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    Streifenkehl-Schattenkolibri nascht vom Nektar einer Blüte

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    Blick über den Lake Louise

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    Alpenüberquerung

    Umfeld der Memminger Hütte

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    Alakshak

    Matanuska Gletscher

  • Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet
    Norwegen

    Spiegelung der im Sonnelicht leuchtenden Berge beim Stuvdalsvatnet

21.10.2007      4. Reisetag - Phumulani Lodge

Heute geht es sehr früh los: 5.20 Uhr ist Abfahrt. Das hat auch einen sehr guten Grund, es geht in den wohl bekanntesten Naturschutzpark der Welt, dem Krüger Park. Er geht auf den ersten Präsidenten der Burenrepublik Paul Krüger zurück. Der Park war ursprünglich (1898) sehr viel kleiner und umfasste nur relativ unzugängliche Gebiete, die auch noch nicht besiedelt waren. Dieses hatte seinen Grund darin, das das Gebiet sehr stark mit Malaria belastet war. Doch auch zu der Zeit wurde in dem Gebiet bereits im Winter gejagt, was die Wildbestände bereits sichtbar dezimiert hatte. Anfang des 20.Jahrhunderts, nach dem die Briten den Burenkrieg gewonnen hatten, setzte die neuen Machthaber einen Offizier mit Namen Stevens ein, der sich um die Wahrung und den Ausbau des Naturschutzgebietes kümmern sollte. Bisher hatte der Offizier nichts mit einer derartigen Aufgabe zu tun, so reiste er zum ersten Mal in das Gebiet und begann sofort mit der Arbeit. Er dehnte die Grenzen deutlich aus und vergrößerte das Gebiet auf etwa 20000 km². Die Grenzen wurden im Osten durch eine Bergkette begrenzt. Im Süden durch den Crocodile und im Norden durch den Limpopo Fluss. Im Westen wurde ein Zaun errichtet. Im Verlauf der Zeit wurden am westlichen Rand zahlreiche private Naturschutzgebiete gegründt. Durch Verträge wurden diese an den Krüger-Park angeschlossen, was zur Folge hatte, das dadurch die Parkfläche um weitere 3400 km² ausgedehnt werden konnte. Außerdem wurden die langsam verfallenen Zäune durch neue an den neuen Grenzen durch die privaten Naturschutzgebiete ersetzt. Für die privaten „Besitzer“ hatte das den Vorteil, das sie ihr eigenes Gebiet besser touristisch vermarkten konnten und auch frisches Blut in ihre Wildbestände bekamen.

Wir machten uns jedenfalls mit unseren Objektiven auf die Jagd nach den „Big Five“, den Büffeln, den Elefanten, Nashörner, Löwen und Leoparden. Die ersten vier gelang uns auch schon vor dem Mittag zu erwischen. Außerdem zahlreiche Antilopen, Adler, Geier und auch Meerkatzen. Aber das schwierigste Exemplar, der Leopard, fehlte noch. Leider blieb das auch so. Wenn gleich wir am Nachmittag neben Flusspferden noch viele andere Tiere zu Gesicht bekamen. Vielleicht noch ein paar Eindrücke vom Krüger Park. Die Landschaft ist schon grün und relativ buschig. Solange kaum Laub an den Büschen und Bäumen ist, kann man noch relativ gut sehen, später aber wird man ein Tier das vielleicht nur 10m von der Straße entfernt ist nicht mehr sehen können. Die Tiere selbst sind aber nicht in so großen Herden unterwegs, wie ich es im Etoscha-Park gesehen habe, der aber auch noch sehr viel trockener war. Erstaunlich ist mit welcher Selbstverständlichkeit die Tiere mit den Fahrzeugen umgehen. So ging eine alte Löwin direkt am Straßenrand zwischen den stehenden PKWs hindurch. Sie sind sicherlich an die Fahrzeuge gewöhnt, und wissen, das sie nichts von ihnen zu befürchten haben. Und so lange die Menschen im Fahrzeug sind, nehmen sie die Objekte offensichtlich nur als Ganzes wahr, und nicht den einzelnen Menschen als mögliche Beute. In manchen Momenten kommt man sich dabei ein bisschen wie im Zoo vor, und es ist nicht immer ganz klar wer eigentlich auf welcher Seite „des Gitters“ ist. Natürlich ist der Krüger Park ein Muß in Südafrika, aber es ist eben auch nicht die pure Wildnis – ist aber vielleicht auch besser so. Sonst wäre die meisten von uns Menschen mit den zivilisierten Instinkten hier hoffnungslos verloren.

