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11. Reisetag - Melbourne

Am Morgen beginnt der Tag mit unserem Kennenlernprogramm von Melbourne. Es geht zum Victoria Arts Center, dem hiesigen Kulturzentrum. Es wurde zur gleichen Zeit wie in Sydney die Entscheidung getroffen, ein solches Zentrum zu bauen. Auch daran kann man die ungeheure Konkurrenz der beiden Städte erkennen. In Melbourne sind es zwei von außen ziemlich schmuckloser Betonklötze. Doch innen sind sie sehr modern gestaltet. Jedes der drei vorhandenen Theater ist in einer anderen Farbgebung gestaltet. Alle verwenden Farben sind typisch inAustralien, gleiches gilt auch wieder für die verwandten Baustoffe. Im gleichen Gebäude befindet sich auch noch die Oper, die eine bessere Akustik besitzt wie die immer soviel gerühmte Oper in Sydney. Hier erlebte man das bauliche Fiasko bei der Gründung des zweiten Gebäudes, das die Concert Hall beinhaltet. Das unterirdisch mit der ersten Gebäude verbundene Gebäude befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Yarra River. Das wäre ansich noch kein Problem, das bestand dann aber daran das es einen sogenannten grundlosen Boden dort gibt. Die ersten Versuche das Gebäude auf Pfähle zu bauen scheiterte, da die Pfähle schon vorher versanken. Man baute dann nachher das Gebäude auf einer schwimmenden Betonwanne. Auch hier hat man wieder mehr unter als über die Erde gebaut. Die oberen Ränge der Concert Hall sind auf Straßenniveau, die anderen folglich „unter der Erde". Das Gebäude hat fünf Stockwerke über der Erde, ist aber an der tiefsten Stelle 80 m unter der Erde. Dann kann man auch nachvollziehen, das es mit den anfangs veranschlagten 100 Millionen $ (Austr.) nicht getan war. Es gibt keine offiziellen Zahlen aber Kenner schätzen die Summe auf etwa 500 Millionen. Nicht unerheblich hat daran auch hier wieder der Architekt schuld. Die Wände in der Concert Hall wurden etwa mit Leder bezogen. Dafür ließ er australische Rinder nach Schweden schaffen, damit diese sich nicht an den heimischen Stacheldrähten verletzen würden. Denn dadurch, meinte er, würde die Lederstruktur zerstört. Nach der Verarbeitung des Leders war ihm dann aber die Wand zu strukturlos. Daraufhin ließ es von Malern dort eine feine Maserung auf die Lederoberflächen malen. Dieses und die Gründungsprobleme ließen auch hier die Bauzeit länger und länger werden, doch das wichtigste schaffte man, nach 17 Jahren war man fertig und damit ja vor Sydney.

Unsere Tour führte uns dann durch das Villen-Viertel zum Victoria Market. Hier werden täglich in offenen Hallen alle möglichen Waren verkauft. Das geht über Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Lederwaren, Souveniers bis hin zum anderem Nippes und Trödel. Die Hallen haben ein bißchen Fischmarkt Charakter aber ohne das Geschrei. Nach der Mittagspause ging es kurz bei der St. Patrik Cathedral vorbei, dann zum ersten australischen Parlament, zum Captian Cook Cottage. Das kleine Häuschen sollte in England abgerissen werden, woraufhin sich die Australier sich kurzerhand entschlossen ihrem Entdecker zu Ehren das kleine Häuschen abzubauen und in Melbourne wieder aufzubauen. Captian Cook gilt als der Entdecker Australiens. Dabei waren die Holländer schon sehr viel früher an der Westküste vorbei gesegelt. Sie betrachteten das weithin trostlose und heiße Land als Nutzlos. Captian Cook kam bei einer seiner drei Weltumsegelungen von Osten und traf 1788 in der Botany Bay, in der Nähe von Sydney, auf Australien. Er schrieb einen begeisterten Bericht über das Land und die Natur und nahm das Land dann auch für die englische Krone in Besitz. Er gilt als einer der größten Entdecker und Seefahrer der Welt. Dabei kam ihm allerdings auch zu gute, das er als einer der ersten neben seinem natürlichen Talent für die Seefahrt eine neue Navigation einsetzten konnte. Er konnte mit der Einteilung der Erde in Breitengrade immer bestimmen wo er sich gerade befand und so auch sehr genaue Karten zeichnen. Wie bereits gesagt umsegelte er die Erde drei mal bzw. wurde auf seiner dritten von Eingeborenen auf Hawaii erschlagen, und das nachdem er als Kapitän bereits zwei Meutereien überlebt hatte. Hier noch ein kleiner Satz zum Cottage. Dieses wurde vor allem von seinen Eltern bewohnt und weniger von ihm selbst. Es ist nur etwa 9 x 4 Meter groß und beinhaltete eine Art Wohnküche, einen kleinen Arbeitsflur und eine Schlafkammer im Erdgeschoß. Im Obergeschoß befand sich dann ein Vorratsraum und eine weitere Schlafkammer. Außerdem war in dem Gebäude noch ein kleiner Stall enthalten. Das Leben kann also als ziemlich beengt bezeichnet werden.

