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    Ein Kamel in der Wüste

10.04.2009      3. Reisetag - Totes Meer

Am frühen Morgen ging es weiter in Richtung Jerash bzw. den dortigen Ausgrabungsstätten von Geresa. Dabei handelt es sich um eine der am besten erhaltenen Ausgrabungsstätten von Städten des römischen Reiches. Wobei hier schon die Römer einige Bauten der Griechen bzw. deren Fundamente einfach überbauten. Wir konnten verschiedene Reste von Tempeln zu Ehren des höchsten Gottes Zeus oder das Nymphäum aus nächster Nähe besichtigen. Auch eine der drei großen Arenen – die Südarena – ist ganz in der Nähe des Zeustempels. Sie umfasst über 3000 Sitzplätze. Die damalige Stadtgröße wird auf etwa 20000 Einwohner geschätzt. Erreicht wird das Areal durch das Südtor der Stadtmauer, wobei von der eigentlichen Stadtmauer nicht mehr viel übrig ist. Um so mehr aber von dem großen ovalen Versammlungsplatz – dem Forum – und dem zu ihm führenden Cardo Maximus. Dabei handelt es sich um eine große damals überdachte Straße, die auch gleichzeitig Wandelgang war. Sie war Flaniermeile, wegen des Schattens aber auch Handelsplatz. Die Oberschicht konnte hier auf einer gepflasterten Straße, die sogar eine Kanalisation hatte, aber auch ihre geschäftlichen Verträge schließen, denn Zeugen, die über jeden Zweifel erhaben waren, fanden sich an den Kreuzungen immer. Bis heute hat die Straße durch unzählige Erdbeben etwas gelitten, sie ist aber immer noch von unzähligen Säulen gesäumt, und wirkt deshalb auch heute noch auf die Besucher beeindruckend. In der Zeit der Byzantiner wurde in diesem Bereich noch der „Drei Kirchenkomplex“ hinzugefügt. Hierbei handelt es sich um drei direkt aneinander gebaute Kirchen, die verschiedenen Heiligen gewidmet worden sind. Interessant vielleicht noch, das eine davon zur Ehrung von Johannes dem Täufer erbaut worden ist, der genauso wie Moses sowohl bei den Christen als auch bei den Muslimen als Prophet gilt.

Für uns ging es weiter nach Adschlun, wo wir auch unsere erste Wanderung auf dieser Reise unternommen haben. Es ging etwa 3 Stunden durch das zum Teil noch ursprüngliche Bergland im nördlichen Jordanien. Ausgangspunkt dafür war die Burg von Adschlun, die wir uns dabei natürlich auch mit angesehen haben. Auffallend bei der Wanderung war eigentlich, wie viele Jordaniener an diesem Freitag - bei den Muslimen mit unserem Sonntag vergleichbar – irgendwo unter den Bäumen an kleinen abgelegen Straßen ihr Picknick mit der Familie und Freunden veranstaltet haben.

Danach war es dann aber auch höchste Zeit für uns zum „Dead Sea“ zu kommen. Unser dortiges Hotel hatte einen direkten Zugang zu eben diesem. Bevor ich zum Toten Meer komme, vielleicht noch ein paar Informationen zu ihm. Er liegt etwa 420m unter dem Meeresspiegel, und ist damit der tiefste oberirdische Punkt der Erde. Er wird im Norden durch den Fluß Jordan gespeist, oder sollte es zumindestens. Der Jordan selbst hat seinen Ursprung im See Genezareth. Das Land direkt am Jordan wird intensiv mit dem Wasser aus dem Fluss bewässert, was das Land direkt im Uferbereich für den Anbau fast aller möglichen Zitrusfrüchte und auch Bananen geeignet macht. Sogar Weintrauben mit ihrem hohen Wasserbedarf werden hier angebaut. Was auch immer wieder zu Kontroversen führt, denn in Amman wird im Sommer immer mal wieder das Trinkwasser rationiert, was sogar hin und wieder bis zur völligen Abschaltung reicht. Ganz allgemein ist das Trinkwasser in Jordanien aus der Leitung leicht gechlort, was es als Trinkwasser für den „gemeinen“ Mitteleuropäer nicht gerade empfiehlt. Die Wasserentnahme aus dem Jordan ist auch immer wieder ein Streitfall mit Israel. Beide Seiten bezichtigen sich immer wieder gegenseitig mehr Wasser zu entnehmen, als man vertraglich eigentlich vereinbart hat. Bis heute ist nicht ganz klar, war für die gute Fruchtbarkeit des Bodens an beiden Ufern des Jordan verantwortlich ist, denn die umliegende Berge sind fast völlig unbewachsen. Einige Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, das die dünne fruchtbare Bodenkrume von den Bergen runter geschwämmt worden ist und sich am Fluss wieder abgelagert hat.

