• Oryx Antilope
    Südliches Afrika

    Oryx Antilope

  • Bär auf Katmai beim Lachsfischen
    Alakshak

    Bär auf Katmai beim Lachsfischen

  • Teide
    Teneriffa

    Teide

  • Schutzhuette am Hvitarvatn
    Island

    Schutzhuette am Hvitarvatn

  • Sonnenuntergang in der Wahiba
    Oman

    Sonnenuntergang in der Wahiba

4. Reisetag    23.07.2012 – Imst

Aufstehen und Frühstück ist auch heute zu den anscheinend für uns üblichen Zeiten, also um 6.30 Uhr bzw. 7.00 Uhr. Wobei das Aufstehen mir hier auch nicht wirklich schwer fällt. Einen Wecker brauche ich nicht. Auch wenn es nachts immer ein bisschen unruhig ist, selbst wenn sich jeder bemüht leise zu sein. Aber man geht auch früh ins Bett, jedenfalls zu Zeiten, zu denen ich zu Hause sicherlich nicht gehe.

Unser Tag in den Bergen führt uns zuerst praktisch um die Hütte herum über eine recht ebene Grasfläche an einen klaren Bergsee, ab hier geht es dann aber aufwärts. Anfangs ist es zwar steinig aber sehr gut zu laufen, ein paar Passagen sind recht steil und wegen der dort vorhanden engen Stellen mit feuchten kleinen Steinchen etwas schwieriger. Anschließend geht es über ein Schneefeld um dann das letzte Stück zur Seescharte über ein paar Aussetzungen und steilere Abschnitte zu nehmen. Das letzte Stück geht hier noch im Schatten weiter, aber die Sonne scheint. Die klare Nacht hat aber auch dafür gesorgt, dass der Reif auf der Sonnenterrasse der Memminger Hütte morgens gefroren war.

Als wir dann aber die Seescharte auf knapp 2600m überqueren, bietet sich ein unbeschreiblicher Ausblick. Auf der anderen Seite scheint die Sonne, kurz unterhalb zahlreicher Alpengipfel, die man bei sehr guter Fernsicht sieht, liegt eine Wolkendecke. Ein kleiner Ausschnitt über dem vor uns liegenden Tal Lochtal, das dann ins Inntal mündet, liegt aber frei. Und dort am Übergang sieht man auch die Silberspitze, und genau dorthin geht es auch weiter für uns. Aber zuerst machen wir hier eine kleine Rast um einfach nur zu genießen, denn der vor uns liegende Abstieg wird lang werden, immerhin rund 1850 Höhenmeter sind es.

Das erste Stück ist durch einen recht steilen und steinigen Abstieg geprägt. Anschließend wird es einfacher, da wir inzwischen wieder auf Grasland und zwischen Latschenkiefern unterwegs sind. Aber auch als wir die ersten schon von oben zu sehenden Bachläufe erreichen, wird es nicht wirklich flacher. Dabei war ich mir von oben recht sicher, dass es hätte so sein sollen. Erst als wir die Oberlochalm erreichen, wird es angehemer zu laufen. Die Oberlochalm wird wechselseitig mit der Unterlochalm betrieben. Im Juli und September eher die Unterlochalm, im August die Oberlochalm. Nach dort geht es auch in etwa 45 Minuten mehr oder weniger immer am Lochbach entlang. Das letzte Stück vor der Unterlochalm auch noch durch einen etwas schattigen Lärchenwald. Die jeweilige Alm bietet sich natürlich auch für die Mittagsrast an, zumal man hier auch eine Brotzeit und Getränke erstehen kann. Teil des Panoramas sind dann etwa 30 Haflinger und 130 Rinder, die zu der Alm gehören. Wobei insbesondere die Pferde auch schon mal zur Herausgabe einer kleinen Leckerei über den Zaun rund um die Alm „auffordern“. Hier hat man etwa die Hälfte des Abstieges geschafft. Von hier ist es auch nicht mehr weit zu einem Steig, der uns ins Zammer Loch hinab führen wird. Der Steig wurde übrigens nicht für den E5 in den Felsen gesprengt, sondern wurde schon vor mehr als 100 Jahren für das Vieh angelegt. Folglich schlängelt es sich auf der von oben gesehen linke Felsseite weit oberhalb des Lochbachs hinunter. Man sieht schon bald auch das Zammer Loch in dem Zams liegt. Dazu dann der Inn, der sich hier durch das angrenzende gleichnamige Tal schlängelt. Doch nicht umsonst ist der Abschnitt ein bisschen berüchtigt, man glaubt das Ziel schon fast zum Greifen nah zu haben, und doch dauert es noch fast zwei Stunden, bis man schließlich unten ankommt. Unterwegs treffen wir noch einen älteren Wanderer mit freiem Oberkörper, der uns auf breitem Dialekt, von dem ich kaum mehr als die Hälfte verstehe, erklärt, wie schön es hier ist und auch immer schon war. Er kommt von hier und schenkt uns einen Teil seines bescheidenen Gepäcks, das nur aus einer kleinen Tüte mit hiesigen Äpfeln besteht. Er meinte noch, die wären so gut, dass man die inklusive Gehäuse bis auf den Stängel essen müsse, um sie richtig genießen zu können. Das Obst hat aber auch nur die Größe eines Hühnereis.

Irgendwann haben wir es aber dann doch geschafft, worüber ich auch ganz froh bin. Denn so langsam hat sich dann trotz der Stöcke doch das linke Knie gemeldet. Aber schon im Vorfeld hatte ich nach der Tourenbeschreibung den heutigen Tag als den für mich wahrscheinlich schwierigsten angenommen. Von hier geht es dann mit dem Busshuttle hinüber in dem Nachtbarort Imst, wo heute ein kleines Hotel auf uns wartet. Und damit wartet auch eine warme Dusche, und ein eigenes richtiges Bett für die Nacht. Gegen 17.15 Uhr beziehen wir die Zimmer und genießen die Annehmlichkeiten, die auch ein einfaches Hotel eben so bietet. Ich hatte unterwegs immer das Gefühl ein kleines Steinchen im Schuh zu haben, was ich aber trotz mehrmaligen Ausziehens des betreffenden rechten Schuhs nicht finden konnte. Dafür finde ich jetzt eine Blase am rechten Haken. Hhhmm, nicht schön aber mit einem Blasenpflaster auch kein wirkliches Problem.