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6. Reisetag    25.07.2012 – Martin-Busch-Hütte

Heute geht es ein bisschen früher los als sonst. So heißt es Aufstehen 5.30 Uhr, und dann entsprechend 6.00 Uhr Frühstück und 6.30 Abmarsch, womit wir recht früh unterwegs sind. Die Zeiten sind so gewählt, da heute noch mehr Gruppen zumindest auf dem ersten Abschnitt den gleichen Weg wie wir nehmen möchten, und man will ja auch nicht in einer endlosen Kolone hintereinander her gehen.

Draußen ist es neblig und sieht sagen wir mal frisch aus. Aber die Echtprobe ergibt fast das Gegenteil. Es ist relativ warm und in T-Shirt und dünner Softshell Jacke fühle ich mich recht wohl. Das soll aber nicht lange so bleiben, nachdem wir das Geröllfeld direkt hinter der Hütte überwunden haben, beginnt es ein bisschen zu tröpfeln. Also ziehe ich, kaum das wir eine halbe Stunde unterwegs sind Regenhose und Regenjacke an. Als ich die Gruppe wieder eingeholt habe, ist es aber auch schon wieder trocken. Ich staune ein bisschen über die Zweckmäßigkeit eines kleinen Regenschirms, der eigentlich auch auf unserer empfohlenen Packliste des Veranstalters gestanden hat. Aber außer unserem Bergführer hat auch sonst niemand einen dabei. Mit dem Regenschirm sieht es auch etwas albern aus, bei fast völliger Windstille wie jetzt, hat er aber auch unbestritten Vorteile. Er ist schnell vorgeholt und auch schnell wieder verstaut. Man sollte nur eben darauf achten, dass er kein Metall enthält, damit man bei einem möglichen Gewitter nicht ein bisschen zu sehr im Mittelpunkt steht.

Oben am Reppenbachjoch angekommen ziehe ich also das Regenzeug wieder aus. Auch auf dem Weg zum Joch gibt es übrigens ein paar Stellen, die mit Drahtseilen gesichert sind. Absteigen werden wir ab hier dann ein bisschen diagonal über ein Schneefeld, in der wir noch einen kleinen Weg treten müssen. Auch hier sind mir die Stöcker durchaus nützlich, auch wenn sie natürlich nur kleine Teller haben. Nach einem kleinen Stück über Felsen geht es dann noch ein weiteres Mal über ein Schneefeld. Ab da ist der restliche Weg bis zur Gletscherstation von Sölden recht einfach. Direkt neben dem Abstieg verläuft auch die bekannte Skipiste, wobei der untere Teil des Gletschers mit Folien abgedeckt ist. Damit versucht man das weitere Abschmelzen des Rettenbachgletschers, wenn schon nicht zu verhindern, so doch zumindest zu verlangsamen. Denn die Skifahrer wollen schließlich im Winter bis zur Station fahren können und nicht schon vorab zu Fuß laufen müssen. Als wir eintreffen ist hier oben noch alles geschlossen, aber laut Aushang soll sich das heute noch ändern. Aber das Geschäft im Sommer dürfte wohl eher mau sein. Von der Höhe sind wir mit 2750 übrigens wieder etwa auf der Höhe der Braunschweiger Hütte, was auch für den Tiefenbachferner gilt, zu dem wir mit einem Kleinbus in kaum 10 Minuten durch den Rosi Mittermaier-Tunnel gelangen. Er ist übrigens der höchstgelegene Autotunnel in Österreich. Von hier geht es dann auf dem Panoramaweg hinunter nach Vent, wofür noch mal 4,5 Stunden geplant sind. Auf halber Strecke legen wir noch mal eine kleine Rast ein, was aber wieder an einer der zugigen Ecken passiert. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass auf dem Panoramaweg ein paar Abschnitte recht schmal sind, und somit auch nicht für einen Rast geeignet sind. Kaum das wir wieder unterwegs sind, fängt es auch wieder ein bisschen an zu tröpfeln. Dieses Mal beschließe ich das mit dem Regenzeug einfach zu lassen. Gleiches gilt auch für eine Mitreisende, die sich wie ich auch heute Morgen schon einmal alles übergezogen hatte. Wie sich nur wenige Augenblicke später herausstellt ist die Entscheidung, jetzt keinen Regenschutz anzuziehen, genauso falsch, wie am Morgen die Entscheidung es zu tun. Meine Kamera habe ich unter meine dünne Softshelljacke gezogen, die ja immerhin wasserabweisend sein soll. Nach etwa einer Stunde im Regen ist die Kamera auch noch trocken und der Wind kommt schließlich auch von hinten. Das wird schon irgendwie gut gehen, zumal das Umpacken in den Rucksack bei dem Regen der Kamera ja auch nicht unbedingt förderlich ist. Als wir nach einer weiteren Stunde unten im Tal Vent erreichen, sehe ich noch mal nach der Kamera. Hhhmmm nun ist sie zumindest äußerlich feucht. Da ich außer trockenwischen jetzt ohnehin nichts machen kann, packe ich sie in einem Restaurant, in dem wir essen in den Rucksack und ziehe mir selbst trockene Sachen an. Auch wenn es nicht wirklich kalt ist, möchte ich da auch kein Risiko eingehen.

