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07.08.05      1. Reisetag – Toronto

Am Morgen gibt es zuerst mal einen klassischen Fehlstart. Leider habe ich völlig verschlafen. Mein Shuttle zum Flughafen steht vor der Tür und ich liege noch im Bett. Also alles ein bisschen wie auf der Flucht. Schnell noch die letzten Sachen ins Gepäck und mit dem Frühstück in der Hand ins Auto. Da ich an einem Sonntag in den Urlaub starte, sind die Straßen am frühen Morgen noch frei, so war ich sogar noch vor dem Bording am Gate. In den Unterlagen empfahl man 2 Stunden vor dem Flug am Flughafen zu sein, gut das hatte ich eh nicht geplant, aber 2 Stunden vor dem Flug noch im Bett war doch ein bisschen hart. Aber wie in solcher Hatz angekommen, beginnt man doch sich Sorgen zu machen: Hast du eigentlich alles eingepackt oder liegt noch irgendwas im heimischen Bad. Der Klassiker überhaupt: die Zahnbürste, oder der Rasierer ??? Aber es ging auch schon an Bord. Schon fast auf der Startbahn angekommen, kam die Durchsage des Piloten, das sich der Start noch kurz verzögern würde Zitat: „Die Maschine vor uns hat ein paar Möwen zerlegt, die Startbahn muss noch kurz gesäubert werden“. Na das geht ja alles sehr gut los, nicht das ich an die Astrologie glauben würde, aber die Sterne standen wohl etwas seltsam zueinander.

Die Zubringer-Maschine kam pünktlich in Frankfurt an, und ich hatte noch einige Zeit für den großen Sprung nach Toronto, der größten Stadt Kanadas. Aber die Ungewissheit mit dem Rasierer beschäftigte schon, inzwischen war ich mir sicher, die Zahnbürste ist dabei. Also stellte sich die Frage, einen in Deutschland und damit mit deutschen Stecker kaufen oder pokern, und hoffen das ich meinen doch im Koffer habe. Ich entschied mich für´s Pokern, zumal die Schnäppchenpreise auch ohnehin nicht gerade auf dem Flughafen zu finden sind. Notfalls konnte ich ja einen in Kanada kaufen, und den dann nach Ende der Reise gepflegt in die Tonne „kloppen“.

Nach 8 Stunden Flug und einer kurzen Fahrt war ich endlich im Hotel, Zeit für eine gründliche Dusche, mal in aller Ruhe. Hier in Toronto haben wir zwar erst 16 Uhr, aber in Deutschland wäre es ja auch schon 21 Uhr. Anschließend folgt nur noch ein kleiner Sparziergang in die Downtown von Toronto. Unverkennbar ist die Innenstadt beherrscht von Banken und Versicherungen mit ihren Hochhäusern. Das alte Rathaus wirkt fast wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Zumal die Downtown hier noch relativ neu ist und zu einem nicht unerheblichen Teil auf einem ehemaligen Bahngelände der Canadian National Eisenbahngesellschaft entstanden ist. Und das erst in den letzten zwei Jahrzehnten. Das neue Rathaus gleich daneben wirkt hypermodern und soll aus der Luft betrachtet wie ein Auge aussehen. Überall wird hektisch gebaut, unverkennbar boomt die Wirtschaft in Kanada, zumindestens hier in der Finanzmetropole des Landes. Doch eins gibt es hier, das war auch schon zu Zeiten der Indianer hier, von ihnen stammt übrigens auch der Name Toronto, der soviel bedeutet wie Stadt am Wasser. Und damit wären wir auch bei dem alten an Toronto: der Lake Ontario. Er gehört zu den fünf großen Seen in Nordamerika. Er ist der kleinste der fünf, hat aber immer noch etwa die 34fache Fläche des Bodensees. Er reicht hier von der Downtown aus betrachtet bis zum Horizont. Neben der für die Entwicklung Kanadas wichtigen Eisenbahn gibt es in Toronto noch den Sitz einer anderen wichtigen Firma, bei der Entwicklung des Landes. Sie heißt kurz HBC, oder in der langen Version Hudson Bay Company. Die Kanadier sagen aber auch gerne „Here before Christ“. Die Hudson Bay Company, oder kurz The Bay, wurde bereits 1670 gegründet, ist also sehr viel älter als Kanada selbst. Gegründet wurde sie von zwei Pelzjägern, die von den Franzosen keine Lizenz für den Pelzhandel im heutigen nördlichen Kanada erhielten. Frankreich wollte in den neuen Gebieten ein Agrarland aufbauen, da passte Pelzhandel nicht ins Bild. Sie wandten sich kurzerhand an London, die auch Teile des heutigen Kanadas besetzt hatten und gewannen auch gleich britische Kaufleute für ihre Idee. Von Prince Rupert erhielt man einen riesigen Landstrich, der um vieles größer war als das Mutterland England, per Erlass zugeteilt. Der Handel mit Biberpelzen, dem weichen Gold Kanadas, war so erfolgreich, das sich die Gesellschaft schnell auszubreiten begann. Noch heute ist die Hudson Bay Company einer der bedeutendsten Handelsgesellschaften in der Welt, auch wenn der Pelzhandel keine Rolle mehr spielt.

Dabei gleich noch mal eine kleine Anmerkung, wo ich schon beim Handel bin: Die Getränkeflaschen haben hier für deutsche Verhältnisse merkwürdige Größen, so gibt es Cola etwa in 0,71 L, Wasser in den Größen, 1,5L; 0,65L; 0,591L; 0,5L oder 0,35L. Aber das nur mal so am Rande zu den ersten Eindrücken. Und da gibt es noch etwas, auf den 5 kan$ steht ein kleines Sprüchlein: „The winters of my childhood were long, long seasons. We lived in three places – the school, the church and the skating ring – but our real life was on the skating ring”. Frei übersetzt bedeutet es soviel, wie in den langen Winter meiner Kindheit gab es drei Orte – die Schule, die Kirche und das Eishockeyfeld. Aber das richtige Leben fand nur beim Eishockey statt. Vielleicht ein Satz, der mehr sagt über die Winter und das Leben in Kanada als tausend Wörter.