• Der Botnar ist der gruene Riese in einer schwarzen Lavalandschaft
    Island

    Der Botnar ist der gruene Riese in einer schwarzen Lavalandschaft

  • Bär auf Katmai beim Lachsfischen
    Alakshak

    Bär auf Katmai beim Lachsfischen

  • Umfeld der Memminger Hütte
    Alpenüberquerung

    Umfeld der Memminger Hütte

  • Valle de la Luna, das Mondtal
    Chile

    Valle de la Luna, das Mondtal

  • Blick über den Lake Louise
    Kanada

    Blick über den Lake Louise

10. Reisetag        Kasane – 12.09.2016 Chobe

Auch heute geht es wieder gemächlich in den Tag. Abfahrt soll um 9:00 Uhr sein. Es geht die rund 320 km weiter bis nach Kasane. Auf der gesamten Strecke kommt man eigentlich nur durch den Grenzort Mpandametanga, von wo man nach Simbabwe gelangen kann. In dem Bereich des Ortes gibt es auch riesige landwirtschaftlich genutzte Ackerflächen. Im Ort selbst stehen am Ortseingang riesige Getreidesilos. So verwundert es auch nicht, dass vor allem Getreide und Mais angebaut werden. Ackerbau im größeren Maßstab ist in ganz Botswana vor allem hier möglich. Nicht umsonst war früher auch das benachbarte Simbabwe die Kornkammer des Kontinents. Die übrigen Flächen auf unserer Tagesetappe bestehen vor allem aus mehr oder weniger niedrig wachsender Buschvegetation. Unterbrochen allenfalls mal von Grasflächen. Wie überall in Botswana sind diese zu dieser Jahreszeit längst braun und mehr oder weniger völlig vertrocknet. Entsprechend dürften sie nicht mehr besonders reich an Nährwert sein. Wir sehen unterwegs lediglich ein paar Elefanten und die für Botswana fast obligatorischen Rinder. Botswana ist eine der größten Rindfleischproduzenten in Afrika. Daneben gibt es hier noch ein paar Ziegen und Esel. Mit letzteren davor sieht man auch immer mal wieder ein paar Karren. Benzin bzw. Diesel ist für unsere Verhältnisse zwar billig, im Verhältnis zum normalen Einkommen hier aber eben sehr teuer.

In Kasane kommen wir nach ca. 4 Stunden Fahrt in der Mittagszeit an. Nachdem die in Botswana üblichen Formalitäten wie die Aufnahme der Passnummer erledigt ist, beziehen wir unsere Zimmer. Die Chobe Safari Lodge gehört sicherlich noch nicht zu den großen exklusiven Luxus Lodges im Land. Man merkt aber eben doch deutlich, dass es hier um professionellen Tourismus geht. Die Zimmer sind riesig, und vom Bett schaut man nach hinter über die fast parkähnlichen Grünanlage direkt auf den Chobe. Er ist einer der großen Flüsse hier im Norden Botswanas. Er ist auch jetzt noch gut mit Wasser gefüllt, und damit eine wichtige Wasserquelle für das hiesige Wild. Und nicht zuletzt auch Namensgeber des etwa 10.700 km² großen Nationalpark an dessen Rand sich Kasane befindet.

