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18. Reisetag        24.02.2011 – Puerto Gudal

Der Tag beginnt mit Sonnenschein auf dem Bett. Der Lago General Carrera und die Andengipfel vor meinem Fenster. Sowas treibt mich nicht gerade aus dem Bett. Und hier mache ich auch mein erstes Foto überhaupt aus dem Bett. Glück hat, wer die Kamera gestern in Reichweite liegen lassen hat. So brauche ich nicht mal das warme Bett verlassen. Und heute Morgen ist auch keine Eile angesagt, erst gegen 10 Uhr soll es mit einer kleinen Wanderung los gehen. Wieder ein sonniger und praktisch windstiller Tag in Patagonien. Eigentlich kommt das Wort windstill im hiesigen Wetterbericht überhaupt nicht vor. Patagonien ist bekannt für seinen immer gehenden zuweilen auch ziemlich stürmischen Wind.

Da unserem lokalen Guide etwas dazwischen gekommen ist, verschieden wir die Wanderung auf den Nachmittag. So genießen wir einen ruhigen Vormittag am See, wer möchte kann eine Runde mit dem Boot auf dem See machen, angeln, schwimmen,  einfach nur die Sonne genießen, oder auch sich in den Schatten der Bäume zurück ziehen. Da ich mir auf dem Vulkan einen ziemlich derben Sonnenbrand geholt hatte, habe ich es meist eher mit dem Schatten gehalten. Am Vulkan gab es damals noch die Frage, ob alle ihre Sonnencreme dabei hätten, hatte ich - natürlich, nur wenn man sie nicht aufträgt ist ihre Wirkung eher begrenzt. Und dann darf man sich auch nicht wundern, wenn man auf einem Gletscher den Teint eines gekochten Hummers annimmt. Hier ist es angenehm warm, ich habe ein spannendes Buch dabei, das aus Zeitmangel bisher auf dieser Reise noch nicht recht voran gekommen ist. Normalerweise lese ich auf einer solchen Tour ein Buch locker „weg“. Aber hier waren die ersten zwei Wochen mehr als voll mit Programm, dazu häufig das frühe Aufstehen, wovon ich eigentlich eher kein glühender Verfechter bin. Nicht das ich sonst nach Möglichkeit den Vormittag im Bett verbringe, aber hier war ich bisher abends immer zu müde, um noch viel zu lesen.

Gegen 14 Uhr brechen wir dann auf. Unser erster Stopp ist an einem Hang direkt über dem Ufer des Lago General Carrera. Unterhalb des kleinen Hangs haben wir dann direkten Zugang zu einer weiteren Marmorhöhle. Hier unten ist es relativ kühl, aber es ist ein wirklich schönes Plätzchen um sich ein verspätetes Mittagessen zu gönnen. Ein kleines Stück weiter beginnt die eigentliche Wanderung. Sie soll eigentlich etwa drei Stunden dauern und als Ziel zu einige Fossilienfunden führen. Die meisten sind Seeschnecken, Muscheln und dergleichen. Ich hatte ja schon mal berichtet, dass sich hier zwei Erdplatten übereinander schieben, wobei die Meeresplatte sich unter die Kontinentalplatte schiebt. Erst durch diese tektonischen Verwerfungen sind die Anden überhaupt entstanden. Und so ist ein Teil der Erdoberfläche hier eben aufgeworfener Meeresboden. Die „ständigen“ Erdbeben und Vulkanausbrüche tun ihr übriges, um es zu diesen scheinbar unlogischen Verhältnissen  kommen zu lassen. Zumal  das Material insbesondere bei den Vulkanausbrüchen durch Lava oder die anfallende Asche luftdicht abgeschlossen wird, und so lange unbeschadet unter der direkten Oberfläche verbleiben kann.

Die Wanderung war nun von der reinen Gehzeit deutlich kürzer als ich erwartet hatte. Die Wege bestanden vor allem aus Schotter und klammerten sich fast an den Berg entlang eines Flusses, der sich hier tief eingegraben hat, dazu ging er hier und da fast direkt durch die Büsche. Sicherlich kein Problem, aber eben auch keine „Rennpiste“. Dazu war es heute schon wieder den ganzen Tag windstill, was ziemlich untypisch ist, und am Himmel nur ein paar kleine Schleierwölkchen auf  schönstem hellblau. In der Sonne ist es da natürlich recht warm, was mir die etwas verkürzte Gehzeit durchaus gelegen kommen lässt.

Heute steht, nach dem hier in Chile üblichen späten Abendessen gegen 21 Uhr, noch ein letzter Programmpunkt in unserer Reisebeschreibung: „Den Reiseleiter beim Kartenspielen abzocken.“ OK gewonnen hat er jedenfalls nicht, aber unserem Fahrer war nicht beizukommen, dabei kannte er das Spiel vorher nicht mal – Anfängerglück ;-). Es hat aber auf jeden Fall Spaß gemacht, und das ist ja der größte Gewinn, zumal es sonst um nicht mehr als die Ehre ging.