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11. Reisetag        Kasane – 13.09.2016

Der heutige Tag beginnt sehr früh. Um 5:45 Uhr stehen wir bereits vor der Lodge, um eine weitere Pirschfahrt zu machen. Es geht wie am gestrigen Tag in offenen Jeeps über das Sedudu Gate in den Chobe Nationalpark. Heute Morgen sind noch mal deutlich mehr Fahrzeuge unterwegs. Es scheint anfangs nur um die Sichtung von Katzen zu gehen. An allen anderen geht es praktisch im Sprint vorbei. Erst als wir gegen 7:50 Uhr die ersten Löwen gesehen haben, stoppen wir wirklich für andere Tiere. Zuvor haben ein paar andere Jeeps über Funk schon einen Leoparden gemeldet. Bevor wir aber dort sind, hat dieser längst im Busch das Weite gesucht. Hier oben im Chobe Nationalpark ist die Landschaft eher von einem lichten Wald geprägt, in dem es auch zahlreiche abgestorbene Bäume gibt. Zum Fluss hin sind große grüne Weideflächen für das Wild. Diese befinden sich bei hohem Wasserstand praktisch im Fluss. Jetzt bieten sie sich für die Tierbeobachtung an.

Gegen 9:30 Uhr sind wir zurück an der Lodge. Nach einem ausgiebigen Frühstück mache ich zunächst noch einen kurzen Abstecher in ein kleines benachbartes Einkaufscenter, um es dann deutlich ruhiger angehen zu lassen, und noch ein bisschen auf dem Bett zu dösen. Gegen 14:45 Uhr treffen wir uns dann für eine Bootsfahrt auf dem Chobe am Anleger auf der Rückseite der Lodge. Der Chobe entspringt in den Bergen Angolas, wo er zunächst Cuando heißt. Nachdem er die Grenze nach Namibia überschritten hat ändert sich der Name in Kwando, später Linyanti und schließlich in Chobe, bevor er dann nach ca. 1500 km in den Sambesi mündet. Hier im Norden Botswanas begrenzt er nicht nur den gleichnamigen Nationalpark, sondern bildet auch die Staatsgrenze zwischen Botswana und Namibia. Hier im Gebiet von Kasane befindet sich auch die unbewohnte Insel Sedudu, mit ihren gerade einmal 5 km². Die zudem noch zu Zeiten des Hochwassers des Chobe komplett überflutet wird. Trotzdem hat es um dieses eigentlich strategisch völlig unbedeutende kleine Eiland mehrere Grenzscharmützel zwischen Botswana und Namibia gegeben. Die Streitigkeiten basierten auf einem Vertrag von 1890 zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Deutschen Reich. In diesem wurde allerdings lediglich der Fluss als Grenze festgeschrieben, Kartenmaterial oder ähnliches fehlten. So einigten sich die beiden Länder schließlich, die Grenzfrage vor einem internationalen Gericht zu klären. Dieses kam dann zu der Entscheidung, dass der nördliche Arm des Chobe der tiefere ist, und damit den Hauptstrom darstellt. Folglich auch die Grenze zwischen den beiden Nationen bildet. Damit fiel die Insel Sedudu schließlich an Botswana. Schon bei dem Anruf des Gerichtes einigten sich aber die beiden Länder im Vorfeld, der unterlegenen Nation das Schiffsrecht um die Insel zu gewähren. Und genauso wird es heute praktiziert. Nach wie vor ist die Insel unbewohnt, und dient lediglich den Tieren als Weidefläche. Das einzige Zeichen menschlicher Besiedlung stellt ein kleiner Mast mit der Nationalflagge Botswanas dar. Insbesondere für die Büffel und andere Tiere, die auf der Speisekarte der Raubkatzen stehen, hat diese Insel ihren besonderen Reiz. Da sie jedes Jahr komplett überflutet wird, und es Katzen vermeiden ins Wasser zu gehen, sind sie dort völlig sicher. So sehen wir von unserem Boot auch zahlreiche Tiere auf der Insel. Es gibt große Büffelherden, zahlreiche Elefanten aber auch zum Beispiel Litchi Antilopen. Sie sind im Gegensatz zu Impala, Kudus und vielen anderen Antilopenarten sehr gute Schwimmer. Eine Besonderheit bei ihnen ist noch, dass ihre Vorderläufe etwas kürzer als die Hinterläufe sind. Sie sind es gewohnt auf feuchten Untergründen zurecht zu kommen. Die Besonderheit der Bootsfahrt im Gegensatz zu den Pirschfahrten stellen aber sicherlich die Beobachtungsmöglichkeiten der Vögel dar. So sehen wir zahlreiche Silberreiher, Seidenreiher, Goliath Reiher, Kuhreiher, Schlangenreiher, Löffler, Graufischer, Nilgänsen, Scherenschnäbel, Blaustirn Blatthühnchen, Heiliger Ibis, Nimmersatt, Weißrückengeier und Marabus um nur einige zu nennen. Am Ufer des Chobe finden sich aber natürlich auch Paviane, Kudus, Wasserböcke, Flusspferde und Krokodile.