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26.10.2009      9. Reisetag - Muscat

Wir verlassen Ras Al Jinz wieder um uns zum zweiten Mal auf den Weg in die Hauptstadt Muscat zu machen. Die erste Station machen wir in Qalhat, oder was davon noch übrig ist, und das ist recht wenig. Ein kleiner Rest einer Stadtmauer und ein Teil eines Gebäudes, von dem man nicht weiß, ob es einst eine Moschee oder ein Mausoleum war. Einst war Marco Polo von dieser Stadt beeindruckt, nur sind seit dem 12. Jahrhundert die Portugiesen noch über die Reste eines Erdbebens hergefallen. In der Neuzeit, genauer genommen vor zwei Jahre wurde nun in unmittelbarer Nähe die Straßenverbindung von Sur nach Muscat gebaut. Da dieses nur mit Bagger und Presslufthämmer möglich ist, und entsprechend heute der Schwerlastverkehr seinen Teil dazu beiträgt, geht der Verfall inzwischen immer schneller voran. So muss man eigentlich sagen, an dieser „Sehenswürdigkeit“ könnte man auch ruhigen Gewissens vorbei fahren.

Der nächste Halt ist das „Sinkhole“, dabei handelt es sich um eine eingestürzte ehemalige Kalksteinhöhle. So ist sie heute ein tiefes Loch in der Kalksteinoberfläche. Das darin befindliche Wasser ist relativ warm, und sieht nicht nur schön türkise aus, sondern man kann auch darin schwimmen. Da es einen gewissen Wasseraustausch mit dem Meer gibt, vermischen sich darin Süßwasser mit dem salzigen Meerwasser aus dem Golf von Oman. Nach einer etwa zweistündigen Weiterfahrt durch ein Wadi und kleinere Pässe, gelangen wir in eine karge Mondlandschaft. Aber selbst hier findet sich noch eine mehr oder weniger ebene Fläche. Die wird noch kurz ein bisschen planiert, zwei Tore drauf gestellt und fertig ist der Bolzplatz. Auch in Sur am Strand haben wir solche Felder gesehen, aber eben auch immer wieder irgendwo im Nirgendwo. Menschliche Behausungen sind nicht selten weit und breit nicht zu sehen. Aber Fußball ist die klare Nummer 1 unter den Sportarten. Wobei die meisten Omani eher nichts damit im Sinn, haben selbst zu treiben. Aber wie das der Zufall manchmal so will, kommen wir am Nachmittag an unserem Hotel in Muscat an. Das Gepäck wird ausgeladen. Aber kurz darauf möchte man, dass die Jeeps aus dem Eingangsbereich weg gefahren werden. Der Grund: Die omanische Fußballnationalmannschaft fährt mit dem Bus vor. Unsere Gruppe steht noch in der Lobby herum, um das Verfrachten des Gepäcks zu beaufsichtigen, da kommen die „Stars“ auch schon ins Hotel. Sie sind eher kleinwüchsig und haben auch nicht gerade furchteinflößende Körper, aber dafür tragen sie die coolsten Brillen, weil die größten und dunkelsten die man nur finden konnte. Wobei auch sonst viele gerade junge Leute mit Sonnenbrillen mit riesigen Gläsern auf dem Kopf unterwegs sind. Später sollen mir noch ein paar Spieler Barfuss oder in Badeschlappen auf dem Etagenflur begegnen – dann ohne Sonnenbrille.

Für den Abend hatten wir uns für einen Besuch im Restaurant Kargeen entschieden. Eigentlich mache ich hier ja keine Werbung für Restaurants, aber dieses hier hat eine ganz angenehme Atmosphäre, jedenfalls wenn einem das Gedudel der indisch eingefärbten Musik, die mehr oder weniger im Hintergrund gespielt wird, nicht stört. Das Essen wird in ganz ungewöhnlicher Form dargeboten. So ist ein Grillteller hier durchaus wörtlich zu nehmen. Das Fleisch kommt in einem kleinen Messing-Grill inklusive darin befindlicher Kohle. Wer also ein bisschen langsam isst, bekommt das Fleisch gut durch. Ähnliche Darbietungen gelten für die anderen Speisen der reichhaltigen Karte. Wobei die Karte ein bisschen unübersichtlich ist, da sie verschiedene Werbungen enthält. Man sitzt in einem Innenhof, aber bei dem Wetter im Oman ist das am Abend ja eher ein Vorteil. Außerdem werden dort Schischas angeboten, die Wasserpfeiffen gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Serviert bzw. angezündet wird sie von besonderen „Brandmeistern“, die scheinbar pausenlos im Lokal unterwegs sind. Aber die Schischa steht ja auch ganz offiziell auf der Karte. Und weil das Restaurant zum Teil eben nach oben offen ist, ist die Luft zwar „duftig“, aber auch keine Räucherkammer. Aber noch mal zurück zum Ausgangspunkt. Wir wollten in zwei Taxen zu besagtem Lokal fahren. Vor dem Hotel standen auch zwei, nur waren die Fahrer irgendwie abhanden gekommen. Ein Angestellter des Hotels fand dann aber doch einen, und fuhr die andere Tour kurzerhand selbst. Er kam auch ohne Probleme am Restaurant an. Blöderweise saß ich im andern Taxi. Ein Taximeter sucht man hier schon mal vergebens, er fragte unterwegs schon, ob wir später ins Hotel zurück wollten, was wir natürlich bejahten. So machte er seinen Preis von fünf Rial pro Tour, also zehn insgesamt. Unterwegs sahen wir noch das andere Auto, aber als er schließlich anhielt, standen wir vor einem türkischen Restaurant. Als er merkte, dass wir recht unschlüssig waren, winkte er zum Restaurant und murmelte in seinem unverständlichen English „turkey“, nur wollten wir da ja gar nicht hin. Er wollte zu diesem Zeitpunkt noch kein Geld, sondern wollte uns in zwei Stunden wieder abholen. Wir versuchten ihm klar zu machen, dass wir eigentlich zum Kargeen wollten. Er sprach zwei junge Passanten an, die ihm dann unser Anliegen ins arabische übersetzen, jedenfalls forderte er uns jetzt auf wieder einzusteigen. Saul, unser Fahrer, legte wieder seine besondere Fahrweise an den Tag. Sein Abblendlicht schien kaum fünf Meter, dafür legte er eine sehr defensive Fahrweise an den Tag. Fuhr aber schön am äußersten rechten Fahrbahnrand der linke Spur. Dazu überfuhr er eine dunkelgelbe Ampel, um dann fast auf der Kreuzung anzuhalten. Aber was soll ich sagen, wir kamen an unserem Ziel an, auch wenn er unterwegs etwas in seinen weißen Bart brabbelte. Er wollte weiter noch kein Geld, versprach aber in zwei Stunden da zu sein. Den Preis machte er weiter auf zehn Rial für beide Fahrten fest. Als wir mit einer etwa halbstündigen Verspätung aus dem Kangeen kamen, stand Saul bereit. Und es machte auch nicht den Eindruck, als wäre er zwischenzeitlich weg gewesen. Er fuhr uns zurück zum Hotel, wir zahlten und alle waren glücklich. Saul ging noch kurz zu zwei Männern, die an einem Tisch beim Taxistand vor dem Hotel saßen. Sie hielten noch einen kurzen Plausch, wahrscheinlich hat er seinen Freunden, genauso wie ich hier über das Taxifahren schreibe, über seine Erlebnisse mit diesen Touristen berichtet. Aber nach kurzer Zeit war er wieder verschwunden, und sein Taxi stand wieder verlassen vor dem Hotel, aber als wir am früheren Abend los wollten, musste man ihn auch schon irgendwo her holen.

