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18. Tag        26.08.2013 – Khustayn uul Nationalpark

Unsere letzte Zeltnacht in der Mongolei war im Prinzip ruhig. Man hörte den Verkehr auf der Verbindungsstraße nach Ulan Bator. Nicht das wirklich viel los gewesen wäre, aber insbesondere die LKWs, die offensichtlich auch nachts unterwegs sind, sind nicht wirklich leise. Und wir sind nur ca. 2km über offenes flaches Gelände von der Straße entfernt. Die Anfangszeiten haben wir inzwischen ja schon verinnerlicht. So geht es wieder gegen 8 Uhr los. Unser erstes Ziel ist Karakhorum, um verschiedene Reparaturarbeiten an unseren Fahrzeugen durchführen zu lassen. Einige wollten sich ein bisschen die Beine vertreten, und sind ein gutes Stück vor der Stadt ausgestiegen. Ich selbst bin mit in die Stadt gefahren, die vorgeschlagene Alternative war sich noch ein bisschen in der Stadt umzusehen, insbesondere den großen Markt, der ganz in der Nähe der Werkstatt liegen soll. Nur sind alle Geschäfte im eigentlich nicht wirklich vorhandenen Zentrum geschlossen. Der Markt liegt fast genau gegenüber der Werkstatt. Nur öffnet der auch erst gegen 10 Uhr – also in einer Stunde. Im Moment gibt es ein paar verlassene Stände und einige geschlossen Container. Als wir protestieren, dass man uns das ruhig auch vorher hätte sagen können, fährt man uns weiter. Es soll in ein anderes  Zentrum der Stadt gehen, vor einer verfallenen Fabrik aus vergangenen Sowjetzeiten fragt man uns noch, ob wir lieber hier aussteigen möchten – wollen wir natürlich nicht. Schließlich „entledigt“ man sich uns von dem Kloster Erdene Zuu. Also ungenutzte Zeit vor sich langsam öffnende Buden mit chinesischem Tand und pseudo Souvenirs. Ich bin vorsichtig formuliert „sauer“, was nicht so schnell auf einer Urlaubsreise passiert. Und da hilft es auch nicht gerade, als uns unser lokaler Guide erklärt, es gebe in der Mongolei kein zentrales Stadtzentrum, wie es etwa in Europa normal ist. Und der Deutsche Guide des Reiseveranstalters hätte gewusst, dass praktisch noch nichts in der Stadt geöffnet hätte. Was sich bei einer späteren Nachfrage als falsch herausstellte. Wie auch immer, auch die Zeit verging, und unser Kleinbus kam, um uns hier wieder abzuholen. Es ging zurück zum Markt, der kurz vor 10 Uhr langsam zum Leben erwacht. Direkt vor dem Markt ist der Parkplatz, auf dem aber im Prinzip jeder sein Fahrzeug irgendwo stehen lässt. Die Anordnung ist entsprechend chaotisch. So kommt es dann eben auch immer mal vor, dass nicht jeder gleich wieder weg fahren kann, wenn er es denn wollte, weil er schlicht zugeparkt worden ist. Darüber scheint sich dann aber auch niemand wirklich aufzuregen. Man hat einfach mehr Zeit, oder nimmt sie sich zumindest. Auf einem Kleinlaster vor dem Markt, befinden sich auch ein paar Schafe und Ziegen, die ganz offensichtlich keine all zu hohe Lebenserwartung mehr haben. Dazu humpelt ein Hund auf drei Beinen vorüber, der den unteren Teil eines Beins von einem Schaf oder einer Ziege im Maul hat. Überhaupt sieht man unterwegs auch allerhand Hunde, die sich ganz offensichtlich irgendwelche Verletzungen an ihren Läufen zugezogen haben.

