• Büffel
    Tansania

    Büffel

  • Gipfel des Mera
    Nepal

    Gipfel des Mera

  • Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet
    Norwegen

    Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet

  • Polarlichter bei Alta
    Norwegen

    Polarlichter bei Alta

  • Sonnenaufgang in der Kalahari
    Namibia

    Sonnenaufgang in der Kalahari

21. + 22. Reisetag    01.03. + 02.03.2012 – nach Hause

Wenn der Flug am Abend geht, ist es meistens nur noch ein Tag des Wartens, bevor es zum Flughafen geht. So ist es auch heute bei uns. Wir schlafen aus und genießen ein ruhiges entspanntes Frühstück. Gegen 10 Uhr räumen wir die Zimmer.

Wir haben beschlossen gleich rüber nach Entebbe zufahren und damit dem etwas chaotischen Kampala mit dem hier üblichen Verkehrsgewühl hinter uns zu lassen, inklusive der Geruchsbelästigung, die damit einher geht. Dort angekommen kaufen einige von uns noch ein paar letzte Souvenirs. Anschließend geht es in ein öffentliches Restaurant um Mittag zu essen. Es gibt ein paar ugandische Gerichte. Am Nachmittag besuchen wir noch ein kleines Reptilien-Gehege. Neben Schildkröten, Mini-Alligatoren und Chamäleons gibt es noch ein paar Schlangen zu sehen. Zu ihnen gehören Kobras, Vipern und Mambas. Allgemein sind Reptilien nicht so meine Sache, und auch hier warten wir ja eher auf den Rückflug. Obwohl die sich aufrichtende Schwarzweiße Kobra oder die Zähne der Gabunviper natürlich schon ein Hingucker sind.

