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Kamtschatka

Warum ausgerechnet Kamtschatka, und wo liegt das überhaupt. Um das Pferd von hinten aufzuzäumen. Der eine oder andere aus meiner Generation, also alle die noch ohne Handy, oder genauer müsste man eigentlich Mobildevice sagen, aufgewachsen sind, kennen vielleicht noch das Gesellschaftsspiel Risiko. Da ist Kamtschatka ein eigenes Land, dass den strategisch wichtigen Übergang nach Nordamerika schafft. Das ist so richtig wie falsch. Kamtschatka ist tatsächlich eine Teilprovinz von Russland, und in Wirklichkeit deutlich kleiner als im Spiel, hat aber immer noch etwa die Fläche von Deutschland. Wobei man auch wieder zwischen der Verwaltungseinheit und der Halbinsel unterscheiden muss, die Verwaltungseinheit ist etwas größer als die Halbinsel. Für alle die das Spiel nicht kennen, die grobe Erklärung die Halbinsel liegt an der Pazifikküste Russlands, und das auch auf ähnlichen Breitengraden wie das bei Deutschland der Fall ist. Und Alaska, also Amerika, liegt zwar mehr als ein Steinwurf entfernt, ist aber schon relativ nah.

Nun zum ersten Teil der Einleitung, warum Kamtschatka, und die sich dann häufig sofort anschließende Frage dazu: Was will man da, gibt es da irgendwas? Ja, eine Menge Platz und wenige Menschen. Und dann ist Kamtschatka ein vielleicht sogar das aktivste tektonische und vulkanische Gebiete auf unserem Planeten. Nirgendwo sonst gibt es auf so kleinem Raum mehr aktive Vulkane. Dazu war die ganze Halbinsel bis in die 90er Jahre militärisches Sperrgebiet, und durfte nicht von Ausländer besucht werden - außer natürlich den Militärs der befreundeten Staaten. Wobei es aber blauäugig wäre, automatisch daraus zu schließen, dass die Natur dort unberührt geblieben ist. Auch damals gab es dort schon Forstwirtschaft und auch Bodenschätze wurden schon früher ausgebeutet. Und doch liegt die Halbinsel weit abgeschieden vom Rest der Welt. Es gibt beispielsweise keine Straße oder auch nur richtige Piste um vom russischen Festland in den eigentlich nur wirklich bewohnten Süden der Halbinsel zu gelangen, es bleibt also nur Flugzeug oder Schiff, um dort hin zu gelangen. Und Kamtschatka ist bekannt für seine Bärenpopulation. Insbesondere am Kurilensee gibt es praktisch eine Bärengarantie, wobei ich selbst nicht dorthin gefahren bin, da ich bereits auf einer anderen Reise in Alaska was ähnliches auf Katmai sehen durfte. Aber dennoch habe ich eigentlich schon im Vorfeld auf Bären spekuliert. Zumal ich wusste, dass zu meiner Reisezeit die Lachse ziehen würden, und die sind für die Bären buchstäblich ein gefundenes Fressen, und eine wichtige Möglichkeit sich den nötigen Winterspeck anzufuttern. Ich bin im August in Kamtschatka unterwegs, und dann ist der russische Winter mit enormen Schneemengen nicht mehr so weit, es also für die Bären höchste Zeit sich darauf vorzubereiten.