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23.02.2010 / 24.02.2010      24. Reisetag - Letzter Tag

Heute gibt es eigentlich nach einem etwas verspäteten Frühstück um 8.30 Uhr, verspätet jedenfalls für diese Reise, nichts großartiges mehr zu tun. Zuerst werde ich noch mein Buch zu Ende bringen. Ich hatte zwischenzeitlich schon den Verdacht, es wäre die erste Reise, auf der ich mein Buch nicht schaffe. Den größten Teil meiner letzten TSH gebe ich für zwei Landkarten des Ngorongoro Kraters bzw. der Serengeti aus. Eigentlich brauche ich die nicht wirklich, aber die tansanischen Schillinge sind noch nutzloser. Anschließend versuche ich nur noch möglichst viel Volumen innerhalb der 23k kg Gepäck unterzubringen und den Rest eben in meinen kleinen Tagesrucksack. Der wird dann zwar etwas schwerer, aber da gibt es ja eigentlich beim Flug nie Gewichtsprobleme. Und Ethopian Airlines hat eben für das Gepäck die Begrenzung von 23kg, auch wenn ich sogar davon zwei Gepäckstücke mitnehmen dürfte. Im Zug nach Hause will ich aber auch nicht wirklich mit zwei Taschen plus Rucksack hantieren müssen. Gegen 13.00 Uhr soll ich dann abgeholt werden, um 15.50 geht der Flieger über Mombassa nach Addis Abeba. Und kurz vor Mitternacht dann weiter nach Frankfurt, soweit jedenfalls der Plan.

Am Vormittag sitze ich nach dem Packen dann auf einer der beiden Terrassen und lese in meinem Buch. Der Himmel ist bewölkt und wir haben kühle 23°C um 10 Uhr morgens. Da fährt ein alter Landrover vor. Die drei Männer von der Ladefläche springen runter und warten, während der Fahrer mit Saidi, dem Koch und Manager vom Rose Home, das gleichzeitig das Basecamp von Afromaxx ist, spricht. Kurz darauf schnauzt der Fahrer die Männer an und fährt davon. Die Männer stellen eine Art Leiter, die aus kaum mehr als ein paar zusammengenagelten Latten besteht, an einen großen Baum. Einer der Männer steigt mit einer Machete darüber in den Baum und beginnt dann diesen auszuhaken, denn ausschneiden kann man das nun wirklich nicht nennen. Die beiden anderen schauen sich das aus sicherer Entfernung an. Macheten habe ich hier in zwei Formen gesehen. Eine ist etwa 120cm lang bestehend aus einem Griff und einer Verlängerung, an deren Ende sich eine etwa 45° abgewinkelte Klinge befindet. Mit diesem Instrument wurde das Gras für unseren Zeltplatz im Mkomazi Nationalpark gerodet, aber auch der Rasen geschnitten. Selbst die Grünstreifen an den Straßen werden damit kurz gehalten, wenn dieser nicht vorher von Tieren abgefressen worden ist, wie gesagt alles in Handarbeit. Die zweite Form der Machete benutzt der Mann im Baum. Sie ist etwa 50 – 60 cm lang und hat einen Griff und in dessen Verlängerung eine etwa 35 cm lange Klinge. Damit wird auch die Hecke beschnitten, was nachher übrigens erstaunlich gerade wird, obwohl damit vermeintlich blind in die Hecke geschlagen wird. „Mein“ Mann auf dem Baum schlägt damit alle möglichen Äste bis zu einer Stärke von 25 – 30cm ab. Das dauert ein bisschen und sieht dann auch nachher nicht schön aus, aber ab sind sie auf jeden Fall. Nachdem der Mann im Baum sein Tun nach etwa zwei Stunden beendet hat, beginnen die beiden anderen Männer die dickeren Äste vom Buschwerk zu trennen, natürlich auch wieder mit einer Machete. In der Zwischenzeit klettert der Mann wieder vom Baum, zieht seine Schuhe an, mit denen ich auch nicht in einen Baum gestiegen wäre, und setzt sich seinerseits in den Schatten. Unterdessen sind zwei Frauen angekommen. Die eine von ihnen jätet mit einer großen Hacke in einer frisch mit Rasen angesäten Fläche das Unkraut. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel lasse ich mal so stehen. Die andere Frau beginnt gleichzeitig die Fläche zu bewässern. Dazu hält sie etwa zwei Stunden einen Finger vor den Gartenschlauch mit kaltem Wasser, um den Strahl zu brechen. Der Schlauch selbst ist aber auch nicht mehr überall richtig dicht, einige größere Leckagen wurden aber schon mit Gummistreifen notdürftig abgedichtet. Eigentlich unnötig zu erwähnen, das auch die Gummistreifen aus alten Reifen heraus geschnitten worden sind. Die Befestigungslaschen für die aufstellbaren Dächer der Safari-Jeeps sind ürigens auch aus dem gleichen „Rohstoff“ gefertigt worden.

