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21.08.05      15. Reisetag - Port Hardy

Heute heißt es früh aufstehen, bereits um 5 Uhr klingelt der Weckruf. Eine Stunde später sind die Koffer verladen und wir abfahrbereit in Richtung Fährhafen. Ab 6.30 Uhr beginnt die Verladung auf die Fähre, eine weitere Stunde später legt sie planmäßig ab. Es geht durch die Fjord-Landschaft der Inside Passage. Am Ufer gibt es dicht bewaldete Berglandschaft. Nach anfänglich typischem Wetter für die Rainbow City, wie man Prince Rupert auch ob des häufigen Regens nennt, beginnt es aufzuklaren. Die dichten Regenwolken verziehen sich, und machen der Sonne platz. Auch sieht man Lachse aus dem Wasser springen, einmal wedelt kurz eine große schwarze Flosse aus dem Wasser hervor. Kurz darauf fliegt ein großer schwarz-weißer Fisch durch die Luft, ein Orka Wal. Ein unglaublicher Augenblick, auch wenn ich mit dem Foto wieder viel zu langsam bin, so ist es doch ein unglaubliches Naturschauspiel, wie ein solcher Koloss aus dem Wasser schießt um dann unter wilden Wasserfontänen wieder einzutauchen. Zumindestens mit dem inneren Auge konnte man diesen Augenblick festhalten, es wird sicherlich einer der noch lang in Erinnerung bleibenden Eindrücke dieser Reise bleiben, auch wenn er nur Sekunden gedauert hat.

Heute legen wir wieder eine Strecke von 570 km zurück, aber eben völlig entspannt auf dem Wasser. Das gibt mir dann auch noch mal Gelegenheit, eines wenn nicht das größte Problem Kanadas hier noch ein bisschen zu beleuchten. Wie ja schon vorher mal beschrieben gibt es hier im Land den frankophonen Bereich, praktisch die Provinz Quebec, und den Anglophonen Bereich, quasi der Rest von Kanada außer Quebec. Manche sprechen hier im Westen sogar schon vom alophonen Bereich, wo die Einwanderer aus Asien eine immer stärke Gruppe darstellen, auch wenn sie aus allen möglichen Ländern Asiens stammen. Schon bei den Berichten aus den Städten im Osten war ja schon davon die Rede. Hier möchte ich noch etwas weiter auf die möglichen Auswirkungen eingehen, wenn es wirklich zu einer Loslösung von Quebec aus dem Verbund Kanadas kommen sollte. Und die war ja schon bei zwei Volksabstimmungen, dabei besonders bei der zweiten, in Quebec nicht mehr weit entfernt. Gerade die Prärieprovinzen haben immer größere Vorbehalte gegen die Zugeständnisse, die man Quebec immer wieder macht. Sollte es jetzt irgendwann tatsächlich dazu kommen, könnte es aber zu einer Kettenreaktion kommen. Die Provinzen an der Atlantik-Küste haben auch heute schon fast mehr mit den USA zu tun, als mit ihrem eigenen Land und würde sich dann wohlmöglich ganz den Vereinigten Staaten anschließen. Quebec wäre ohnehin weg, und könnte wohlmöglich auch selbstständig existieren. Dann wären da die Prärieprovinzen, die einen gewissen Stolz auf ihre Region haben, und sich auch alleine stark genug fühlen. Dann ist da noch Alberta, dort könnte man solange die Öl-Geschäfte laufen ohnehin viel besser ohne den Rest leben, hier schwimmt man förmlich im Geldsegen. Da bleibt dann noch Ontario, die wirtschaftlich stärkste Region des ganzen Landes. Dann wäre da noch der Norden, eine riesige Fläche aber praktisch nahezu menschenleer. Es bleibt vielleicht noch ein kleiner Rest am Atlantik und British Columbia, die sich wohlmöglich weiter an Ontario hängen würden, als die eigentliche Geburtsstätte des heutigen Kanadas. Gerade zur Zeit kommt das Thema mehr oder weniger versteckt immer wieder hoch. Es ist fast ein Tabu-Thema und doch immer gegenwärtig. Aktuell geht es um die Nominierung der neuen General Gouverneurin, also der Vertreterin der englischen Königin hier in Kanada. Die Journalistin Michelle Joan, Tochter von Einwandern aus Haiti, ist erst als zweite Frau überhaupt für dieses Amt nominiert worden. Sie wohnt in Quebec, was so noch kein Problem wäre, aber es ist ein etwa 10 Jahre altes Bild aufgetaucht, auf dem sie mit einem führenden Vertreter einer radikalen Freiheitsbewegung Quebecs auf einer Party zu sehen ist. Gerade diese Gruppe ist auch durch die Verübung von Bombenanschlägen zur Durchsetzung ihrer Ziele auffällig geworden. Teile der britisch geprägten Medien fordern jetzt eine Erklärung, wie es zu diesem Foto kommen konnte, und welche Ansichten und Meinungen sie denn damals vertreten hat. Sie hat nun erklärt, das sie sich heute hundertprozentig zur Einheit Kanadas bekennt, und alles für die Überbrückung von Differenzen innerhalb des Landes tun will. Gerade der Bezug auf das „heute“ scheint manchen der Medien nun auch der Hinweis auf eine Kanada feindliche Gesinnung in der Vergangenheit zu sein. Sie fordern lauthals die Nominierung eines „geeigneten“ Kandidaten bzw. einer „geeigneten“ Kandidatin. Sie umschifft die Klarstellung der damaligen Gesinnung mit dem Hinweis, ja auch nicht jede Meinung aus ihrer Studentenzeit zu jedem Thema, sei es auch noch so nichtig auch heute noch zu kennen oder gar zu vertreten. Dieses Thema wird jetzt jeden Tag hier seitenweise in den Zeitungen behandelt. Darin sieht man schon wie nervös und gereizt man bei diesem Thema ist. Bisher haben auch alle Versuche der Premierminister das Thema zu entschärfen es eher verschlimmert. Selbst wenn der Premierminister mal frankophon war, und die eigenen „Landsleute“ mal Zugeständnisse abzuringen versucht haben, war sie plötzlich nur noch der Lakai da irgendwo im fernen (eigentlich sehr nahen) Ottawa, der sowieso vom „Rest Kanada“ gesteuert wurde. Dies ist eine Sache, die ich so aus dem fernen Deutschland eigentlich vor dieser Reise bzw. den Vorbereitungen dazu nie auch nur gerüchteweise aufgeschnappt hatte. Aber hier ist es das Unthema überhaupt und doch gleichzeitig das politische Thema schlechthin.