Hier noch eine kleine Exkursion zum Thema Alkohohl. Im Islam ist der Genuss von Alkohol verboten. Im Oman können alkoholische Getränke nur in bestimmten lizensierten Restaurants und Hotels gekauft werden, oder aber in extra dafür lizensierten Geschäften. Es ist in diesen Geschäften aber nicht erlaubt oder auch nur möglich, für mehr als 10% seines Monatseinkommens alkoholische Getränke zu kaufen. In Hotels gibt es diese Beschränkung nicht. Wobei die Preise dafür sehr stark differieren. In unserem Hotel in Khasab hat eine Dose Bier von 0,33ltr drei Rial zuzüglich 17% für die Steuer und festgelegte Trinkgeld gekostet. In der Bar in Ras Al Jinz dagegen kostete die Dose von 0,5ltr nur 1,20 Rial auch wieder zuzüglich der 17%. In der Bar waren auch „härtere“ Alkoholika wie Gin, Rum oder Whiskey auf der Karte zu finden. Dabei wird beim Verkauf kein Unterschied zwischen Muslimen oder Andersgläubigen gemacht. So kaufte sich ein Muslim in Dischdascha und Musar auf dem Kopf ein Dose Bier, ohne das ihn jemand schräg angesehen hätte. Der Verzehr von Alkohol in der Öffentlichkeit, also außerhalb der eigenen vier Wände oder des Hotels / Restaurants, ist im Oman allerdings verboten. Ich schließe dann auch gleich noch das Thema Hotelzimmer an. In all unseren Hotels hatten die Zimmer mindestens eine Verbindungstür zu einem Nachbarzimmer. Das mag vielleicht daran liegen, das im Oman häufig die ganze Familie und damit durchaus eine zweistellige Anzahl von Personen auf Reisen gehen. Und da genügt ein Zimmer natürlich nicht. Als Antwort auf die bei uns häufig zu findende Bibel, befindet sich hier immer ein kleiner Gebetsteppich in den Zimmern, dazu kommt dann auch immer ein Hinweis in welcher Richtung Kiblah liegt. Kiblah ist der Punkt, in dessen Richtung Muslime sich beim Gebet wenden. Im Koran steht geschrieben, dass die Muslime sich beim Gebet in Richtung der heiligen Stätten auszurichten haben. Dazu dann auch gleich noch ein kleiner Geschichtsausflug. Es ist nicht ganz klar, in welche Richtung der Prophet Mohammed anfangs betete. Manche berichteten, er würde in Richtung Jerusalem beten, andere wähnten die Ausrichtung nach Kaaba. Kaaba (arabisch = Würfel) ist die heiligste Stätte der Muslime, man kennt das Gebäude, als schwarzen Würfel, um den die Gläubigen bei ihrer Wallfahrt zum Ramadan ziehen. Auf der weltlichen Karte ist dieser Ort in Mekka, Saudi Arabien. Später hat sich Mohammed auf jeden Fall in diese Richtung beim Gebet verneigt. Von daher ist die in westlichen Ländern häufig gehörte Verallgemeinerung, Muslime würden sich nach Osten verneigen falsch. Das Ziel ist eben Kaaba, man vermutet, dass aus diesem Grunde die arabische Welt auch lange in der Astrologie führend war, eben um bestimmen zu können in welcher Himmelsrichtung die heiligen Stätten lagen. Der Ort geht übrigens nach arabischer Lesart auf Abraham und seinen Sohn Ismael zurück, der von Gott beauftragt wurde, den unreinen Ort Mekka zu säubern. Dabei zeigt sich wieder, dass es zwischen den Religionen der Christen und Muslimen schon einige Überschneidungen gibt.