Wo wir schon mal bei Tieren sind, noch mal etwas zu sehr kleinen Tieren: die Anophelesmücke. Sie ist der Überträger von Malaria, wobei es weltweit vier Arten von Malaria gibt. Der Norden des Krüger Parks ist Malariagebiet. Für ein solches Gebiet braucht es Menschen und den besagten Moskito, genauer gesagt den weiblichen Anophels-Moskito. Malaria ist nur auf den Menschen übertragbar, und ist eine Variation aus Bakterien und Viren. Wie ist der Übertragungsweg? Es bedarf eines Menschen, der bereits Malaria in sich trägt. Dieser wird durch den Moskito gestochen und überträgt mit seinem Blut die Krankheit auf den Moskito. Nach 7 Tagen kann dieser Moskito die Infektion auf weitere Menschen übertragen. Dabei sticht der Moskito und sondert ein Secret in die Wunde ab, das das Gerinnen des Blutes unterbindet. Dabei wird auch die Krankheit übertragen. Erst dann saugt das Insekt auch Blut aus dem gestochenen Körper. Nach Schätzungen der WHO erkranken weltweit jährlich mehr als 300 Millionen Menschen an Malaria, 1 Million Menschen sterben pro Jahr. 90% der Todesfälle treten in Afrika auf. Die Dauer zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung beträgt je nach Art der Malaria 1 bis mehrere Wochen, mindestens jedoch 7 Tage. Die Erkrankung beginnt oft plötzlich mit Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln, Hitzegefühl und Fieber und gleicht anfangs oft einer Grippe. Sie kann aber auch ohne Fieber oder mit Übelkeit und Erbrechen beginnen. Gerade bei der gefährlichen Malaria tropica fehlen die sonst typischen rhythmischen Fieberschübe, so dass die Gefahr einer Fehldiagnose groß ist. Wird die Krankheit nicht frühzeitig behandelt, kommt es zu schwerwiegenden, unter Umständen. tödlichen Komplikationen mit Schädigung der inneren Organe (Herz, Nieren, Magen-Darm-Trakt und der Lunge). Ein besonders schwerer Verlauf ist die „zerebrale“ Malaria mit Benommenheit, Bewußtseinstrübung, Koma und nicht selten tödlichem Ausgang. Dabei verläuft die Krankheit in Schüben. Die Erregen vernichten die roten Blutkörperchen und sterben ab. Es schlüpft eine neue Welle an Erregern und vernichtet wieder die roten Blutkörperchen. Zum Risiko: Nur eine von acht hier vorkommenden Moskito-Arten kann die Krankheit übertragen. Solange es nicht ausreichend feuchte Stellen in der Umgebung gibt, können die Moskitos nur schwer überleben geschweige denn sich vermehren. Bei unserer Reise befinden wir uns nur im südlichen Teil des Krüger Parks und es ist erst relativ wenig Regen gefallen, der noch vollständig vom Boden aufgesaugt worden ist. Zur Zeit ist das Malaria-Risiko also relativ gering. Auch die Medikamentenvorbeugung ist aufgrund der Mittel nicht ganz ohne Risiko. So muß jeder selbst bzw. unter Absprache mit seinem Arzt entscheiden, ob er diese nehmen möchte, oder lieber nicht. So gibt es auch innerhalb der Reisegruppe kein einheitliches Verhalten.