Anschließend machen wir uns noch kurz frisch, um dann zum Flughafen zu fahren, der einzige wirklich internationale öffentliche Flughafen in Uganda, es gibt ja noch den der UNO hier in Entebbe. Wir treffen dort gegen 17 Uhr ein. Unser Flug ist für 19.55 Uhr vorgesehen. Also haben wir fast drei Stunden Zeit. Bevor wir überhaupt den Flughafen betreten dürfen, gibt es noch eine kleine Verzögerung. Das Gepäck ist dann aber doch zügig aufgegeben und auch die Passkontrolle ist schnell erledigt. Nach dem wir praktisch die meisten DutyFree Geschäfte abgeklappert haben, sind es immer noch fast 1,5 Stunden. Der Flughafen ist eben übersichtlich. Bis zum Einchecken am Gate ist auch noch alles gut. Dann erreicht uns die Nachricht, dass die Maschine mit der wir nach Nairobi fliegen wollen, noch nicht in Nairobi gestartet ist, von wo sie auch kommt. Angeblich wegen eines Unwetters. Etwas seltsam nur, das kaum eine halbe Stunde zuvor eine Maschine von Uganda Air diese Strecke planmäßig geflogen ist. Wir bekommen einen kleinen Snack und ein Erfrischungsgetränk. Gegen 21.55 Uhr, also zwei Stunden nach dem geplanten Abflug kommt die Durchsage, dass der Abflug auf 0.10 Uhr verschoben worden ist. Wir bekommen ein weiteres kleines Essen, wenn gleich das erst nach 23 Uhr zur Verfügung steht, für die Passagiere, die als letztes etwas bekommen, wird das mit dem Abflug dann langsam knapp. Wirklich ins Rollen kommt die Maschine dann aber ohnehin erst gegen 0.45 Uhr. Ich sitze neben einem Schweden, der hier in Afrika viel mit dem Flugzeug unterwegs ist. Er meinte nur, das wäre für Kenya Airways leider nicht ungewöhnlich. Nach seiner Meinung hätten die eher mehr Flugverbindungen als Flugzeuge bzw. die Flugzeuge wären nicht immer da, wo sie sein sollten. Ursprünglich hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon wieder zwei Stunden im Flug von Nairobi nach Amsterdam sitzen sollen. Stattdessen fliegen wir noch nach Nairobi. Dort kommen wir gegen 02.00 Uhr an. Wir versuchen so schnell wie möglich zum Transferschalter zu kommen. Obwohl Kenya Airways ja klar war, wer in unserer Maschine sitzt und auch wohin weiter möchte, sind lediglich zwei der fünf Schalter besetzt. Vorbereitet ist nichts und die beiden Angestellten am Schalter völlig überfordert von der Situation. Als wir uns dann endlich durch die wartende Schlange vorgearbeitet haben, bekommen wir die Auskunft, es gäbe noch Plätze in der Morgenmaschine um 08.20 nach Amsterdam. Es kommt ein weiterer Angestellter von Kenya Airways und sammelt unsere Bordkarten für den verpassten ursprünglichen Flug ein, um die neuen für die Morgenmaschine zu besorgen. Gegen 4 Uhr bekommen wir die Information, dass plötzlich doch keine Plätze mehr in der Morgenmaschine frei wären, und es gäbe dann von Amsterdam auch ohnehin keinerlei Anschlussflüge mehr zu den Heimatflughäfen. Alleine in unserer Gruppe waren das Hamburg, Hannover, Frankfurt, Nürnberg und Basel. Das erscheint mehr als unwahrscheinlich. Alternativ bietet uns Kenya Airways für die nächsten ein oder zwei Nächte, so genau will man sich da nicht festlegen, ein Hotel in Nairobi an. Das ist für uns natürlich kein vernünftiges Angebot, wir wollen nach Europa und uns notfalls dann dort selbst um Möglichkeiten des Weiterflugs oder sogar eine Bahnfahrt kümmern. Von Nairobi gibt es zwei Flüge am Tag nach Amsterdam, von Amsterdam sollte es eher ein Dutzend Optionen geben. So bleiben wir als Gruppe zusammen und machen weiter Druck, auch über unseren Reiseveranstalter und dessen Notfallrufnummer in Deutschland. Gegen 5.30 Uhr gibt es dann doch wieder Plätze für uns in der Maschine am Morgen.  Mir ist ein bisschen unwohl dabei, als unsere Gepäckmarken eingesammelt werden, damit man auch unser Gepäck richtig auf die Morgenmaschine bucht bzw. mit den entsprechenden Markierungen versieht. Denn bisher tut man sich hier nicht gerade durch eine perfekte Organisation hervor. Und so habe ich keinerlei Nachweis mehr für mein Gepäck, und ich habe schon Zweifel, ob das auch wirklich mit nach Amsterdam fliegt. Dann ein paar weitere Stunden später kommt die Durchsage, die Maschine nach Amsterdam verzögert sich, genaueres würde folgen. Immerhin räumt man ein, man habe organisatorische Probleme. Man bittet uns einen Voucher an einem Schalter abzuholen, mit dem man uns in einer Lounge von Kenya Airways ein Frühstück gewähren würde, nur am Schalter wusste man nichts von dem Voucher. Man empfahl uns, einfach so hinzugehen und einfach unser Ticket vorzuzeigen. Immerhin das ging reibungslos. Unser Flug ist inzwischen auf 11.45 Uhr terminiert. Was dann später auch so in etwa hinkommt. Der Kapitän bittet bei seiner Begrüßung durch den Bordlautsprecher um Entschuldigung für die Verspätung, aber er wäre überraschend zum Flughafen beordert worden, weil sich der reguläre Kapitän am Morgen krank gemeldet hätte, und das braucht eben so seine Zeit. Unfassbar ist dann aber wieder, dass eine der Toiletten an Bord schon beim Abflug defekt war. Man hätte durch unseren verspäteten Abflug über drei Stunden mehr Zeit gehabt, sich darum zu kümmern, aber man tat es wohl nur einfach nicht. Dafür war es in der Maschine ziemlich kalt. Ich bin froh meine Fleecejacke im Handgepäck zu haben, aber selbst mit der zugegeben dünnen Decke, die es auf einem Langstreckenflug üblicherweise so gibt, ist mir kalt. Wozu sicherlich auch beiträgt, dass ich bereits mehr als 24 Stunden nicht mehr wirklich geschlafen habe. Wie wir später von einem Flugbegleiter erfahren, ist die Klimaanlage nicht richtig regelbar, es gibt „zu kalt“ oder „viel zu warm“. So sitzen wir für etwa 8 Stunden im kalten Flugzeug. Immerhin kommen wir damit Amsterdam immer näher, und damit auch dem guten alten Europa mit seiner zugegeben manchmal auch übermäßigen Planung und Ordnung. Nicht das hier jetzt ein falscher Eindruck entsteht, ich sehe auch viele Vorteile in der normalen zwanglosen Aktion, wie man Probleme in Afrika löst – jedenfalls meistens – aber sich so auf jeden Fall eine Menge unnötigen Stress vermeidet. Aber was Kenya Airways hier gebracht hat war unterirdisch. Keinerlei wirkliches Interesse an einer Lösung oder gar selbst initiativ überhaupt etwas unternommen. So wusste man lange bevor wir Nairobi erreichten, wohin wir wollten, und hätte sich um die Umbuchung längst kümmern können. Stattdessen war der Transferschalter völlig unzureichend besetzt, was sich übrigens auch später, so lange wir in Nairobi waren, nicht verändert hat, auch als sich dort vormittags zeitweilig eine Doppelschlange von mehr als 50 Meter gebildet hatte. Ich für mich werde jedenfalls nicht mehr mit Kenya Airways fliegen.

