• Gipfel des Mera
    Nepal

    Gipfel des Mera

  • Die Kata Tjutas im Sonnenuntergang
    Australien

    Die Kata Tjutas im Sonnenuntergang

  • Blick über den Lake Louise
    Kanada

    Blick über den Lake Louise

  • Eisvogel
    Uganda

    Eisvogel 

  • Schutzhuette am Hvitarvatn
    Island

    Schutzhuette am Hvitarvatn

23. Reisetag        Ababis Lodge – 25.09.2016

Heute geht es wieder sehr gemäßigt in den Tag, Frühstück ab 7:30 Uhr, und dann um 8:30 Uhr fahren ins benachbarte Solitaire. Dort nehmen wir an einem kleinen Game-Drive zu einem Geparden Teil. Das Weibchen ist derzeit das einzige in einem insgesamt ca. 500 ha großen Gehege. In einem davon abgetrennten Teil sind zwei weitere, die sich aber noch vom Stress des Umzugs erholen sollen. Alle diese Tiere sind entweder als Waisen hierhergekommen, oder wurden gefangen, weil sie zum Beispiel Ziegen gerissen haben. Wenn Geparden Glück haben, werden sie dann in Gehege wie dieses gebracht, oder aber im für sie ungünstigeren Fall geschossen. Hat eine Farm einen solchen Problem- Geparden, gleiches gilt übrigens auch für Leoparden, so können sich die Besitzer bei der nationalen Naturschutzbehörde melden, und beantragen die Raubkatze erlegen zu dürfen. Gibt es nachweislich solche Ziegen- oder gar Rinder- bzw. Kälberrisse, wird dem in der Regel entsprochen. Hat man die Genehmigung, darf das Tier geschossen werden. Gleichzeitig bekommt der Farmer aber die Auflage, dass Feld nicht verkaufen zu dürfen, und muss es auch später auf Anforderung vorlegen können. Durch diese Auflage wird gewährleistet, dass der Abschuss nicht an ausländische Jagd-Touristen verkauft wird, da diese dann auch keine Jagdtrophäe mit in ihr Heimatland nehmen können. Geparden, die wie der hier von uns besuchte, in solchen Gehegen leben, verlieren in der Regel die Chance je wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Zum einen sind sie dann an Menschen gewöhnt, und verlieren die Angst vor ihnen. Zum anderen werden sich nicht zuletzt auch wegen der nicht mehr vorhandenen Scheu vor Menschen, wieder darauf verlegen relativ einfache Beute unter den domestizierten Tieren zu machen. „Unser“ Gepard hat einen Sender um den Hals, weshalb er sich auch relativ einfach in dem großen Gehege finden lässt. Geparden gehen normalerweise jedem Kampf aus dem Weg, es sei denn sie jagen selbst. Sie sind anderen Jägern wie Löwen, Leoparden und auch Hyänen normalerweise in einem offenen Kampf unterlegen. Das führt in freier Wildbahn dann oft dazu, dass sie gemachte Beute schnell wieder an Nahrungskonkurrenten verlieren. Ihr ganzer Körperbau und auch der Kopf mit dem Maul ist nur darauf ausgelegt, mit höchster Geschwindigkeit zu jagen. Sie erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h, halten das aber nur über sehr kurze Distanzen durch. Da in seinem Gehege im Prinzip kaum anderes Wilde vorhanden ist, wird dieser hier sogar gefüttert. Die Tour findet zweimal täglich statt. Und so ist dieser Gepard auch eher gelangweilt, und lässt sich auch durch unsere Anwesenheit kaum stören, ist aber schon angespannt. Dabei stehen wir nur wenige Meter entfernt. Als jemandem etwas aus der Tasche fällt, ist er sofort in Alarmbereitschaft. Beginnt dann aber nur wenige Augenblicke später wieder damit, sich zu putzen.