Es geht hier ja eigentlich nicht um die Volksseele Kanadas, sondern eher um meine Reise durch Kanada. Und hier geht es besonders um die Inside Passage. Man fährt hier auf dem Pazifik, aber durch die Fjorde hat man subjektiv eher das Gefühl in einer Flusslandschaft unterwegs zu sein. Die Berge des Vorgebirges zu den Rocky Mountains, zum Teil sogar mit Gletschern, stehen fast direkt am Wasser, die ganze Landschaft ist mit Wald bedeckt. Schiffsbewegungen sieht man während unserer Fahrt nur relativ wenig. Noch weniger sind menschliche Zeichen der Zivilisation am Ufer zu sehen, einfach nur Natur pur. Am Abend gelangen wir dann noch mal auf offeneres Meer. Erst jetzt glaubt man auch nicht mehr an den Fluss, den man den ganzen Tag befahren hat. Da die Sonne immer noch scheint, gibt es ein interessantes Lichtspiel am Ende des Tages, auch wenn sie sich unmittelbar vor dem Abtauchen im Meer noch hinter ein paar Wolken versteckt. Erst am späten Abend treffen wir in Port Hardy ein. Die Stadt lebt im Norden von Vancouver Island genauso wie unser Ausgangspunkt des Tages Prince Rupert im wesentlichen vom Hafen. Dabei ist es hier fast nur noch der Fährhafen. Nach einer kurzen Fahrt vom Fährhafen zum Hotel erreichen wir so gegen 23.30 Uhr unsere Zimmer, müde aber doch auch irgendwie durch einen geruhsamen Tag auf dem Schiff entspannt.

Als letztes noch ein kleiner Satz zu den hiesigen Hotels. Sie sind eher ungepflegt und müssen ihr Geld innerhalb weniger Monate im Sommer verdienen, viele Sterne wird man hier also eher am Himmel, aber nicht im Hotelführer finden. Das gilt insbesondere für unseres. Wenn der geneigte Leser auch einmal hier ankommen sollte, so würde ich das „North Shore Inn“ nicht gerade empfehlen, mehr möchte ich hier zum Thema Sauberkeit mal nicht sagen, das würde sonst wohlmöglich zum Thema der Gesundheitsgefährdung führen. Und alle anderen besuchten Hotels auf dieser Reise waren wirklich in Ordnung und zum Teil auch sehr gut.