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29. Reisetag - Singapore

Zum ersten mal hätte man heute ausschlafen können. Der erste Programmpunkt steht erst für 11 Uhr auf dem Trapez. Da ich früher wach war, dachte ich mir, da kann man noch ein bisschen in die bekannten Shopping-Center gehen. Singapore und die Bewohner dieser Stadt sind ja berühmt für ihre Shopping-Mile und den unzähligen Geschäften. Als ich um 9 Uhr dort eintraf waren die Geschäfte aber fast ausnahmslos noch geschlossen. Man öffnet hier meist erst gegen 10 Uhr. Die Zeit reichte aber noch um meine Singapore Dollar losschlagen zu können, sie hätten eh nicht gereicht, um in einer der vielen „Edel-Geschäfte" wie Gucci, Versage, Piere Cadin, Joop und wie die alles heißen zu gehen. Abgesehen davon würde ich mich da auch nicht wohl fühlen. Ansonsten sind die meisten Dinge nicht eben billiger als bei uns, aber bei vielen Sachen ist handeln durchaus erlaubt. Insbesondere gilt das auch für Elektroartikel, aber wer will schon etwa einen Stecker für Singapore an seinem Radio haben, oder ein Menü auf malaiisch oder bestenfalls noch englisch auf seinem Fotoapparat. So blieben am Ende nur ein paar Musik CDs übrig. Die sind nicht so schwer und auch wesentlich billiger als in Deutschland. Man sagt den Menschen in Singapore auch nach sie hätten nur drei Hobby: Essen gehen, shoppen und arbeiten. Das erste kann ich nicht bestätigen. Bei unserem ersten Aufenthalt hier waren die Restaurants nicht besonders gefüllt. Beim zweiten sieht man sehr viele an den Schaufenster bummeln, noch einige in den Geschäften aber nur relativ wenige auch wirklich etwas kaufen. Das dritte Vorurteil stimmt zumindestens soweit, das man nie jemanden irgendwo rumstehen sieht. Alle sind immer mit etwas beschäftigt. Und wenn es, wie schon beim zweiten Reisetag beschrieben, das Flicken einer Straße um 22 Uhr am Sonntag Abend ist.

Aber jetzt wird es auch schon wieder Zeit zurück zum Hotel zu kommen, um das Programm nicht zu verpassen. Ich nehme ein Taxi und fahre damit etwa 10 Minuten im dichten Verkehr. Das Vergnügen kosten mit 2,80 Singapore Dollar, umgerechnet etwa 1,60 Euro. Dafür sitzt man bei uns noch nicht mal im Taxi drin. Aber der Stadtstaat ist auch sehr bemüht den öffentlichen Verkehr inklusive der Taxis zu fördern und den privaten Besitz von Autos zu verteuern. Das ist weniger ein Umweltgesichtspunkt als vielmehr die schiere Platznot hier. Das erste offizielle Ziel des Tages ist eine Bootsfahrt auf dem Singapore-River. Wir legen genau hinter dem Hotel mit einem der alten Frachtkähne ab. Die Boote wurden früher benutzt, um die Waren aus dem Hafen den Fluß hoch ins innere von Singapore und auch Malaysia zu bringen. Heute werden auf den umgebauten Schiffen bis zu 20 Personen im alten Hafen und im Innenstadtbereich herum geschippert. Die Boote sind alle schon etwas älteren Datums, was man auch dem permanenten Dieselgeruch entnehmen kann. So können wir viele Gebäude noch mal vom Fluß aus sehen, die wir während unserer ersten Begehung der Stadt vom Land aus angeschaut haben. Anschließend ging es zum Museum für asiatische Kultur. Das Museum wurde vom Stadtstaat eingerichtet und auch betrieben. Man versucht dabei die junge Geschichte mit den vielen Völkern und Religionen des Stadtstaates in ein positives Licht zu setzen. Man kommt dann zu dem Schluß, das aufgrund der vielen hervorragenden eingebrachten Eigenschaften nur eine friedliche geeinte und natürliche Nation entstehen kann. Das muß vor allem vor den schweren Unruhen gesehen werden, als man mit Malaysia versucht hatte einen festen Staatenbund bis zur abschließenden Bildung einer Nation einzugehen. Dabei gab es blutige Ausschreitungen mit vielen Toten in Singapore. Man hat den Bund relativ schnell wieder gelöst und die verschieden Volksgruppen versucht zu einen. Alles trennende wie etwa religiöse Zeichen wurden in der Öffentlichkeit untersagt. Es herrscht zwar Religionsfreiheit, aber es darf etwa kein Kreuz sichtbar getragen werden. Mir persönlich gefiel das Museum nicht, da mir hier viel zuviel Schönfärberei betrieben wurde. Die Aufmachung ist klassisch wie in Europa, in Australien setzte man mehr auf das Erleben.Viele Exponate bzw. Immitation konnten man anfassen und selbst begreifen.