Das Gebiet am Jordan hat übrigens eine wechselvolle jüngere Geschichte. Anfangs wurde es zur Zeit der Gründung von Israel von jordanischen Truppen besetzt. Später im Sechs-Tage Krieg wurde es von der israelischen Armee zurück erobert, es ist vielleicht auch besser bekannt und der Bezeichnung Westbank. Mit dieser Besetzung durch Israel setzte die zweite große Flüchtlingswelle auf das Gebiet von Jordanien ein. Das Land verlor in dem Krieg also nicht nur 40% seines Bruttosozialproduktes, sondern hatte viele Palästinenser in den schnell wachsenden Flüchtlingslagern zu versorgen. Da passte es ganz gut, das Israel den Bauern aus der Westbank nicht gestattete, ihre Früchte über israelische Häfen in alle Welt zu exportieren. So wurde auf dem „kleinen Dienstweg“ eine Möglichkeit geschaffen über eine Brücke die Ware nach Jordanien zu schaffen. Von dort konnte sie dann weiter vermarktet werden. Es war aber nicht gestattet, andere Ware über die Brücke mit zurück in die Westbank zu nehmen.

Aber zurück zu unserer Reise. Kurz vor Sonnenuntergang genehmigten wir uns dann noch ein Bad in dem See, über den man zwar nicht laufen kann, jedenfalls wir nicht, aber immerhin hat man soviel Auftrieb, das man beim Nichtstun nicht untergeht. Wobei das schon ein merkwürdiges Gefühl ist. Man kann ganz normal in den See hinein gehen, aber sobald man versucht das zweite Bein etwas anzuheben, spürt man sofort den Auftrieb und fällt mehr oder weniger automatisch in eine Rücklage und schwimmt auf dem Wasser. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wenn einem die Beine weg gehauen werden, und man hinfällt – aber eben auch wieder nicht. Dieses Phänomen liegt natürlich am hohen Salzgehalt. Dem Schlamm im Toten Meer werden auch sehr gesunde Eigenschaften bezüglich zum Beispiel auf Hautkrankheiten zugeschrieben. Am Toten Meer ließ der damalige König Herodes übrigens bereits etwa 100 Jahre v. Chr. ein Bad errichten. Der See spielt auch sowohl in der Bibel als auch im Koran eine Rolle. Heute ist der einzige Zugang auf jordanischer Seite der Amman Beach, an dem unter anderem auch unser Hotel liegt. Wohnt man nicht in einem der Hotels ist für den Zugang, die dortigen Toiletten sowie Handtücher und besonders wichtig die Duschen ein Eintritt zu bezahlen. Die Duschen sind deshalb wichtig, da es unbedingt zu empfehlen ist, sich nach dem Bad in der etwas milchigen Lauge gründliche das Salz wieder vom Körper zu waschen. Der Strand ist auch eher so eine Mischung aus Steinen und dunklem Sand. Das Wasser in die Augen zu bekommen, kann wegen des Salzgehalts genauso wenig empfohlen werden, wie zu versuchen den See austrinken zu wollen. Vielleicht noch ein kleiner Vorgriff auf die weitere Reise. In anderen Teilen – touristisch geprägten – kann man den Schlamm auch kaufen, da kostet so eine relativ kleine Portion dann 5,50 – 11,00 Jordanische Dinare. So zum Vergleich ein Euro kostet hier etwa 0,90 Dinar.