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  • Blick über den Lake Louise
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    Blick über den Lake Louise

  • Streifenkehl-Schattenkolibri nascht vom Nektar einer Blüte
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    Streifenkehl-Schattenkolibri nascht vom Nektar einer Blüte

  • Gipfel des Mera
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    Gipfel des Mera

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    Teide

14. Reisetag - Halls Gap (Grampians)

Am Vormittag haben wir einen Krater eines schon seit langem nicht mehr aktiven Vulkans besucht. Übrigens wird Australien auch gerne als alter Kontinent bezeichnet. Das ist so richtig wie auch falsch. Die Landmasse ist eher jünger als viele andere Bereiche auf den übrigen Kontinenten, aber es hat schon seit sehr langer Zeit keine neuen Überwerfungen der Erdschichten oder auch nur Vulkanaktivitäten hier gegeben. Dadurch ist die obere Erdschicht schon lange der natürlichen Alterung ausgesetzt und ist daher auch arm an Nährstoffen und kann auch nur schwer Dünger aufnehmen. In diesem Vulkan, der mitten im Tower Hill einem der unzähligen Naturschutzparks liegt, hat sich im Krater eine Insel innerhalb des vorhandenen Sees gebildet. Auf und im Wasser gibt es zahlreiche Wasservögel darunter auch einige schwarze Schwäne. Hier haben wir auch die nächsten Tiere gesehen, die man unweigerlich mit Australien verbindet. Zuerst war es ein flüchtendes Känguruh ein weiteres lag auf der Seite und ruhte sich ein bißchen in der Sonne von den Strapazen des Lebens aus. Dann die ersten Emus, jener Laufvögel der die Antwort Australiens auf den Strauss ist. Er ist ja auch neben den Känguruhs im Wappen des Landes enthalten. Auch sie suchten weiter im Gras was immer sie suchten. Aber so eine Gruppe Touris in etwa 15m Entfernung war ganz offensichtlich aus ihrer Sicht keine Gefahr. Beide, Emus und das liegende Kängeruh sind ja schon anständige Objekte für den geneigten Fotografen. Aber der Star in dieser Disziplin ist sicherlich der Koala. Eine Kletterbeutler, der als einziges Tier, sich den Eukalyptus als Nahrungsquelle ausgesucht hat. Dabei fressen die kleinen Koalas aber immer nur den bevorzugten Eukalyptus, den auch die Mutter frißt. Deshalb ist der putzige kleine Kerl auch in der Art bedroht. Man schätzt das es zur Zeit noch etwa 400000 Tiere gibt. Das hört sich erst einmal sehr viel an. Aber da sie eben nur eine Sorte Eukalyptus fressen, und die Buschlandschaften nicht mehr zusammen hängen, kommt es immer häufiger zu Nahrungsengpässen für die Tiere. Auch sind die verschiedenen Gruppen, durch den mangelnden Austausch von Blut zwischen den Gruppen, Inzucht gefährdet. Aber so sehen sie, wenn sie so in einer Astgabel dösen sehr zufrieden aus. Und sie schlafen sehr viel, man schätzt etwa 18 Stunden pro Tag. Das reduziert zum einen den Energiebedarf der Tiere, auf den anderen Seite können sie auch im Schlaf die als Nahrung schwer zu knackenden Blätter zu Energie verarbeiten. Pünktlich zu unserem Eintreffen konnte sich dann aber doch ein Koala mit dem Nachwuchs auf dem Rücken aufraffen mal kurz in die obersten Baumwipfel zu steigen, um einen kleinen Imbiss zu nehmen. Man hatte fast Angst, das er dort von oben inklusive des Astes, an dem er sich fest hielt, zur Erde runter sausen würde. Aber er kletterte sicher, geschickt und schneller als man es ihm zutrauen würde in den Wipfeln umher. Die gemütlichen Tiere sind eigentlich schöner anzusehen als die so bekannten Känguruhs. Aber wir mußten wieder weiter.

Die Fahrt ging in die Grampians. Das ist eine Bergkette, die das Ende der Great Diving Range bildet. Die Berge sind alle ein wenig nach Osten geneigt, also ist es an der Ostseite relativ steil und dafür steigen sie auf der Westseite nur verhältnismäßig sanft an. Hier konnten wir trotz des diesigen Wetters von einigen Aussichtspunkten einen Überblick über die Landschaft im Bundesstaat Victoris machen, in dem wir uns ja in den beiden letzten Tagen bewegt haben. Er wird auch als Garden State bezeichnet, da er als einziger kaum Wüstenflächen hat. Es wird hier intensivst Landwirtschaft betrieben. Daneben sind aber auch noch größere Buschflächen vorhanden, die eine relativ unberührte Naturlandschaft darstellen. Als letzte Station des Tages fahren wir noch zu den McKenzie Waterfalls. Dabei handelt es sich um einen relativ großen Wasserfall, den wir über einen kleinen Bohlensteg durch einen Wald erreichen. Auch hier im Wald herrschen eben graue und matt grüne Farben vor. Die Vegetation ist hier etwas blasser als bei uns in Europa. Doch wenn man ehrlich ist, warteten wir eigentlich darauf noch ein paar Känguruhs aus der Nähe zu sehen. Denn man verbindet Australien untrennbar mit diesem Tier. Und schließlich soll es hier 40 Millionen davon geben. Doch auf dem Spaziergang war nichts zu sehen. Die Überraschung hätte dafür aber nicht größer sein, als wir zurück zum Bus kamen. Dort war unser Busfahrer gerade damit beschäftigt ein Kängeruh zu füttern. Das Tier kam bis auf 2 m an ihn heran. Im Beutel trug es auch einen kleinen Joey, wie der Nachwuchs genannt wird solange er noch im Beutel ist. Aber Mutter und Kind waren dann auch gerne bereit den Hauptdarsteller auf unseren Bildern zu machen. Das kleine luckte auch immer wieder aus dem Beutel und versuchte sich auch schon mal am Gras, sobald sich die Mutter selbst runter beugte um fressen zu können. Im Hintergrund nur etwa 10m weiter waren noch zwei weitere Känguruhs, die auch ganz offensichtlich an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt waren. Doch nach etwa einer halben Stunde half es nichts, wir mußten mal wieder weiter.

Es ging in die kleine 400 Seelen Gemeinde Halls Gap. Eine Ort im Busch, oder man könnte auch sagen im Nichts. Ausbreiten wird er sicher nicht mehr, da hier keine neuen Häuser mehr genehmigt werden. Dieses soll die Natur in diesem Landstrich schützen und verhindern, das sich auch hier in einem der letzten grösseren Gebiete mit zusammenhängendem Busch der Mensch weiter ausbreitet.