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7. Reisetag    26.07.2012 – Meran

Auch heute geht es wieder früh los, konkret heißt das Frühstück um 6.00 Uhr und Abmarsch um 6.30 Uhr. Ich mache gleich draußen ein paar Tests mit meiner Kamera, die ja gestern nass geworden war. Mein Objektiv sieht auch wieder trocken aus, aber die Automatiken funktioniert auf jeden Fall nicht, gleiches gilt auch für den Verwackelschutz und ein paar anderer kleiner Helferlein. Wie sich später herausstellen sollte, gilt das leider auch für den Weißabgleich. Aber für langes herum probieren reicht die Zeit ohnehin nicht, da wir ja weiter wollen. Nach etwa 20 Minuten bemerke ich, dass ich eine meiner beiden Jacken heute Morgen im Trockenraum vergessen habe. Also sage ich den anderen Bescheid und drehe um. Was aber auch kein Problem darstellen sollte, zumal jetzt schon einige Wanderer unterwegs sind, falls etwas passieren sollte, auf der anderer Seite das Tempo der Gruppe aber auch nicht so hoch ist, dass ich diese nicht wieder einholen können sollte. So mache ich ordentlich Tempo, versuche es aber auch nicht zu übertreiben, meine Jacke hängt auch noch an dem Platz, an dem ich sie gestern aufgehängt hatte. Überhaupt sind alle Kleidungsstücke bis auf die Schuhe vollständig trocken, obwohl ich gestern sowohl das T-Shirt als auch die Softshell-Jacke gestern auswringen konnte. Aber jetzt gilt es die Gruppe wieder einzuholen. Da das erste Stück der Tagesetappe heute recht flach verläuft, ist das natürlich für einen „Flachlandtiroler“ wie mich eine Sprint-Strecke. So dauert es auch nicht lange, bis ich die Gruppe, wenn auch noch in einiger Entfernung, wieder vor mir sehe. Kurz vor einer kleinen Bachüberquerung bin ich dann auch wieder dran. Von hier geht es dann auf ein kleines „schmutziges“ Eisfeld. Will sagen auf der Eisfläche, die aus sehr glattem und hartem Eis besteht, liegt sehr feinkörniger Sand bzw. kleine Steinchen, die teilweise auch in der obersten Schicht des Eises eingeschlossen sind. Dadurch ist die Fläche aber eben nicht mehr weiß sondern fast schwarz. Was wieder bedeutet, dass sich die Fläche stärker erwärmt und taut, und sich so auch weiter feine Partikel in die Oberfläche einlagern und den Prozess des Abschmelzens weiter beschleunigen. An einigen Stellen sieht das Eis aus der Nähe fast klar aus und nicht weiß oder leicht bläulich schimmernd, wie ich es eigentlich erwartet hatte.

Von hier ist es dann auch nicht mehr weit bis zu unserem Zwischenziel der Similaun Hütte, die immerhin auf 3019m liegt. Das Gelände ist sehr felsig, was auf der Höhe natürlich nicht wirklich verwundert, aber dazu weht hier ein sehr scharfer Wind, dabei war es auf dem Weg hierher fast windstill. Gefühlt fällt die Temperatur hier schon um einiges. Bis zu dem kleinen Eisfeld hatte ich nur ein T-Shirt an, hier ist es auch mit der dicken Jacke nicht übermäßig warm. Dabei sind wir kurz vor der Hütte über die Grenze ins warme Italien gekommen.

Auf der Hütte leihen wir uns Steigeisen, um damit ein bisschen auf dem Hauptgletscher zu üben. Er macht auch den Hauptteil auf dem Weg zum Gipfel des Similaun aus. Kurz vor dem Gipfel gilt es dann noch einen schmalen Grat zu überwinden, der wohl insbesondere bei Wind nicht ganz ohne sein soll. Entgegen der Reisebeschreibung ist eine Besteigung aber nicht möglich, da dafür die Zeit zu knapp ist. Der Bergführer schätzt, dass dafür etwa vier Stunden nötig sind, immerhin sind es bis zum Gipfel noch rund 600 Höhenmeter. Und der größte Teil des Weges führt eben über den Gletscher. Von uns aus der Gruppe hat aber keiner Erfahrung mit Steigeisen. So passen wir die Steigeisen nur an und üben damit ein bisschen im unteren Schneefeld am Gletscher und auch ein bisschen auf dem Eis selbst. Dass wir dabei nicht an einem Seil unterwegs sind, sei hier nur mal der Vollständigkeit halber erwähnt, denn eigentlich würde es so gehören. So brechen sowohl ein Mitreisender als auch ich selbst auf dem Schneefeld mit jeweils einem Bein ein. Mit einem Rums sitzt man da auf dem Allerwertesten. Bei mir konnte man etwa 2m tief in eine kleine Spalte sehen, das ist nicht wirklich dramatisch, unterstreicht aber die Geschichte mit dem Seil.