Eigentlich war geplant, hier nur insgesamt eine Stunde zu bleiben, aber der russische Kleinbus mit der versetzten Spur ist noch nicht fertig. So schlendern wir noch ein bisschen über den Markt. Einige Nomaden bieten ihre Milcherzeugnisse an. Darunter natürlich wieder Aruul, der getrocknete Quark. Es gibt aber auch gebrauchte Reifen, Motorsensen oder gar neue chinesische Kleinmotorräder. Außerdem ist noch das Baumaterial für eine Jurte im Angebot. Insbesondere für die Holzbearbeitung ist die Gegend bekannt. Wie man uns sagte kostet das Gerüst für eine Jurte incl. der Filzauflage etwa 6 Millionen Tugrik, umgerechnet etwa 3000 Euro. Im „Baumarkt-Container“ gleich nebenan gibt es z.B. verschiedene Kisten mit losen Nägeln verschiedener Größen. Wobei nicht alle mehr ganz frei von Oxidationsstellen sind, oder anders ausgedrückt, die rosten ein bisschen vor sich hin.

Irgendwann geht es dann aber doch weiter. Den Rest des Tages geht es mehr oder weniger direkt in Richtung Ulan Bator. Auch wenn wir dabei nicht immer der Hauptstraße folgen. In Karakhorum halten wir uns zunächst in nördliche Richtung. Der Grund ist einfach der schlechte Zustand der Hauptstraße. Sie ist die mit Abstand am stärksten befahrene Route des Landes, und die Teerdecke in weiten Teilen leider in einem schlechten Zustand. Darum weichen wir für den ersten Teil der Strecke auf eine Nebenstrecke aus.

Gegen 13 Uhr machen wir unsere Mittagspause. Während unsere Begleitmannschaft das Essen vorbereitet, haben wir noch eine Gelegenheit zu einer kleinen Runde auf einem Kamel. Eigentlich war das am Bajan Zag, den Flaming Cliffs, geplant. Damals standen nur schlicht keine Kamele zur Verfügung. Hier ist es eine ziemlich touristische Veranstaltung. Statt alleine zu reiten, werden die Kamele geführt. Bei mir ist es ein junger Mongole, der auf einem der kleinen mongolischen Pferde sitzt. Es geht zuerst über eine grüne Fläche, auf der sich auch Löwenzahn ganz offensichtlich ziemlich wohl fühlt. Sogar ein paar Wasserpfützen gibt es, auf dem Rückweg der kleinen Schleife geht es dann aber noch mal durch einen kleinen Streifen feinen Dünensand. Also einem Geläufe, auf dem sich nach unserem Gefühl die Wüstenschiffe zu Hause fühlen sollten. Ein paar unserer Gruppe sind inzwischen dann doch alleine unterwegs. Ein kleiner Junge, der die kleine Gruppe eigentlich führen sollte, ist einstweilen dazu übergegangen Blumen zu pflücken. Mein Kamel hält sich da eher an eine Birke, und zupft sich im Vorbeigehen ein paar Blätter und Zweige. Während wir zurück zum Startpunkt kommen, ist gerade eine andere Gruppe dabei, ihre Runde mit einem Kamel zu beginnen. Wir sind nicht mehr so weit von der Hauptstadt entfernt, und so kommen vorn dort neben ausländischen Touristen auch relativ viele Mongolen, um hier in richtigen Sanddünen zulaufen, oder eben auf einem Kamel zu reiten. Auch wenn das Gebiet mit den Sanddünen sehr übersichtlich ist. Aber viele Mongolen sind noch nie in der Gobi gewesen, und hier gibt es praktisch vor der Haustür einen Hauch von Wüstenfeeling.

Für uns heißt es dann für den Rest des Tages nur noch Strecke zu machen. Inzwischen sind wir auch wieder auf der Hauptstraße in Richtung Ulan Bator unterwegs. Etwa 85km vor der Hauptstadt biegen wir dann rechts ab und fahren ein paar Kilometer in südliche Richtung. Es geht fast unmittelbar an die Grenze zum Nationalpark Khustayn uul. Wir übernachten wieder in einem Jurtencamp. Es gibt also wieder sanitäre Einrichtungen. Das mit dem warmen Wasser soll noch ein bisschen dauern. Ich beschließe es einfach auf morgen früh zu verschieben. Mit der Zeit lässt auch das Verlangen danach  nach. Während wir uns noch auf die Jurten verteilen, beginnt es ein bisschen zu tröpfeln. Auch wenn daraus zunächst nicht mehr wird, beruhigt es schon in der kommenden Nacht nicht im Zelt zu schlafen, das wie ich ja schon in den ersten Tagen erlebt hatte, einem Regen eher schlecht als recht widersteht.