Nach einer Pause von etwa einer Stunde ging es dann zum besten Hotel des Stadt. Dem Raffels Hotel, oder eigentlich müßte man Hotelkomplex sagen. Neben dem eigentlichen Hotel befinden sich zahlreiche Boutiquen und ähnliches hier. Es gibt eine gehobene Gastronomie um das eigentlich Hotel herum. Benannt ist das Hotel nach Sir Stamford Raffels, dem Gründer der britischen Handelsstation aus der Singapore entstanden ist. Im Raffels selbst gibt es Zimmer von 600,00 US Dollar aufwärts pro Nacht. Dort haben wir dann aber nur unseren High-Tea eingenommen. Dabei handelt es sich um Tee bzw. Kaffee am Nachmittag zu dem ein warmes und kaltes Buffett aufgebaut wird. Dort gibt es über kalten und warmen Kuchen, über Früchte bis hin zu warmen Speisen, die so ein bißchen Ähnlichkeit mit Lasagne haben, so ziemlich alles angeboten. Vorweg konnte man sich da auch schon mal einen Cocktail genehmigen. Das hört sich zwar ein bißchen seltsam an, ist aber in Singapore der letzte Schrei am Nachmittag. Da ich ohnehin nicht der großen Kuchenfreund bin und auch mit warmen Tee nicht gerade viel anfangen kann, war das für mich sicherlich auch kein Highlight, das man auf jeden Fall mitmachen muß. Überhaupt war dieser ganze Tag irgendwie ein bißchen verloren. Der restliche Nachmittag war frei, bzw. wir konnten noch zum Duschen ins Hotel und mußten dann auch schon fast unsere Zimmer räumen. So saßen wir dann noch ein bißchen in der Lobby herum, um auf den Transfer zum Flughafen zu warten. Sicherlich ist ein Zwischenstop wegen der sonst sehr langen Flugzeit in Singapore zu empfehlen, aber verloren ist der Tag trotzdem. Noch ein kleiner Satz zum Flughafen. Hier wird das Hauptgepäck schon am Eingang kontrolliert und versiegelt. Am Flugschalter wird es dann nur noch aufgegeben. Alles läuft schnell, ruhig und sehr professionell ab. Dabei spielt das Gewicht des Gepäcks viel weniger eine Rolle, als das in den Reiseunterlagen beschrieben worden ist. Innerhalb von Australien haben wir nur Gruppen-Check-Ins gemacht, wo das Gewicht sowieso egal ist. So hätte man nahezu unbeschränkt Zuladen können. Leider oder vielleicht auch zum Glück haben wir das aber erst in der zweiten Reisehälfte erfahren. So hat meine Haupttasche „nur" noch ein Gewicht von knapp 26 kg erreicht, wobei ursprünglich nur 20 kg erlaubt sein sollten. Dabei war mein Tasche noch lange nicht das schwerste Gepäckstück unserer Reisegruppe. Jetzt heisst es nur noch auf den Flieger warten und nach Hause. Und wenn man ehrlich ist, ist man wie immer kurz vor Schluß auch froh, wenn es wieder in die Heimat geht, auch wenn man unglaublich viel gesehen hat, und doch nur alles ein wenig anreissen konnte. Die Reise lebte nicht zuletzt auch von einer grandiosen Reiseleitung, man konnte ihn nach allem Möglichen fragen, er wußte auf alles ein Antwort, er konnte über Dinge berichten, die in keinem Reiseführer stehen. Streßsituationen meisterte er ohne Probleme wozu auch sein Spruch gut passt: „Hoffen, wagen nicht verzagen", und der andere war dann noch: „Du kannst nicht alles haben". „Sodelee" ist dann noch das Letzte, was zu seinem Standardrepertoire zählt.