Nach 1 Stunde sind wir vom Gepard dann zurück und nehmen unseren zweiten heutigen Programmpunkt in Angriff. Wir unternehmen eine kleine Wanderung zum Hausberg unserer Lodge – dem Zipfelberg. Seinen Namen trägt er wegen zwei kleinerer Zipfel auf seinem Hochplateau. Insgesamt ist der Gipfel auf einer Höhe von 1472 m, und damit 333 m über der Ebene, die ihn umgibt. Unser Aufstieg dauert ca. 1,5 Stunden, auch wenn wir hier und da nicht alle Wegmarkierungen finden. Aber der Weg zeichnet sich auch so immer mal ab, sodass wir im Großen und Ganzen den richtigen Weg nehmen. Wir haben heute ausgesprochen Glück mit dem Wetter. Es ist für namibische Verhältnisse relativ kühl, und es ziehen einige Schleierwölkchen über den Horizont. Die bringen nicht nur ein bisschen Schatten, sondern sorgen auch für ein großartiges Farbspiel auf den großen Ebenen um den Zipfelberg herum. Der Abstieg gestaltet sich noch etwas schwieriger. Anfangs gibt es überhaupt keine Markierungen, und später als wir eigentlich schon wieder herunter sind, biegen wir offensichtlich falsch ab. Statt eine kleine benachbarte Anhöhe zu umrunden, steigen wir über einen kleinen Bergrücken. Insbesondere der Abstieg ist ein bisschen felsig und die einzigen Pfade sind die von Bergzebras. So kürzen wir den eigentlich geplanten rundweg in der Länge ab, erhöhen dafür aber den Schwierigkeitsgrad. Nach knapp 4 Stunden haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht. Unser Shuttle, der uns zurück zur Farm bringen soll, kommt zwar deutlich zu früh, aber in unserem Fall genau zur richtigen Zeit. Zurück auf der Farm lassen wir es den restlichen Nachmittag etwas ruhiger angehen und genießen einfach unseren letzten richtigen Urlaubstag, bevor wir morgen dann die Heimreise antreten müssen.

Beim gemeinsamen Abendessen mit den Besitzern der Farm kommt das Gespräch noch einmal auf die besonderen Lebensumstände hier draußen. Für viele bei uns unvorstellbar, gibt es auf der Farm zum Beispiel keinen Fernseher. Einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie uns kennt man hier nicht, es gibt nur Bezahlprogramme, die auch relativ teuer sind. Auch wenn man im Bereich des Farmhauses WLAN hat, bedeutet das nicht zwangsläufig auch eine Internetverbindung, da die Telefonleitung immer wieder mal unterbrochen ist. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist Solitaire, das Warenangebot ist vorsichtig formuliert rudimentär. So fährt man einmal im Monat zum Großeinkauf nach Windoek, für die Strecke benötigt man etwa 4 Stunden – pro Wegstrecke. So muss dafür dort auch gleich eine Übernachtung eingeplant werden. Zusätzlich kommt einmal im Monat ein LKW mit einer Lieferung. Dafür ist allerdings eine Bestellung von mindestens 750 Kilogramm nötig. Damit hätte man aber weniger ein Problem, da die Angestellten ebenfalls auf der Farm wohnten, und man sie mit Grundnahrungsmitteln wie Zucker und Hirsemehl mitversorgen würde. Das Ganze bedürfe eben nur „ein bisschen“ mehr Planung. Die ärztliche Versorgung gestaltet sich übrigens ebenfalls ein bisschen schwieriger. Die nächste Klinik, das meint nicht zwangsläufig immer einen dort ansässigen Arzt, ist etwa 70 km entfernt. Falls es dann doch einmal regnet, wäre der Weg dorthin allerdings nicht immer passierbar. Das würde dann zuweilen schon mal bedeuten, dann auch nach Windhoek fahren zu müssen. So finden sich verständlicherweise in der Hausapotheke auch etwas mehr als nur Pflaster und Mittel gegen Durchfall. So ist man im Falle des Falles häufiger darauf angewiesen, sich selbst helfen zu müssen, oder aber sich Hilfe bei den Nachbarn zu holen. Wobei man natürlich auch nicht „mal eben“ zum Nachbarn rübergehen kann, auch das sind leicht Strecken von 20 Kilometern. Der Farmer berichtete auch darüber, dass es anfangs relativ schwierig war, ein gesundes Verhältnis zu seinen Nachbarn aufzubauen. Viele sahen ihn anfangs als „reichen deutschen Hobbyfarmer“, als er vor 15 Jahren herkam. Erst als er vor ca. zehn Jahren bei großen Feuern, die hier damals relativ häufig ausbrachen, auf den Nachbarfarmen beim Löschen half, änderte sich das Verhältnis nachhaltig. Fast alle Farmer sind hier in sogenannten landwirtschaftlichen Vereinen organisiert. Dort sind praktisch alle weiß, sprechen Afrikaans und eher konservativ. Und so war es für ihn wichtig, zumindest den Versammlungen auf Afrikaans sprachlich folgen zu können. Und noch heute wäre es leichter ein Gespräch in Afrikaans zu beginnen, und falls dann der Wortschatz nicht reichen würde, könnte man auch ins englische wechseln. Aber anfangs hatte er eben das Problem, überhaupt nicht Afrikaans sprechen zu können. Dazu war er in Deutschland im Maschinenbau tätig, hatte also mit Viehwirtschaft noch dazu unter Bedingungen wir Namibia nichts zu tun.