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    Alpenüberquerung

    Umfeld der Memminger Hütte

  • Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet
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    Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet

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    Sonnenaufgang in der Kalahari

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    Sonnenaufgang am Flughafen von Johannesburg

18. Reisetag          Avachinsky – 27.08.2018

Auch heute wird es im Grunde wieder ein Fahrtag. Er beginnt wieder zu den normalen Zeiten, also Frühstück um 8:00 Uhr. Dann auch heute wieder alles verpacken, die Zelte ein letztes Mal abbauen, und alles auf den Lkw verladen. Anschließend geht es weiter bis nach Elizovo, also der Stadt, in der auch der internationale Flughafen von Kamtschatka beheimatet ist, auch wenn der offiziell Petropawlowsk heißt. Dort gehen wir über einen örtlichen Markt. Dieser befindet sich in einer großen Halle, in dem zahlreiche kleinere Geschäfte und Händler ihre festen Stände haben. Am Eingang, den wir nehmen, sind zuerst die Fleisch- und Fischhändler versammelt. Dort finden sich übrigens auch die Fischeier der verschiedenen Lachsarten, der Lachskaviar wird kilogrammweise in großen 20 Liter Eimern für 2600 Rubel pro Kilogramm, umgerechnet etwa 35 Euro, angeboten. Außerdem finden sich in der Markthalle auch Händler für Obst und Gemüse, genauso wie welche für Bekleidung, Koffer und Taschen und einer wirklich beeindruckenden Vielfalt an Fernbedienungen, darunter nicht nur Universelle sondern auch durchaus vermeintlich zu Markengeräten passende der entsprechenden Hersteller. Der gleiche Anbieter hat doch eine große Auswahl an Mobiltelefonen zumeist chinesischer Hersteller und einige andere elektrische Kleingeräte im weitesten Sinne aus dem Unterhaltungsbereich im Angebot. Es gibt auch ein Geschäft mit allerlei fertigen Torten in den „leuchtendsten Farben“. Gebe es eine Auszeichnungspflicht der Inhaltsstoffe wäre sicherlich die Aufstellung der ganzen „Es“ beeindruckend. Aber der Renner scheint eine Bäckerei bzw. ein Brotverkauf zu sein. Dort hat sich eine lange Schlange gebildet. Ich selbst erwerbe bei einem der Händler eine Kleinigkeit. Dazu habe ich mich natürlich brav in die kleine Schlange eingereiht. Nicht zuletzt da ich mit meinen nicht vorhandenen Russisch-Kenntnissen, und den nicht zu erwartenden Englisch-Kenntnissen des Händlers, eine Unterhaltung mit Händen und Füßen nötig werden wird. Während die beiden Interessentinnen vor mir bedient werden, finden quasi simultan Geschäfte auf Zuruf mit passend abgezähltem Geld statt. Das Geld wandert dabei in einen Karton, aus dem dann auch später mein Wechselgeld herausgekramt wird. Kassenbons oder ähnliches sind an dieser Stelle offensichtlich unnötiger Bürokratismus. OK mich persönlich stört es an dieser Stelle natürlich nicht, ich könnte es weder von der Steuer absetzen, noch hätte ihn überhaupt lesen können.

Nach dem Markt machen wir uns auf den Weg zu unserer Mittagspause. Dabei kommen wir auch an einem verbliebenen Lenin-Denkmal vorbei. Sicherlich einem Mann, der die Politik des letzten Jahrhunderts sehr wesentlich beeinflusst hat, aber im heutigen Russland praktisch keinen Widerhall mehr findet. Wir essen schließlich bei einem Usbeken, der einen kleinen Schnellimbiss betreibt. Die verschiedenen Speisen sind aus dem fertig vorbereiteten Angebot frei zu kombinieren, das ist allerdings nicht warm gestellt. Das Ergebnis ist entsprechend. Von dort geht es dann weiter zu dem Supermarkt, den wir auch schon bei unserer Ankunft in Kamtschatka besucht hatten. Unter anderem kaufe ich mal wieder ein Eis. Wobei ich mich wohl ein bisschen vertan habe. Auf den Bildern oberhalb der Gefriertruhe konnte ich die entsprechende Verpackung nicht entdecken. Ich machte mir aber eigentlich keine Sorgen, ich glaubte eine ähnliche Verpackung bereits vor ein paar Tagen erworben zu haben, in dem sich ein Vanilleeis mit beidseitig Waffe befand. Hier habe ich nun einen 500 ml „Quader“ Karamelleis erworben, der praktisch wie ein Pfund Butter in Aluminiumpapier eingewickelt ist. Gut wer mich kennt weiß, die Menge ist eine für mich durchaus lösbare Aufgabe, auch wenn es direkt nach dem Mittag ist. Ein bisschen problematisch ist nur, dass ich keinen Löffel oder ähnliches Hilfsmittel zur Hand habe, worunter die „Ästhetik“ des Verzehrs ein bisschen leidet. Manchmal sind die Kleinigkeiten das größte Problem.

Vom Supermarkt geht es dann direkt zu unserem nächsten Camp in unmittelbarer Nähe zum Avachinsky, oder kurz auch Avatcha genannt, dem Hausvulkan von Petropawlowsk. Obwohl es lediglich rund 30 Kilometer zwischen Petropawlowsk und dem Vulkan sind, wurde die Stadt nie von den direkten Folgen eines Vulkanausbruchs heimgesucht. Nachdem wir die Straße in der Nähe des Flughafens verlassen haben, geht es über weite Strecken direkt in einem Flussbett entlang. Dieses ist derzeit mehr oder weniger trocken. In ihm liegt lediglich eine dicke Schicht Geröll mit zum Teil einigen größeren Felsen, denen man auch mit unserem Kamaz besser aus dem Weg geht. Die Auswaschungen an der Uferböschung haben an einigen Stellen durchaus die Höhe unseres Kamaz, auch hier scheint es insbesondere im Frühjahr zur Schneeschmelze ziemlich beachtliche Wassermengen zu geben. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir schließlich die Hütten, die in den nächsten beiden Nächten unser Zuhause sein werden. Wobei diese ein bisschen windschief aussehen. Da dies aber auf die beiden Hütten gleichermaßen zutrifft, hat sich offensichtlich irgendwer etwas dabei gedacht. Einige von uns machen noch eine kleine Wanderung im näheren Umfeld. Aufgrund des Wetters, es regnet mit unterschiedlicher Intensität, verzichte ich lieber auf dieses zweifelhafte Vergnügen, und lasse den restlichen Tag im warmen Aufenthaltsraum ruhig ausklingen.