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31.01.2010      1. Reisetag - Frankfurt

Gegen meine sonstigen Gewohnheiten hatte ich ja dieses Mal eine Packliste geschrieben. Gut dass dann noch ein schnell trocknendes Outdoor Handtuch neben statt im Gepäck liegt, kann ja passieren. Vor der Abreise noch schnell eine Runde mit dem Hund, das (hoffentlich) letzte mal in diesem Winter Schnee schippen und es kann los gehen. Alles lief wie geplant, mit dem Zug nach Hamburg und es passierte nichts. Dabei ist es fast normal bei mir, das mir schon nach wenigen Kilometern im Zug einfällt, was ich eigentlich dabei haben sollte aber eben nicht habe. Das sind dann eigentlich immer mehr oder weniger Kleinigkeiten auf die man auch verzichten kann, oder die für ein paar Euro noch unterwegs zu ersetzen sind. Aber heute ist da einfach Nichts. Im Hamburg hieß es dann umsteigen in einen IC, da habe ich Glück einen Platz zu bekommen, statt der üblichen acht Waggons hatte dieser nur fünf. Alles ist ein bisschen eng aber gut – jedenfalls bis Kassel. Hier kommt eine Durchsage, dass auf der Hauptverbindungsstrecke nach Fulda ein Defekt wäre, und wir eine Nebenstrecke nehmen müssten. Nach einiger Zeit kommt dann die Durchsage, wir würden uns um 45 Minuten verspäten. Das bedeutet, ich werde meinen regulären Anschlusszug zum Frankfurter Flughafen nicht mehr erreichen, aber der Schaffner meint, das wäre kein Problem. Es würden kurz nach unserer Ankunft zwei andere Züge nach Frankfurt fahren. Ich hatte für den Flughafen einen Puffer von 2,5 Stunden eingeplant, also alles noch locker machbar.

In Fulda gibt es auch die beschriebenen Züge, wie mir jemand von der Bahn am Bahnsteig erklärte, würde einer der beiden auch zum Flughafen fahren. Blöd ist nur, dass eben dieser besagte ICE ein gutes Stück vor Hanau einen Triebwerksschaden hat. Der Lokomotivführer versucht noch den Schaden zu beheben, aber nach weiteren 20 Minuten kommt die Durchsage, wir müssten umsteigen. Also alles raus aus dem Zug und auf einem Nachbargleis auf den Zug warten, der da kommen würde. Einer fuhr noch durch, aber es kam dann doch noch einer der auch hält. Inzwischen habe ich dann doch langsam Bedenken, ob ich meinen Flieger noch rechtzeitig erreichen werde. Im Zug selbst, gibt es nur die Durchsage, dieser Zug würde weiter nach Frankfurt, Karlsruhe und Basel fahren. Weitere Haltestellen werden nicht genannt. Ein Schaffner lässt sich sicherheitshalber nicht sehen. Wobei inzwischen in dem ICE auch die Gänge mit Fahrgästen voll stehen. Ich entschließe mich wegen der fehlenden Information lieber in Frankfurt Hauptbahnhof auszusteigen. Andere Fahrgäste meinten, es wäre problemlos möglich mit der Straßenbahn zum Flughafen zu kommen. Dadurch würde ich zweifellos ein paar Minuten verlieren, aber immer noch besser, als nachher am Flughafen vorbei zu rauschen und in Karlsruhe oder wo auch immer zu stehen. Also spurte ich wie einige andere Reisende mit meinem Gepäck zur S-Bahn. Die nächste fährt auch schon in vier Minuten und so komme ich um 19:53 am Bahnhof im Flughafen an. Innerlich habe ich mit meinem Flug um 20:15 Uhr schon abgeschlossen, aber manchmal hat man ja auch Glück. An diesem Tage habe ich leider keins. Als ich um 20:05 am Schalter ankomme bin ich dort gänzlich alleine – geschlossen. In diesem Moment kommt eine Durchsage, die sich auf einen Flug der Condor nach Mombassa bezieht. Mombassa ist gut, da sollte ich auch eine Zwischenlandung nach dem Umsteigen in Addis Abeba haben. Aber auch für diesen Flug ist es schon zu spät. Obwohl Condor „Expreßtickets“ am Flughafen verkauft und auch die Schalter in direkter Nachbarschaft zu mir sind.

