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4. Tag        14.10.2014 - Mitlung (880m)

Heute ist der erste wirklich aktive Tag. Wobei wir es langsam angehen lassen. Frühstück ist um 7:30 Uhr, bis es dann wirklich losgeht, ist es dann fast schon 9:00 Uhr. Es geht über einen zuweilen eher steilen steinigen Weg ständig bergab. Wir überqueren die erste Brücke, die noch sehr neu ist, und auch sehr vertrauenserweckend aussieht. Was, wie ich gelesen habe, nicht immer zwangsläufig so sein muss. Nach etwas mehr als 3 Stunden haben wir unser Tagesziel auch schon erreicht. Dabei dürfte es sich wohl um die tiefste Stelle unserer Wanderung handeln, wir befinden uns in Mitlung auf etwa 880 m über dem Meeresspiegel. Unsere Zelte sind im Dorf aufgeschlagen, wobei Dorf relativ zu sehen ist, es ist eher eine Aneinanderreihung von Häusern an einem Pfad. Auf einer kleinen Runde an den nächsten Häusern vorbei, werden wir mindestens genauso interessiert beäugt, wie wir versuchen, die neuen Eindrücke aufzunehmen. Insbesondere die kleineren Kinder „schleichen“ im Verlauf des Nachmittags immer wieder in unserer Nähe umher, um einen Blick auf die Fremden zu werfen, die auch allerhand seltsames Zeugs dabei haben, dass man hier wahrscheinlich hier noch nie vermisst hat. So sitzen sie auch schon mal vor dem Zelt, und schauen wissbegierig hinein. Apropos Zelt, ich bin positiv überrascht, mein eigenes haben zu können. Eigentlich hatte ich für die Hotelübernachtungen ein Einzelzimmer gebucht, beim Zelt Trekking mich aber schon im Vorfeld mit einem Mitreisenden zusammengetan. Jetzt haben wir auch beim Trekking, warum auch immer, jeder unser eigenes Zelt. Insgesamt sind es jetzt vier Zelte für fünf Touristen. Die Zelte selbst sind relativ geräumig, da sie eigentlich für drei Personen ausgelegt sind. Wobei sie für meine Größe, die mit 1,87m, wie ich finde, nicht mal wirklich sehr groß geraten ist, von der Länge schon ein bisschen knapp sind. Aber da ich ja mehr als genug Platz habe, kann ich die Isomatte auch ein bisschen schräg legen. So vermeide ich entweder mit dem Kopf oder den Füßen an die Zeltwände zu stoßen, und damit meinen Schlafsack dem dortigen Kondenswasser auszusetzen. Noch ruschelt man relativ viel in der Tasche umher, was sich aber dann wohl mit zunehmender Reisedauer von selbst einspielen sollte. Inzwischen weiß ich auch, dass ich auch auf dieser Reise etwas vergessen habe. Eigentlich fällt mir das ein, kurz nachdem ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht habe, aber dieses Mal hatte ich keinen derartigen „Geistesblitz“. Das Inlett für meinen Schlafsack liegt, schön säuberlich in dem dazugehörigen Beutel verstaut, vor meinem Bett – Zuhause. Dabei hätte auch das Inlett alleine für die kommende Nacht wohl gereicht. Die Sonne schien den ganzen Tag und wir haben gefühlt um die 30 °C am Tag gehabt, und auch jetzt am frühen Abend ist es noch nicht wirklich sehr viel abgekühlt. Dafür sind aber einige Wolken aufgezogen. Und mein Schlafsack hat eine Wohlfühltemperatur von Minus 10°C, dürfte also im Moment noch ein bisschen warm sein. Das für mich wichtigste ist aber, nachdem es heute Morgen schon viel besser war, sind die Kopfschmerzen inzwischen völlig weg. Wobei ich auch unterwegs und auch zu den Mahlzeiten relativ viel getrunken habe, da ich den Flüssigkeitsverlust bei der Anreise als Grund für die Kopfschmerzen ausgemacht hatte.

Die Ortschaft Mitlung ist nur zu Fuß zu erreichen. So haben wir heute Morgen in Taplejung den Autoverkehr hinter uns gelassen. Alles was man hier braucht, muss auf dem Rücken her getragen werden. Genauso muss aber auch alles, was verkauft werden soll, auf dem Rücken zum Markt nach Taplejung transportiert werden. Praktisch alle hier leben von der Landwirtschaft, wobei es auf kaum mehr als eine Selbstversorgung hinausläuft. Unser Zeltplatz, hinter einem Haus gelegen, ist umgeben von Terrassenfeldern, auf denen Reis oder auch Mais angebaut wird. Einschränkend muss man aber natürlich sagen, dass wir uns zwischen zwei Bergketten an einem Fluss bewegen, es also nicht so sehr viel Fläche für die Landwirtschaft gibt. Neben den eigentlichen Feldern hat jedes kleine Gehöft noch einen Garten, meist ein paar Ziegen, ein Schwein und ein paar Hühner, die hier umherstreifen. Unter den Hühnern sind auch einige Hennen mit ihren Küken unterwegs. An dem Haus hängt neben einer langen Säge auch ein Baumstamm mit zwei Löchern, auf Nachfrage erfahren wir, dass es sich dabei um einen Bienenstock handelt. Vielleicht an dieser Stelle gleich noch ein paar Hinweise zum Thema Landwirtschaft hier in Nepal. In ihr sind knapp 70 % der Gesamtbevölkerung beschäftigt. Sie erwirtschaften aber nur rund 40 % des Bruttosozialproduktes. In den tieferen Ebenen kann auch über den eigenen Bedarf hinaus produziert werden. So sind etwa 40 % der Exporte aus der Landwirtschaft. Was aber leider nicht für die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft spricht, sondern einfach dokumentiert, wie schwach die Industrieproduktion hier ausgeprägt ist. Wozu natürlich auch die schlechte Infrastruktur beiträgt. Auch in der jüngeren Geschichte gibt es einige Vorfälle, die der Wirtschaft nicht gerade genutzt haben, aber dazu später noch mal mehr.