn man bedenkt, dass die Spanier hier anfangs achtlos vorbei gefahren sind, weil ihnen das Land wertlos erschien, dann liefern sich die beiden Länder hier heute ein einsames Rennen. Dabei begreifen sich die Menschen hier unten als Patagonen, zwar welche auf der größeren Ostseite der Anden und andere auf der Westseite der Anden, aber die Rivalität in den anderen Landesteilen Chiles ist ihnen fremd.

Punta Arenas ist mit seinen etwa 115000 Einwohnern deutlich größer und bunter als ich es im Vorfeld erwartet hatte. Der Plaza de Armas und den umliegenden Blocks, auch hier im rechten Winkel zueinander angeordnet, sieht man die spanischen Wurzeln an. Auf der Plaza steht auch ein Denkmal zu Ehren von Fernando de Magellan und der Indianer, die hier weit von den Spaniern lebten. Der Sage nach kehrt man nach Punta Arenas zurück, wenn man den Fuß des Indianers auf dem Denkmal küsst, danach gibt es offensichtlich einen ziemlich ausgeprägten Wunsch, denn eben dieser Fuß sieht schon reichlich „abgegrabbelt“ aus. Eine andere Sehenswürdigkeit der Stadt ist der Friedhof, der allenfalls noch mit dem in Buenos Aires zu vergleichen sein soll. Hier haben sich einige reiche Schafzüchter prächtige Mausoleen errichten lassen. Das geht dann soweit, das nach eine Überlieferung Sara Braun dem Friedhof ein große Mauer mit einem riesigen Portal am Haupteingang spendete, dass soll sie aber mit der Bedingung verbunden haben, das ihr Leichnam der letzte sein sollte, den man dort hindurch tragen würde und anschließend das Tor für immer verschließen sollte. Ob das stimmt oder nicht weiß ich nicht, sicher ist aber, dass die Tore heute festgerostet sind, und folglich kann auch niemand mehr diesen Eingang nutzen. Auf dem Friedhof kann man die Internationalität der Einwanderer erkennen, hier gibt es kroatische, deutsche, britische, jüdische aber natürlich auch viele spanische und portugiesische Namen, noch mal zur Erinnerung Magellan ist zwar für die Spanier gesegelt, er selbst war aber Portugiese.

Wir wollen noch nicht hier enden sondern mit dem öffentlichen Bus nach Norden nach Puerto Natales reisen. Vorher wollen wir noch eine Kleinigkeit essen. Da es schnell gehen muss, gehen wir in eine Art Schnellimbiss – die chilenische Antwort auf McDonalds. Auch hier gibt es Churassco, und ich habe selten jemanden derart schnell auf einer etwa 1x1m großen Platte Fleisch anbraten sehen, gleichzeitig das Brot ein bisschen anzurösten und gleichzeitig das ganze auch noch mit Tomaten, Käse, Zwiebeln, vielen anderem, und vor allem nicht zu vergessen Avocado, zu belegen.  Je länger ich hier bin, desto mehr gewinne ich den Eindruck, dass die Chilenen Avocado als unverzichtbare Zutat zu fast allem auffassen. Dann geht es aber auch los durch die scheinbar endlose Weite Patagoniens. Wie schon bei  unserer letzten Fahrt mit dem öffentlichen Bus beeindruckt auch dieser mit seiner enormen Pünktlichkeit. Unterwegs sieht man die Weiden mit den Schafen und immer mal wieder die umgestürzten Bäume, die einfach in den Weiden liegen gelassen worden sind. Hier in Patagonien werden etwa 92% der Schafe des Landes gehalten, an Bodenschätzen gibt es hier unter vor allem Steinkohle, damit deckt man etwa 1/3 des eigenen Bedarfs.

In Puerto Natales angekommen geht es praktisch sofort in den Supermarkt. Wir kaufen Proviant für die nächsten vier Tage, denn morgen geht es vielleicht zum größten Höhepunkt der Reise, einer Wanderung durch den Torres del Paine Nationalpark. Zurück im Quartier teilen wir die Einkäufe unter uns auf. Anschließend leihen wir noch verschiedene Ausrüstungsgegenstände wie Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kochgeschirr und was sonst so für die Wanderung nötig ist. Spätestens jetzt wird jedem klar, das es nun bald ernst wird. Schon seit einigen Tagen kann man die Anspannung bei dem einen oder anderen Mitreisenden beobachten. Zumal die meisten keinerlei Erfahrungen mit solcher Art von Urlaub haben. Nach dem Abendessen heißt es dann schon mal probepacken. Was kann ich mitnehmen, was muss ich mitnehmen? Noch mal durchdenken, was macht vielleicht Sinn, und auf was kann ich auch verzichten, schließlich muss ich das dann die nächsten Tage tragen. Und nicht unwichtig, was macht das Wetter? Was ist wenn uns jetzt der legendäre patagonische Regen zum treuen Begleiter wird. Bekommt man die Klamotten im Falle eines Falles wieder trocken, und nimmt man lieber doch noch ein Stück mehr mit. Das muss man dann aber wieder schleppen. Ich beschließe neben der normalen Ausrüstung zwei paar Socken, eine weitere Unterhose und ein T-Shirt, dazu insgesamt drei Jacken für das Zwiebelprinzip, ein dünnes Paar Handschuhe und eine Mütze  mitzunehmen. Dann noch die Regenhose, alles andere wird hier bleiben.  Zumal die letzte Info noch war: „Das Wetter ist stabil“. Was immer das bedeutet, stabil wie trocken und angenehm oder geleichbleibend schlecht. Aber man kann daran eh nichts machen, und kann es dann nur nehmen wie es kommt.