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    Gipfelkette des Himalaya mit Lotsen und Mt. Everest

1.+2. Tag        11./12.10.2014 - Kathmandu (1350m)

Wie immer sind die letzten Vorbereitungen natürlich das Packen. Eigentlich bin ich ein Schnellpacker, und das natürlich ohne Liste, man packt ja nicht zum ersten mal. Wobei auch nicht zu verheimlichen ist, dass eigentlich regelmäßig eine Kleinigkeit fehlt, was mir dann schon auf der Anreise zum Flughafen einfällt. Meist sind es so Dinge, wie Sekundenkleber, also im Prinzip immer Sachen, die man auch schnell noch unterwegs kaufen kann. Bei dieser Reise habe ich schon am Vorabend gepackt, obwohl meine Abreise zu Hause erst kurz nach dem Mittag sein würde. Ich erwartete ein Gewichtsproblem. Auf dem Flug nach Kathmandu sind 30 Kilo erlaubt. Auch für mich mehr als genug, aber am Montag steht ja noch der Weiterflug von Kathmandu nach Bhadrapur bevor. Und dort gibt es nur ein Freigepäck von 15 Kilo, für mich auf jeden Fall eine Herausforderung. Ich habe eigentlich immer Gewichtsprobleme bzw. eigentlich hat es ja mein Gepäck. Aber dieses Mal ist es noch ein bisschen schlimmer. So brauche ich Stunden um mein Gepäck immer weiter zu reduzieren, das geht sogar so weit, dass ich die Handbürste für die Fingernägel wieder auspacke. Der Gewichtsgewinn ist natürlich nur minimal, aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Irgendwann als gefühlt schon mehr wieder neben als in der Tasche liegt, reicht es mir. Inzwischen bin ich auf 16,2 Kilo runter, hhmmm … nach dem was hier rumliegt, hätte ich schon mit mehr Gewichtseinsparung gerechnet. Ich belasse es dann dabei, mir machen auch nicht die möglicherweise fälligen paar US-Dollar Sorgen, die ich wegen des Übergepäcks eventuell bezahlen muss. Ich denke eher an den Träger, der mein Geraffel später über die Berge schleppen muss. Dabei fehlt ja schon das knappe Kilo, welches die Steigeisen „gekostet“ hätten, die wir ja nun nicht brauchen.

Wie immer fahre ich mit der Bahn zum Flughafen. Da die Lokomotivführer vor kurzem in einer Urabstimmung sich für den Streik entschieden haben, habe ich dieses Mal sogar mit einem Ticket für den Fernbus ab Bremen einen Plan B. Da es nun im Moment aber keinen aktiven Streik gibt, entscheide ich mich aber letztlich doch für den Zug, da der schlicht schneller ist bzw. ich erst später losfahren muss. Mein erster Umstieg ist in Bremen, die Umsteigezeit beträgt 8 Minuten, da ich nur auf den benachbarten Bahnsteig muss eigentlich locker machbar. Eigentlich, denn wegen Signalstörungen auf der Strecke haben wir 12 Minuten Verspätung. So stehe ich schon kaum 50 km nach der Abfahrt auf dem Bahnhof, und mein Zug ist längst weg. Ist ja nicht das erste Mal. Per Bahn App findet sich schnell ein Ersatzzug in einer halben Stunde, +17 Minuten, die auch der neue Zug jetzt schon Verspätung hat. So fahre ich über Dortmund und Köln, wo ich umsteigen muss, statt wie geplant über Fulda. Bis Köln haben wir leider nichts unserer Verspätung aufgeholt, sondern sind inzwischen schon 22 Minuten zu spät. In Köln beträgt die Umsteigezeit 30 Minuten, so bin ich also doch noch irgendwie so gesehen rechtzeitig. Man wird ja bescheiden. In Frankfurt komme ich dann um 18:35 Uhr statt 17:49 Uhr an. Da der Flug erst um 21:15 Uhr geht, bleibt aber noch mehr als genug Zeit. Es dauert auch nicht lange, bis ich die anderen aus meiner Gruppe dort treffe. Ab Frankfurt fliegen wir mit dem Dreamliner, und der Name ist das Programm. Ich schlafe von den siebeneinhalb Stunden locker fünf. Das ist Rekord! Wobei natürlich die letzte Nacht auch eine Rolle spielt, die ein bisschen dem Packen zum Opfer gefallen ist. Der Flug geht von Frankfurt nach Neu-Delhi, wo wir etwa vier Stunden Aufenthalt haben. Von dort geht es dann noch einmal bis nach Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal. Ich habe wieder Glück, ich bekomme wieder einen Platz am Fenster. Und bei diesem Flug kann man, wenn man wie ich links sitzt, schon früh die weißen Bergspitzen des Himalajas sehen. Ein gleichermaßen schöner wie auch ein bisschen nachdenklich stimmenden Ausblick, wenn man bedenkt, dass wir bald in den Tälern zwischen diesen weißen Riesen herum laufen werden. Und in Nepal sind zuweilen die Täler höher als die Gipfel der Alpen.

In Kathmandu gelandet, geht es eigentlich relativ zügig weiter. Noch auf dem Flughafen bekommen wir ein Visum, da die meisten Mitreisenden in unserem Flieger nur bis zu 15 Tage im Land bleiben, ist unsere Schlange deutlich kürzer. Draußen vor dem Flughafengebäude wartet bereits ein Kleinbus, der nepalesischen Partneragentur unseres deutschen Reiseveranstalters. Zur Begrüßung überreicht man uns eine Kette aus orangen Tagetes. Mit dem Kleinbus geht es dann nach Kathmandu hinein. Nicht nur dass hier Linksverkehr herrscht, auch das Gewusel auf der Straße scheint völlig chaotisch. Jeder quetscht sich in die nicht vorhandenen Fahrstreifen irgendwie hinein. Dazu ein Hupkonzert und Polizisten, die an den größeren Kreuzungen den Verkehr versuchen zu regeln. Und dazwischen kurven unzählige kleine Mopeds umher, die natürlich auch ihren Platz beanspruchen. Da wir noch bei der Agentur vorbei fahren, um dort unsere Reisepässe abzugeben, damit man für uns ein Permit für die Kangchendzönga Conservationa Area zu beantragen, dauert es ca. 1,5 Stunden bis wir am Hotel im Stadtteil Thamel ankommen. Aber wir haben ja heute auch nichts mehr vor, außer Geld zu wechseln, was in den nahe gelegenen Wechselstuben kein Problem ist. Auf dem Zimmer bekomme ich gleich einen Eindruck, was in der Reisebeschreibung damit gemeint war, dass die Hotels in Kathmandu nicht zwangsläufig mit westlichen Häusern zu vergleichen sind. Das Wasser in der Dusche war günstigsten Fall nicht eiskalt, dafür ging der Strom nicht. Wobei auf meiner Etage noch einige Handwerker unterwegs waren, was vielleicht den Stromausfall erklären könnte. Da die anderen aus meiner Gruppe auf anderen Etagen untergebracht waren, auf denen das Licht einwandfrei funktionierte. Aber so kam bei mir gleich mal die Stirnlampe zum Einsatz, wobei vom Hotel in jedem Zimmer eine Kerze und Streichhölzer bereitstanden. Und auch sonst muss man schon mal mit einem Stromausfall in Kathmandu rechnen. Von daher traf es mich auch nicht völlig unvorbereitet.