Gegen 13.00 Uhr werde ich dann auch wie geplant abgeholt und zum Kilimanjaro Airport gebracht. Es gibt gerade mal acht Schalter für alle Fluglinien. Die Koffer werden von der Waage per Hand auf ein Förderband gelegt. Bevor ich zur Passkontrolle gehe, lungere ich noch ein wenig vor den Auslagen der drei oder vier Geschäfte hier am Flugplatz herum. Mir „brennen“ immer noch ein paar tausend TSH in der Tasche, umgerechnet lächerliche sechs Euro. Schließlich finde ich auch eine Kleinigkeit, für die mein Budget noch reicht. Als ich mich dann in die sich gerade bildende Schlange vor der Passkontrolle stellen will, bemerke ich, dass die anderen einen gelben Zettel dabei haben. Die Vordrucke finde ich dann als schlechte Kopie auf einer Ablage an einer Säule. Ein Hinweisschild darauf gibt es nicht. Es sind auch gleich mehrere Vordrucke nötig, um zu entziffern, was denn wohl in welchem Kästchen abgefragt wird. In Afrika ist eben vieles ein bisschen anders. Als auch diese Hürde genommen ist, steige ich nach kurzer Wartezeit am Gate ins Flugzeug. Zum Flugzeug läuft man natürlich über das Rollfeld, aber soviel Verkehr ist hier ja auch nicht. Wir heben fast schon zu früh ab, das gibt mir fast schon Hoffnung, dass wir dann von Addis Abeba auch pünktlich nach Frankfurt sein könnten, nicht das ich nachher meine Bahn verpasse. Noch optimistischer werde ich, als wir nach kurzem Zwischenstopp in Mombassa fast 30 Minuten zu früh in Addis Abeba landen.

In Addis Abeba haben wir ohnehin reichlich Aufenthalt und es dauert ein bisschen bis unser Flug überhaupt auf der Anzeige erscheint. Unser Weiterflug soll vom Gate 1 in etwas mehr als drei Stunden abgehen, dort steht auch schon eine Maschine von Ethopian Airlines. Alles scheint bestens, aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Die Kontrolle des Handgepäcks verläuft wieder sehr penibel, wieder ziehen alle ihre Schuhe aus, packen alles bis auf das letzte Tempo aus der Hosentasche auf das Band und gehen dann durch die Kontrolle. Aber wir haben ja Zeit. Etwa 1,5 Stunden vor dem Abflug kommt ein Techniker und öffnet eine der Düsenantriebe an unserem Flugzeug. Wir haben ja noch Zeit …, mit einer Verspätung von 35 Minuten rollen wir schließlich vom Gate in Richtung Startbahn. Gut dass die Gesellschaft nicht unbedingt um jeden Preis Zeit aufholen will, habe ich ja schon beim Hinflug mitbekommen. Mir sollte aber immer noch etwa eine Stunde bleiben, um zu meinem Zug zu kommen.

Wie immer im Flugzeug kann ich nicht schlafen, sondern döse in den 7,5 Stunden Flugzeit so vor mich hin. Zwischenzeitlich ist meine Umsteigezeit auf 25 Minuten zusammengeschmolzen, wenn man den Informationen der Bordanzeige glauben kann. Ich finde mich schon damit ab, dass ich meinen Zug verpassen werde, es werden ja noch andere fahren. Als wir unsere Parkposition auf dem Frankfurter Flughafen erreicht haben, ist es hier in Deutschland 6.05 Uhr – in 37 Minuten fährt der Zug. Ich rege mich schon nicht mehr darüber auf – Afrika lässt grüßen. Etwas unglücklich ist auch, dass wir irgendwo auf dem Flughafen stehen und mit Bussen zum Terminal gekarrt werden. Das bedeutet natürlich auch, dass das Gepäck wohl noch einen Augenblick brauchen wird. Durch die Passkontrolle gehe ich praktisch so durch, auch mein Gepäck will niemand wirklich sehen. Nach meiner Anreise kenne ich mich ja inzwischen bestens auf dem Flughafen im Bereich des Bahnhofs aus und stehe schließlich 6.44 Uhr schnaufend am Gleis – 2 Minuten zu spät. Da ich nur noch ein paar Euro in der Tasche habe, bleiben folgende Alternativen: meine restlichen Dollar in Euro zurück tauschen, oder meine in Tansania halb durchgebrochene Kreditkarte in den Automaten stecken, und versuchen „neue“ Euro zu ziehen. Ich entscheide mich für die zweite Variante, was soll ich sagen, in Tansania heißt es „no hurry in afrika“, das gilt für Deutschland genauso, es funktioniert. Mit der gleichen Kreditkarte sollte ich am nächsten Tag aber zum Beispiel keinen Kontoauszug drucken können, aber das nur so als Randbemerkung. Vielleicht sollte ich noch zu Erklärung sagen, das ich bei der Flugbuchung kein Rail & Fly Ticket kaufe konnte, und statt dessen eine dieser vergünstigten Fahrkarten für 29,00 Euro quer durch Deutschland gekauft hatte. Davon gibt es ab 90 Tage vor der Reise ein begrenztes Kontingent, nur sind die an einen bestimmten Zug gebunden und nicht umbuchbar. Manchmal bewahrheitet sich eben der Spruch: Ich habe nicht genug Geld, mir immer das Billigste zu kaufen. Also die 29,00 Euro dafür versenkt und am Schalter eine neue Karte kaufen – zum Normalpreis.

Wider erwarten ist mir hier auf deutschen Bahnhöfen nicht mal wirklich kalt. Statt ICE fahre ich nur IC und auch noch am Rhein entlang, dann durch das Ruhrgebiet in Richtung Norden. Was soll ich sagen, ab Münster liegt sogar noch Schnee, auch wenn offensichtlich Tauwetter ist. Dabei war ich mir bei meiner Abreise eigentlich doch sicher, dass es das für mich mit dem Schnee in diesem Winter gewesen sein sollte. Zum Glück ist mein „Abholservice“ am Heimatbahnhof deutlich flexibler als die Bahn, als ich mit einstündiger Verspätung aus der Bahn steige.