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9. Reisetag - Canberra

Der Tag beginnt mit der Abreise aus den Blue Mountains in Richtung Berimate. Eine kleine Ortschaft, die bereits 1830 gegründet worden ist. Dort haben um 1900 nur noch 8 Personen gelebt, da eine Nachbarortschaft die erhoffte Eisenbahnlinie bekommen hat und man keine Zukunft mehr sah und es keine Arbeit gab. Heute wohnen hier wieder etwa 700 Menschen. Der Ortskern ist malerisch mit alten Holzgebäuden. Hier nehmen wir ein zweites Frühstück ein. Dabei handelt es sich um Scones, ein Teig der ähnlich einem Quark-Ölteig ist. Dazu gibt es dann Erdbeermarmelade und Sahne und eben Tee bzw. Kaffee. Im Zentrum der Ortes gibt es einen kleinen Park, der offensichtlich gerne zum Picknick von Durchreisenden genutzt wird. Schon um 11 Uhr am Morgen sitzen hier zahlreiche Menschen auf den verstreut liegenden Tischen und breiten ihre Mahlzeit auf den Tischen aus. Es gibt hier sogar zwei öffentlich Grills. Dort können die Aussies ihr geliebtes Barbecue abhalten. Und wie unser Reiseleiter uns berichtete, kann das hier schon mal vom Vormittag bis in die Abendstunden dauern. Ansonsten ist es ein nettes verschlafenes Örtchen. Damit ging es wieder in den Bus und auf den Highway. Busse dürfen hier 100 km, Autos 110 km schnell fahren. Der nächste Halt ist Goulburn, einem kleinen Städtchen mit dem typischen Aussehen eines australischen Provinzstadt. Es gibt eine breite Einkaufsstraße aber sonst fast nichts, jedenfalls wenn man mal von einem 15m hohem Schaf aus Beton absieht. Daran kann man auch schon sehen wovon man hier lebt - Schafswolle. Doch der Preisverfall ist auch nicht spurlos am Ort vorbei gegangen. 1988 kostete ein Kilogramm Wolle noch 11,50 $ (Austr.), dann setzte ein Preisverfall ein, der den Preis bis auf 5,50 $ sinken ließ. Heute ist der Preis wieder auf etwa 8,00-9,00 angestiegen. Doch für viele Farmer ist das nicht kostendeckend oder sie haben die Jahre des extremen Preisverfalls nicht durchstehen können, viele haben deshalb die Schafzucht aufgegeben. So ist die Anzahl der Schafe in Australien von 160 Millionen Tiere 1988 auf etwa 100 Millionen Tiere heute gesunken. Und auch Städte wie Goulburne haben unter dieser wirtschaftlichen Talfahrt zu leiden gehabt.

Aber unsere Fahrt führt uns schon weiter entlang der Great Diving Range nach Canberra, der Hauptstadt von Australien. Eine Retortenstadt die noch ihr eigenes Ich sucht. Überhaupt ist es fast Zufall das Canberra überhaupt zur Hauptstadt geworden ist. Bei der Gründung, und eigentlich heute mehr den je, gibt es ein Rivalität zwischen Sydney und Melbourne. Beide beanspruchten die Vorherrschaft für sich, darüber wäre fast der Zusammenschluß der verschiedenen Staaten zur Nation gescheitert. Der Kompromiß sah nachher vor, einen Ort zwischen Melbourne und Sydney zu finden, der mindestens 160 Kilometer von den beiden Städten entfernt sein sollte. Außerdem sollte der Ort in New South Wales sein aber dann daraus herausgelöst werden und so zu einem ungebunden eigenen Gebiet werden. Bis man sich auf einen Ort einigen konnte sollte Melbourne Hauptstadt sein. Daraufhin kam man auf Canberra, da das Gebiet nicht sonderlich fruchtbar war und deshalb auch kein großer Verlust für New South Wales wäre, wenn man es abtreten müßte. Als erstes hat man dann etwa 1,2 Millionen Bäume gepflanzt um zum einen das Gebiet etwas die Trostlosigkeit zu nehmen und zum anderen den Grundwasserspiegel absenken wollte, da die Versalzung hier bereits zu einem Problem geworden war. Doch das Stadtbild ist jetzt nicht nur von den ausdehnten Grünflächen geprägt, sondern auch von der Gestaltung und Anordnung der Bebauung. Im Zentrum der Stadt befindet sich ein großer See, der aus der Aufstauung eines Flusses resultiert. Dann sind die Straßen im rechten Winkel zueinander angeordnet, was schon zweifellos darauf hindeutet, das die Stadt am Reißbrett geplant worden ist. Was zum einem besser für die Orientierung und den Verkehrsfluss ist aber zum anderen die Stadt ein bißchen gesichtslos macht. Doch schon bevor wir die Hauptstadt erreichen, gibt es ein seltsame groß flache Ebene. Sie ist platt wie ein Brett, weist keinerlei Bäume oder Sträucher auf und nur ein paar Schafe bewegen sich auf ihr und hier und da waren sind ein paar feuchte Stellen zu sehen. Wie man uns sagte handelte es sich dabei um den Lake St. George, einem See mit einer Größe von etwa 7 x 4 km. In diesem würde alle paar Jahre, wenn es besonders viel regnet, Wasser stehen, aber wie unser Reiseleiter sagte, hat er nie mehr gesehen als die paar etwas feuchten Stellen, aber richtiges Wasser nie.