So bleibt mir nur, mich jetzt mit der Bahn auseinander zu setzen, und mich dort nach meinen Möglichkeiten zu erkundigen. An einem Fahrkartenschalter erklärte man sich für nicht zuständig und ich sollte doch bitte zum Infopunkt gehen, wo immer der jetzt auch sein sollte. Beim nächsten Stützpunkt der Bahn, den ich gefunden habe, war man zwar auch nicht zuständig, aber man war bemüht mir weiter zu helfen. Die Dame wollte dafür sorgen, dass ich eine anteilige Erstattung meines Fahrpreises bekommen würde. Da ich mein Ticket bereits 90 Tage vor Antritt der Reise erstanden hatte, konnte ich eines der verbilligten für 29,00 Euro ergattern. Nun hatte ich mehr als zwei Stunden Verspätung, dafür würde man mir den halben Fahrpreis – auf volle Euro aufgerundet - erstatten. Also sagenumwobene 15,00 Euro. Gut wer nicht viel zahlt, kann auch nicht viel erwarten. Die Dame hat mir dann noch erklärt, wo sich denn nun der Infopunkt befinden sollte. Das dieser nicht beschriftet ist, sondern lediglich eine rote und blaue Neonbeleuchtung hat, ist schon ein bisschen „schade“. Aber immerhin steht jemand in Bahnkluft drin. Er fühlt sich nur völlig überfordert. Heute gab es offensichtlich viele Reisende mit Verspätungen, jedenfalls will er nur die einfachen Sachen bearbeiten, und meine Sache ist eben nicht einfach. Er verweist mich auf einen Kollegen, der denn da gleichen kommen soll. Und er kommt auch tatsächlich. Aus Kulanz bietet er mir ein Hotelzimmer für eine Nacht an, gleichzeitig macht er aber auch darauf aufmerksam, dass ich dann keinerlei weitere Ansprüche habe. Gut richtige Ansprüche habe ich nur auf den halben Fahrpreis, alles andere ist Kulanz. Bei mir steht aber ja noch ein Flug von gefühlt 400 Euro im Raum, also lehne ich ab und verpflege mich erst einmal.

Das Sheraton am Flughafen ist nicht ganz meine Preisklasse, und mit einem Taxi zu einem wahrscheinlich genauso überteuerten Hotel in der Stadt erscheint mir nicht gerade lohnenswert. Also suche ich mir eine mehr oder weniger ruhige Ecke auf dem Flughafen, packe meinen Schlafsack aus und lege mich irgendwie möglichst so hin, dass auf Reisetasche und Rucksack ein Körperteil liegt. Kein grandioser Diebstallschutz und man liegt auch noch völlig unbequem, aber zumindest das eigene Gewissen ist beruhigt. Statt im Flugzeug nicht zu schlafen, liege ich also auf dem Frankfurter Flughafen herum. So gegen 1 Uhr wird es langsam etwas ruhiger um mich herum. Ich döse so ein bisschen vor mich hin, bis um ca. 3.00 Uhr das Reinigungsgeschwader durch diesen Teil des Flughafens wirbelt. Man lässt mich zufrieden und fegt und wischt um mich herum. So gegen 5.00 Uhr in der Früh beginnt auch der normale Betrieb auf dem Flughafen sich wieder zu regen. Eine nicht gerade erholsame Nacht geht zu Ende. Immerhin ich bin nicht allein, ich entdecke noch drei andere Personen, die sich eine ruhige Ecke oder eine Holzbank – ohne Zwischenlehnen wie bei den Stühlen – gesucht haben.