Im Nationalpark unternehmen wir am Nachmittag auch unsere erste Pirschfahrt. Hier in Botswana dürfen nur Mietwagen oder private PKW in die Nationalparks fahren. Fahrzeuge von anderen Tourismus Unternehmen sind ausgeschlossen. Dafür stehen lokale lizenzierte Tourenunternehmen bereit. So fahren wir auch nicht mit unseren Toyota Landcruiser sondern mit einem Jeep eines lokalen Anbieters in den Park. Die Einfahrt erfolgt bei diesen Touren immer ab 15:00 Uhr über das Sedudu Gate. Um 18:00 Uhr muss man eigentlich wieder draußen sein, beides ist bei uns etwa 15 Minuten später. Dabei fahren natürlich mehrere Fahrzeuge mehr oder weniger gleichzeitig in den Park. Da es im Wesentlichen zwei Runden gibt, ist es anfangs ein Stück weit auch eine Prozessionsfahrt. Nach etwa einer halben Stunde verläuft es sich dann etwas. Auf der typischen nachmittäglichen Runde geht es am Fluss entlang, zu dem zahlreiche Tiere unterwegs sind, um nach der Hitze des Tages zu trinken. So sehen wir neben Pavianen, Perlhühnern, Giraffen und Schwarzfersen Impala, aus einiger Entfernung auch Büffel, Flusspferde, Krokodile und Elefanten. Für letztere ist der Chobe Nationalpark sehr bekannt. Im Norden Botswanas gibt es etwa 100.000 der grauen Dickhäuter. Davon sind etwa 20.000 Grenzgänger nach Simbabwe und Namibia bzw. dem dazugehörigen Caprivie Streifen. Etwa 70.000 sind in und um den Chobe Nationalpark unterwegs. Gerade in den trockenen Monaten ist diese große Zahl schon ein Problem für die hiesige Vegetation, da die grauen Riesen bei der Nahrungssuche einen nicht unerheblichen Schaden anrichten. Elefanten werden durchschnittlich etwa 3,20 m groß und wiegen 5 t, es wurden aber auch schon Bullen von mehr als 4 m und 7,5 t gesichtet. Im Gegensatz zu den indischen Verwandten haben die afrikanischen beider Geschlechter Stoßzähne. Dabei sind die der Bullen deutlich größer was Länge und auch Durchmesser angeht. Bei ihnen wachsen sie ihr Leben lang, während es bei den Kühen im Durchmesser nur etwa bis zum 15. Lebensjahr der Fall ist, in der Länge wachsen sie auch danach noch durchaus weiter, wenn auch mit deutlich geringerer Geschwindigkeit, als bei den Bullen. Stoßzähne der Bullen können bis zu 3 m lang und 100 Kilo schwer werden. Genau diese Stoßzähne waren auch dafür verantwortlich, dass Wilderer sie brutal jagten und teilweise noch am lebendigen Leibe die Stoßszene aus den Tieren schnitten. Die Wilderei sorgte auch dafür, dass Elefanten zeitweise als vom Aussterben bedrohte Art gekennzeichnet werden mussten. Man hatte das Aussterben schon für das Jahr 2010 vorausgesagt, zum Glück ein Irrtum. Seitdem der Handel mit Elfenbein weltweit verboten worden ist, konnten sich glücklicherweise die Bestände deutlich erholen, auch wenn es bis heute im deutlich geringeren Umfang die Wilderei gibt. Hier im Chobe Nationalpark gibt es auch immer wieder Überlegungen, Elefanten gezielt durch Ranger schießen zu lassen, um deren Population einzudämmen. Ausgewachsene Elefanten haben als größte Landsäugetiere der Welt keine natürlichen Feinde mehr. Allenfalls bis zum 10.