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12. Reisetag    31.07.2012 – Dorigonihütte

Heute sind die Zeiten praktisch wieder wie am Vortag. Also Aufstehen um 6.00 Uhr, Frühstück und dann Abmarsch gegen 7.00 Uhr. Da unser Bergführer auf Pünktlichkeit achtet, sind wir „natürlich“ schon ein paar Minuten früher bereit.
Zuerst steigen wir etwa 150m ab, womit wir uns bereits im Wald befinden. Vorbei geht es oberhalb einer Ruine, die in besseren Zeiten ein Hotel und auch Herberge für die Parteigrößen im zweiten Weltkrieg mit ihren ausschweifenden Festen war. Nach mehreren mehr oder weniger verunglückten Um- und Ausbauversuchen ist heute nichts mehr vom alten Glanz zu sehen, es ist einfach nur ein Schandfleck in der Natur. Zurzeit gehört das Objekt der Forst Brauerei, die sich wohl anfangs mit dem Gedanken des Wiederaufbaus befasst hat, sich wegen der Kosten davon aber scheinbar wieder verabschiedet hat.

Nach etwa 1,5 Stunden geht es oberhalb des neuen Stausees über ein Alm, ab der das Gelände wieder sanft ansteigt. Der ganze Weg bisher beschreibt eigentlich eine Umrundung der Rotspitze mit ihren gut 3000m. Auf der Alm geht es ein kleines Stück über Felsen auf ein etwas höher gelegenes Plateau, wo wir auch Rast bei schönen Sonnenschein und noch besserer Aussicht machen. Aber direkt vor uns, sieht man auch die auf uns zukommende Aufgabe. Ab hier wird es deutlich steiler, das erste Stück ist noch bewachsen aber zunehmend mit Geröll übersät. Nach kurzer Zeit führt der Pfad nur noch über Steinen, und windet sich zeitweise in Serpentinen mir einigen Aussetzungen nach oben. Man sieht sich zwar langsam nach oben kommen, aber geschafft ist es damit noch nicht. Weiter geht es über ein größeres Geröllfeld mit teilweisen großen Blöcken, vorbei an zwei Bergseen, die mit eiskaltem Gletscherwasser gefüllt sind. Hier oben auf einer Höhe von etwa 2800m machen wir noch mal eine kleine Pause, wobei es hier ordentlich weht, so dass man sich mit dem verschwitzen T-Shirt doch mal lieber eine Jacke überzieht und hinter einem der großen Blöcke etwas schützt. Hier oben gibt es auch ein kleines Schneefeld, das es zu überqueren gilt, was aber recht problemlos geht. Von hier ist es nur noch ein kurzer Weg bis zum etwa 2965m hoch gelegenen Sällentjoch (sprich Schellenjoch), dem heutigen Tageshöhepunkt. Der Bergführer witzelt noch, wie wären dann ab jetzt in Italien. Aus der Sicht vieler Südtiroler sicherlich richtig, aber politisch eben nicht ganz korrekt. Hier oben ist es auch Zeit für die Mittagspause mit Ausblick – naja hätte es sein können. Aber aus dem warmen Italien ziehen nur kühlere Wolken zu uns hoch. Aber immer wieder geben die Wolken auch einen kurzen Blick ins Tal frei. Unsere Hütte können wir noch nicht sehen, aber der Tag wird nicht mehr wirklich lang werden. Der Abstieg ist anfangs etwas steil und an ein paar Stellen nicht ganz einfach, aber auch nicht mit eben unüberwindlichen Hindernissen gespickt. Und je weiter wir absteigen, desto flacher wird es auch. Auf einer angrenzenden Alm sehen wir eine größere Herde Schafe. Eben diese Schafe sind es auch, die es nicht empfehlenswert machen, aus dem uns begleitenden Bach Trinkwasser zu entnehmen. Da die Schafe Krankheitserreger übertragen können, die dem menschlichen Verdauungstrakt sagen wir mal nicht förderlich sind. Aus dem gleichen Wasserlauf wird übrigens auch das Wasser der Dorigonihütte entnommen, wohin wir ja unterwegs sind. Darum sind auf der Hütte auch überall Warnschilder angebracht, die eben darauf hinwiesen, dass es sich eben nicht um Trinkwasser handelt. Die Hütte selbst erreichen wir übrigens so gegen 14 Uhr. Im Reiseplan war eigentlich eine reine Gehzeit von etwa 7 Stunden veranschlagt und das mit insgesamt etwa 1900 Höhenmeter, davon 1030 aufwärts und 860 abwärts. Die Dorigonihütte liegt dabei auf etwa 2435m.

Wir waren mit den Pausen sieben Stunden unterwegs, also ganz ordentlich in der Zeit. Aber Zeit haben wir dann hier um uns einfach der Muße hinzugeben, oder wer mag auch noch ein kleines Schläfchen zu machen. Auch hier hat wieder jeder ein eigenes Bett, die Zeit der Matratzenlager scheint vorbei. Ein sicheres Zeichen für den Aufenthalt in Italien ist dann die Getränkeversorgung, auf der Hüttenkarte ist zwar noch Hefeweizen verzeichnet, aber es gibt keines. Was jetzt aber auch nicht schlimm ist, eine Schorle kann den Durst auch sehr gut löschen. Immerhin ist der Apfelstrudel ja bis hier gekommen, wer möchte kann auch ein paar Kalorien mit einem großen Stück Schokoladentorte aufnehmen. Auch das Essen ist hier wieder gut und reichhaltig. Es ist fast schon erstaunlich, was es alles so gibt, wenn man bedenkt, dass diese Hütte keine Materialbahn hat, und damit alles mit Muskelkraft oder aber mit dem Hubschrauber herauf geschafft werden muss. Letzter ist natürlich nicht eben billig und muss nach Flugminuten bezahlt werden. Daher versucht man hier mit einer Bestellung in der Woche hin zu kommen. Während wir beim Abendessen sitzen gibt es draußen gerade einen ordentlichen Regenschauer. Bisher war das Wetter in dieser Woche aber immer schön, wenn wir unterwegs waren. Ich hoffe mal, dass das auch so bleibt, und meine Kamera nicht noch mal ein kleines Bad nehmen muss.