Zurück auf der Similaun Hütte, die mir übrigens sehr gut gefallen hat, machen wir Mittagspause. Wir sitzen im Warmen, die Sonne wärmt uns zusätzlich durch die Scheiben, und der kalte Wind bleibt draußen. Es könnte uns sicherlich härter treffen. Trotzdem ärgert es mich ein bisschen, dass die Besteigung nicht möglich war, ich verstehe aber auch durchaus die Argumentation dagegen, nur sollte man dann auch die Reisebeschreibung entsprechend anpassen. Wobei es vielleicht auch teilweise dem eher gemächlichen Tempo der Gruppe geschuldet sein könnte.

Übrigens ist die Fundstelle des „Ötzi“ nicht weit von der Hütte entfernt. Seine Leiche wird auf etwa 5300 Jahre geschätzt, und zeigt, das es schon damals Menschen über die Alpen geschafft haben, wobei die meisten von ihnen wohl Schmuggler bzw. Handelsleute gewesen sein dürften. Wobei das wohl auch nicht immer ganz ohne Streit ausging. Beim Ötzi vermutet man ja, das er in Folge eines Kampfes gestorben ist, an dem Fundort fand man Blut von vier verschiedenen Menschen. Sein Leichnam wurde übrigens über die lange Zeit perfekt im Eis konserviert.

Nach dem Mittagessen geht es für uns im wörtlichen Sinne nur noch bergab. Es sind noch knapp 1200 Höhenmeter bin hinunter zum Endpunkt der ersten Wanderwoche. Die ersten 400 Höhenmeter geht es über einen steilen, teilweise ausgesetzten und an ein paar Stellen ein bisschen schwierigen Pfad. Danach wird der Weg breiter und führt auch schon bald über Almwiesen und schließlich auch durch ein kleines Wäldchen. Als wir absteigen, grasen auch links und rechts von uns einige Kühe. Der Ausgang des E5 ist etwas oberhalb des Vernagt Stausee am Tisenhof auf 1814m. Wir sind froh es bis hier geschafft zu haben und gönnen uns zuerst ein schönes Hefeweizen und genießen die Aussicht über den Stausee, das Schnalztal und natürlich die umliegenden Berge.

Von hier geht es dann mit einem Kleinbus weiter nach Meran, dem eigentlich Schlusspunkt der Wanderwoche. Unser Hotel liegt direkt im Zentrum am Theaterplatz, zentraler geht wirklich nicht mehr. Auf der untersten Treppe liegt ein weißer Läufer, na jedenfalls ist er makellos weiß bevor wir mit den Wandertretern drüber laufen und unser grobstolliges Muster drauf drücken. Aber immerhin war es heute trocken und meist auch angenehm warm, und eben nicht matschig, was dem Läufer ansonsten sicherlich eine wunderschöne Schlammspur eingebracht hätte. Aber wer wird sich schon mit solchen Nebensächlichkeiten aufhalten wollen, denn es ruft ja wieder eine warme Dusche. Obwohl so richtig warm braucht sie gar nicht zu sein, hier in Meran sind es gefühlt jenseits der 30°C Marke, keine hohe Luftfeuchtigkeit dazu, also gut auszuhalten aber eben schon deutlich wärmer als in den letzten Tagen in den Bergen.

Heute Abend heißt es dann auch Abschied nehmen von der Gruppe. Während ich noch einen weiteren Abschnitt auf dem E5 bzw. genau genommen eher daneben in Angriff nehmen möchte, fahren andere in den Erholungsurlaub weiter in den Süden oder auch zurück in die Heimat.