Nach dem es bei unserer Ankunft in Vent nur noch ganz leicht genieselt hat, wird der Regen nach der Mittagspause wieder stärker. Aber vor uns liegen ja auch nur noch ein geplante Gehzeit von etwas mehr als zwei Stunden zur Martin-Busch-Hütte. Auch hier werden die Rucksäcke wieder befördert, jetzt aber mit einem Geländewagen. Das liegt daran, dass es eine Fahrstraße zu der Hütte gibt. Dazu gleich ein Ausflug in die Geschichte der Hütte. Sie wurde 1938 von der Sektion Berlin gebaut. Sie hieß damals Hermann-Göring-Hütte. Eben dieser nutze sie als Ausgangspunkt für die Jagd, der er sehr zugetan war. Er war im Dritten Reich neben dem Oberkommandieren der Luftwaffe auch Reichsforstmeister. Er ließ kurzerhand einen Weg zu „seiner“ Hütte bauen und hatte auch Pläne diese auch zu einer repräsentativen Jagdresidenz ausbauen zu lassen, wozu es dann aber nicht mehr kam. Nach dem Krieg wurde die herunter gekommene Hütte dann von Martin Busch wieder aktiviert, weshalb sie heute seinen Namen trägt. Der Weg zur Hütte ist relativ leicht, obwohl es von Vent zur Hütte rund 600 Höhenmeter sind. Man läuft dazu auf dem Fahrweg, der zwar stetig aber eben auch recht gleichmäßig ansteigt. Da man sich hier praktisch nicht verlaufen kann, kann hier jeder aus der Gruppe sein Tempo laufen, was mich mit einer Mitreisenden aus der Gruppe ein flottes Tempo anschlagen lässt. Anfangs überlege ich noch, ob das eine wirklich gute Idee ist, denn es geht schon flott voran. Nach einiger Zeit bin ich aber im Tempo drin, und der immer noch mehr oder weniger stark fallende Regen ermutigt auch nicht gerade dazu die Landschaft zu genießen. So sind wir nach etwa 1,5 Stunden an der Hütte. Zu diesem Zeitpunkt hört der Regen auch fast ganz auf. Immerhin soll das Prunkstück der Hütte der gute Trockenraum sein, das ist dann heute auch nötig, mein Zeugs vom Vormittag war praktisch komplett durch, und auch die Sachen vom Nachmittag sind zumindest äußerlich nass. Wie man im Trockenraum sieht, sind wir aber nicht als Einzige nass geworden, aber wir finden für unsere Kleidung noch ein Plätzchen, sind aber auch beide froh etwas früher da zu sein. Ober im Aufenthaltsraum lasse ich später auch mein Kameraobjektiv trocknen. Denn unten im Trockenraum mag ich es nicht unbeaufsichtigt liegen lassen. Oben könnte es auch praktisch jeder  vom Regal über dem Verkaufstresen weg nehmen, aber ein bisschen mehr Risiko ist es eben doch. Die Spiegelreflex-Kamera selbst kann ich dort kaum hinlegen, denn wenn ich sie von innen trocken lassen wollen würde, müsste ich wohl das Objektiv-Bajonett offen lassen, da ich den Deckel nicht dabei habe, da ich ohnehin nur mein „immerdrauf“ Objektiv dabei habe. Und dann würde sicherlich unendlich viel Staub in die Kamera kommen, also eher keine wirklich gute Alternative. Da hoffe ich einfach mal das Beste. Immerhin konnte man an der Kamera anders als beim Objektiv nicht schon offenkundig Feuchtigkeit feststellen. Nur das Objektiv hat sie eben nicht mehr erkannt. Was ich aber im Moment eher auf das Objektiv schiebe. Viel mehr als Abwarten kann ich da zurzeit nicht tun.