-12. Lebensjahr werden sie von größeren Löwenrudel gejagt. Da sie zu diesem Zeitpunkt insbesondere die weiblichen Tiere in der Herde unterwegs sind, ist diese Jagd aber auch für die Löwen sehr gefährlich. Elefantenherden bestehen nur aus weiblichen Tieren und Jungtieren und werden von einer älteren Leitkuh geführt. Diese behält diese Position auch bis zu ihrem Tode inne und wird dann meist von ihrer ältesten Tochter beerbt. Diese erfahrenen Leitkühe geben ihr Wissen an die anderen Tiere der Herde weiter, so nutzen die Herden oft jahrhundertealte Trampelpfade um zwischen ihren Weidegebieten zu wechseln. Gleichzeitig macht dieses Wissen es aber auch nahezu unmöglich, Elefanten umsiedeln zu wollen, da sie immer wieder in ihre alten Reviere zurückkehren. Männliche Nachkommen werden im Alter von ca. acht Jahren aus der Herde ausgeschlossen, da sie dann langsam in die Geschlechtsreife kommen. Männliche Elefanten sind meist in kleinen Junggesellengruppen unterwegs. Nur zur Paarungszeiten schließen sie sich temporär den Herden an. Dabei sind die Kühe nur wenige Tage befruchtungsfähig, was aber ganzjährig sein kann. Die Tragzeit beträgt 22 Monate, an dessen Ende ein etwa 100 Kilo schweres Baby auf die Welt kommt. Dieses kann nach einem halben Tag stehen und wird ein Jahr gesäugt. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Elefanten beträgt ca. 70 Jahre, während dieser Zeit nutzen Sie sechs Generationen Backenzähne ab. Sollten diese vorzeitig verbraucht sein, suchen die Elefanten sumpfiger Gebiete auf, um dort das weichere Nahrungsangebot zu fressen. Dieses Verhalten führte auch zur Legende der Elefantenfriedhöfe, die es folglich nicht gibt, sondern eigentlich eher aus der Not der Nahrungsaufnahme entstanden sind. Ein ausgewachsener Elefant verzehrt jeden Tag 200-300 Kilo Nahrung, was ihn den größten Teil des Tages beschäftigt. Sie fressen dabei Gräser, Wurzeln, Äste, Rinde und Blattwerk. Insbesondere in Zeiten großer Trockenheit, wenn sie sich auf Wurzeln von Bäumen und die Bäume selbst konzentrieren, können Sie große Schäden in der Natur anrichten. Extrem wichtig für Elefanten ist auch die gesicherte Versorgung mit Wasser, von dem sie pro Tag 100-150 l benötigen. Auch dieses Wissen von möglichen Wasserstellen wird von Generation zu Generation weitergegeben. Dabei graben sie zuweilen selbst die Wasserlöcher in scheinbar trockenen Flussbetten, welche dann wieder andere Tiere zum Trinken nutzen. Elefanten ruhen meist nur zur heißen Mittagszeit oder ab Mitternacht, ansonsten sind sie Tag und Nacht aktiv. Teilweise schlafen sie sogar im Stehen an einen Baum gelehnt. Dieses hat den Vorteil einen deutlich geringeren Druck auf die inneren Organe auszuüben. Afrikanische Elefanten unterscheiden sich von ihren indischen Artgenossen auch noch durch eine etwas fliehender Stirn, und die zwei Finger am Rüsselende. Damit können Sie auch durchaus Nüsse knacken. Den Rüssel nutzen die Elefanten als Multifunktionswerkzeug, sie nehmen damit ihre Nahrung aber auch Wasser auf, er besteht aus ca. 40.000 einzelnen Ringsmuskeln. Ein anderes Unterscheidungskriterium sind die größeren Ohren der afrikanischen Elefanten. Da sie nicht schwitzen können, regulieren sie darüber ihre Körpertemperatur, dabei werden bis zu 14 l Blut in die Ohren gepumpt, um es dort zu kühlen. Allgemein gelten Elefanten als friedliche Tiere, Drohgebärden sind etwa das heftige wackeln der Ohren, das hochwerfen des Rüssel, das hin und her Drehen des Kopfes oder lautes Trompeten.

Als neue Spezies auf dieser Reise können wir Rappenantilopen und Zebramangusten aufnehmen. Darüber hinaus sehen wir noch zwei kleinere Rudel Löwen und einen Schabrakenschakal. Dazu kommen noch zahlreiche Vögel wie Gabelracke und Riesentrappe dazu, und am Fluss etwa der afrikanische Löffler, Milane, Schreiseeadler, Geier, Kiebitze und verschiedene Reiher und Storcharten. Und zum Abschluss der Pirschfahrt noch einen schönen Sonnenuntergang am Chobe.