Wie man es richtig macht, zeigt dann KLM in Amsterdam. Wir landen gegen 18.40 Uhr Ortszeit und laufen direkt zum Transferschalter. Man bucht uns sofort auf einen Weiterflug, in meinem Fall nach Hamburg, es gibt keine Probleme mit freien Plätzen. Mich fragt man gar noch, was ich denn in Amsterdam mache, nach ihren Informationen im System, hätte ich über Paris nach Hamburg fliegen sollen. Nach dem das geklärt ist, hole ich zusammen mit anderen aus unserer Gruppe unser Gepäck, das fast wider Erwarten tatsächlich hier angekommen ist. Denn in Nairobi hat man uns lediglich bis Amsterdam gebucht, und beharrte auch darauf, es gäbe keine Möglichkeit zum Weiterflug. Wie ich aus anderen Erlebnissen weiß, kann dort praktisch nie überhaupt Gepäck durch gebucht werden, wenn die Umbuchung am gleichen Tage erfolgt ist. Aber das war ja für uns ohnehin kein Thema, da Kenya Airways uns praktisch in Amsterdam abgegeben hat. So nehmen wir unser Gepäck auf, verlassen praktisch das Innere des Flughafens und geben das Gepäck auch sofort wieder auf. Da nur wenig Betrieb auf dem Flughafen ist, bleibt auch noch mehr als genug Zeit noch einen Kaffee zu trinken. Für die „Hamburg Fraktion“ geht es um 21.25 Uhr pünktlich in einem nur halb gefüllten Flugzeug weiter. Noch vom Amsterdam hatte ich geregelt bekommen, dass man mich am Flughafen abholt, ursprünglich hätte ich mit der Bahn weiter fahren wollen. Da hatte ich dann aber doch ein bisschen Bedenken, auf dem Bahnhof in Hamburg zu stranden. Und nach der Nacht auf dem Flughafen von Nairobi wollte ich das lieber vermeiden. Statt gegen 11 Uhr am Vormittag wird es nun eher Mitternacht, bis ich zu Hause bin. Inzwischen habe ich seit fast 40 Stunden nicht mehr wirklich geschlafen, mal von ein bisschen Dösen auf dem Fußboden in Nairobi und im Flieger nach Amsterdam abgesehen, leider kann ich im Flugzeug nicht wirklich schlafen. Seltsamerweise bin ich dann endlich zu Hause angekommen, aber auch nicht wirklich reif fürs Bett, sondern räume noch ein bisschen herum, bis ich dann endlich soweit runter gekommen bin, auch ins Bett gehen zu können.