Als vorletzter Programmpunkt steht für unsere kleine Gruppen hier noch ein Besuch des Kriegerdenkmals auf dem Programm. Hier in Melbourne steht es auf einer kleinen Anhöhe. Man gedenkt hier den Toten der zahlreichen Kriege in denen Australier gefallen sind. Und das waren eine Menge. Man kämpfte im ersten und zweiten Weltkrieg an der Seite der Briten und mußte in beiden Kriegen zahlreiche Gefallene beklagen. Bis zum zweiten Weltkrieg verließ man sich darauf das Grossbritanien Australien auch auf dem Meer verteidigen würde. Doch die alte Mutterkolonie hatte überhaupt nicht die Mittel dazu. Man fühlte sich allein gelassen bei der Verteidigung gegen die Japaner. Erst die Amerikaner griffen helfend ein, was dann auch eine stärkere Orientierung des Landes in Richtung Amerika auslöste. Seit dem kämpften Australier in fast jedem Krieg an dem Amerikaner teilnahmen an deren Seite. Das war in Korea, im Malaysia, in Vietnam oder jetzt aktuell auch im Irak so. Doch in Australien sieht man anders als etwa in Deutschland den Krieg etwas verklärt als etwas notwendiges. Man verschwendet dabei keinen Gedanken an das Leid und Elend oder auch nur das man einen Krieg auch verlieren könnte. Das mag zum Teil auch daran liegen, das es bis auf ein paar Scharmützel im zweiten Weltkrieg nie größere Kämpfe auf australischem Boden gegeben hat. Als Tagesabschluss ging es noch in den Botanischen Garten der Stadt. Ich bin sicherlich niemand mit großer Bindung zu Pflanzen, muß aber sagen das unser Reiseleiter durchaus in der Lage ist einen Uninteressierten an ein Thema zu fesseln. Er kann zu fast allen Pflanzen etwas sagen, etwa welche Eigenheiten bzw. Besonderheiten sie haben, wo sie wachsen, welche Pflanzen noch zur Familie gehören und auch noch welche Tiere da irgendwie mit in das Bild kommen. Sicherlich ist er ein kleiner Gärtner, aber auch in Menschenführung scheint er nicht der Schlechteste zu sein. Wo ich schon am sinnieren und analysieren bin, kann ich das hier auch gleich für die Stadt Melbourne tun. Die Stadt hat ein sehr britisches Aussehen. Die Menschen sind geschäftig aber nicht so hektisch wie etwa in Sydney. Auch hier gibt es ein breites Angebot an Kultur. Kulinarisch muß man hier auf nichts verzichten und es gibt wirklich für jeden Geschmack etwas. Die Stadt ist sicherlich angenehm, aber da ich kein Stadtmensch bin, würde ich auch hier kaum wohnen wollen. Die Menschen sind hier offener als in Sydney. Dazu auch noch ein kleiner Ausflug zum Hotelpersonal während des Frühstücks. Keiner der dort Diensthabenden sagte zu einem Kollegen auch nur ein Wort. Wenn überhaupt richteten sie es an einen Gast um Kaffee oder Tee anzubieten oder den Teller mitnehmen zu dürfen. Untereinander gab es nur kleine Zeichen, ansonsten war absolut nichts zu vernehmen.