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13. Reisetag    01.08.2012 – Tuckett Hütte

Wir lassen es heute etwas entspannter angehen, der normale Zeitplan wird eine halbe Stunden nach hinten verlegt, also erst Abmarsch um 7.30 Uhr – natürlich pünktlich. Heute liegen im ersten Step rund 1100 Höhenmeter ins Tal vor uns, oder genauer gesagt geht es durch das Rabbi Tal. Anfangs geht es nur leicht bergab auf einer Graslandschaft, also ein einfacher Start in den Tag. So geht es die ersten 150m Höhenmeter. Danach beginnt ein relativer steiler Abstieg, auch wenn der Weg meist bewachsen ist, ist er deutlich anspruchsvoller. Er führt nicht selten über Serpentinen auf eine Alm hinunter. Nach dem Abstieg ist die Ebene fast schon überraschend. Auch wenn man sie praktisch während des gesamten Abstiegs sehen konnte. Die Alm lädt natürlich zum Verweilen ein, zumal auch heute die Sonne wieder scheint. Und wir sind ja im Urlaub. Der Rest des Weges ins Tal führt meist durch den Wald, vorbei auch an einem kaskadenartigen Wasserfall, der einfach ein Blickfang ist. Der etwas „knubbelige“ teilweise gepflasterte Weg, ist zwar nicht eben ein schönes Geläuf, aber die Umgebung entschädigt für vieles. Insbesondere im unteren Teil begegnen uns viele Jugendliche aber auch ein paar andere Wanderer und Spaziergänger. Bisher waren wir eher auf den einsamen Wegen unterwegs. Aber hier unten ist es auch nicht mehr weit bis zu einer Gaststätte mit einer Straße davor, auch wenn die Straße einer von der schmaleren Sorte ist, und sich sogar unser Kleinbus, mit dem wir von hier nach Madonna di Campiglio fahren, eine geeignet Stelle suchen muss, um an einem entgegen kommenden Fahrzeug vorbei zu kommen.

Im Verlauf wird die Straße aber schnell breiter, vor uns fährt ein LKW, den man wegen der Unübersichtlichkeit des Straßenverlaufs aber auch nicht überholen kann. Da denke ich , wie „geil“ muss es hier mit einem Moped sein, Kurven ohne Ende, so ein LKW ist zwar auch damit ein Hindernis, bei dem damit möglichen Beschleunigungsvermögen aber eben auch kein unüberwindliches. Nach etwa einer halben Stunde kommen wir in Madonna di Campiglio an. Ein klangvoller Name für einen Ort, der eigentlich, soweit ich es hier jetzt beurteilen kann, eher eine Bettenburg ist. Nicht zuletzt bekannt ist er für die Alpinen Ski Veranstaltungen im Winter. Wir wollen aber ja auch nur mit der Seilbahn nach oben auf eine Höhe von ca. 2400m fahren. Die Fahrt dauert wieder etwa 30 Minuten. Das bekannte Gebiet ist im Sommer nicht gerade eine Augenweide. Es gibt neben der Bergstation der Seilbahn ein bisschen Gastronomie, die aber offensichtlich eher die Fast-Food Schiene bedient. Ich wundere mich ein bisschen, das offensichtlich einige hier mit der Seilbahn herauf fahren, um einen teuren nicht mal lecker aussehenden Hamburger zu essen. Gut dazu kann man in der Sonne sitzen, und sich dabei in der hier intensiven Sonne braun braten lassen. Was im Nebeneffekt einen „schönen“ Lederlook auf die Haut zaubert, zumindest lassen einige Körper hier darauf schließen. Aber lassen wir das Thema.

Um uns herum bietet die offensichtlich planierte Skipiste im Sommer auch nicht gerade eine Augenweide. Da muss man die Blicke schon in die Ferne schweifen lassen. Auf der anderen Seite des Tals ist die Ortler Gruppe, die eben eher bräunlich bis grau aussieht, und schon deutlich bewachsen ist. Die Gipfel sind auch meist eher etwas rund. Hier sind wir jetzt in der Brenta, die zu den Dolomiten gehören, angekommen. Das Gestein ist deutlich heller, was mit dem Ursprung des sehr kalkhaltigen Materials im Meer zu tun hat. Irgendwann wurde es dann hier aufgeworfen. Die Struktur ist deutlich brüchiger, was auch zu den vielen steilen Felswänden geführt hat. Und genauso auch zu den Abbrüchen von schon mal hausgroßen Felsbrocken, die man ein gutes Stück weiter schon sehen kann. Wir wollen von hier dem Grosso Pass zur Tuckett Hütte. Der Weg ist deutlich stärker frequentiert, wie wir es in den letzten Tagen gewohnt waren. Was mehrere Gründe hat, zum einen haben wir inzwischen August und damit die großen Sommerferien in Italien. Zum anderen ist das Gebiet ein Paradies für Kletterer. Es gibt hier in der Gegend unzählige Klettersteige in praktisch jedem Schwierigkeitsgrad. Als wir nach ca. 2 Stunden an der Tuckett Hütte ankommen, ist es dort fast wie auf dem Basar. Unzählige meist italienisch sprechende Kletterer wuseln durcheinander. Die Hütte selbst besteht aus zwei Gebäuden. Wir sind im Haupthaus untergebracht, auch hier gibt es wieder Betten, wobei die Drahtgitter sie eher zu Hängematten machen, und das ganze Bett wackelt, wenn sich einer in einem der doppelstöckigen Betten nur etwas bewegt. Unsere Tür hat keine Türklinke mehr, und Duschen gibt es nur im Nebengebäude. Aber es wird wohl auch mit dem Doppelwaschbecken vor den Toiletten gehen. Seit der letzten Dorigonihütte sind wir übrigens auch bezüglich der Toiletten in Italien angekommen. Es gibt nur noch das, was ich als arabische Toilette kenne, will sagen man muss sich hinhocken, sitzen ist da nicht. Fairerweise muss man aber auch sagen, hygienischere Toiletten gibt es nicht. Fünf Sterne bekommt die Hütte von mir sicherlich trotzdem nicht. Der Eindruck setzt sich auch beim Abendessen fort. Jemand nimmt unseren Wunsch mit Hilfe eines kleinen elektronischen Helferleins auf, kaum ist er am Tisch fertig, kommt das Essen auch schon. Da wir vorweg eine Suppe, dann den Hauptgang und auch noch ein kleines Dessert bekommen, heißt es auch fast schon beim Essen in der Zeittaktung zu bleiben, denn es dauert nicht lange, bis der nächste Gang gebracht wird. Die ganze Gastronomie ist straff organisiert, muss sie aber offensichtlich auch, da es mehr Betten als Sitzplätze zu geben scheint. Will sagen, wer zuerst fertig ist, sollte den Platz am besten auch gleich räumen, damit die nächsten auch etwas bekommen können. Ich mag mich täuschen, aber so gemütlich wie es in allen anderen Hütten bisher war, ist es hier jedenfalls nicht. So setzen wir uns noch ein bisschen nach draußen, und schauen den Wolken zu, wie sie langsam die Sonne verdecken, und immer nur noch punktuell kleine Lichtinseln entstehen. lassen. Ein guter Tag, um noch etwas in meinem Buch zu lesen und auch früh ins Bett zu gehen.