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3. Reisetag    22.07.2012 – Memminger Hütte

Wir stehen gegen 6.30 Uhr auf. Ein bisschen Katzenwäsche – mehr eigentlich nicht, denn wie auf den Hütten üblich gibt es nur einen funktionierenden Wasserhahn: Kalt. Und kalt meint wirklich kalt. Da ich aber eher ein „Warmduscher“ bin, ist man danach so richtig wach. Der weitere Plan sieht so aus, Frühstück um 7.00 Uhr und Abmarsch dann um 7.30 Uhr.

Anfangs geht es noch rund eine halbe Stunde ein kleines Stück bergauf zum Mädeljoch auf rund 1970m, wo dann auch der Grenzübergang nach Österreich liegt. Interessant vielleicht noch, das Deutschland auf dieser grünen Grenze auch eine Grenzmarkierung aufgestellt hat, auf Österreichischer Seite sucht man eine solche vergebens. Ab hier gibt es im wörtlichen Sinne für den Rest des Vormittags nur noch bergab. Unter anderem kommen wir dabei an dem eindrucksvollen Simms-Wasserfall vorbei. Gegen 11 Uhr erreichen wir dann Holzgau, wo wir auf unseren Transport in Richtung des Talpunkts der Materialbahn zur Memminger Hütte warten. Es bleibt vorher aber noch genug Zeit eine Kleinigkeit zu essen, weil der Abfahrtspunkt geschickter weise an einer Gaststätte liegt. Dort findet sich auch ein älterer Herr, der die Abfahrt mit dem Taxiunternehmen Feuerstein regelt. Mit deren Fahrzeugen geht es dann hinüber zur Talstation. Wobei das letzte Stück auf einer kleinen unübersichtlichen kurvigen Straße hinauf verläuft. Alternativ gibt es aber auch zwei Wanderwege hinauf zur Materialbahn. Die Fahrt verläuft ein bisschen wild, was nicht allen aus unserer Gruppe wirklich gut bekommt. Aber für das Taxiunternehmen ist das Zeitfenster, in dem Wanderer diese Strecke fahren wollen, natürlich auch relativ klein. Mir selbst kommt wieder der Gedanke, dass die Überquerung der Alpen auf dem E5 auf dieser Reise eher an eine Aneinanderkettung von Teilabschnitten erinnert. Wobei man aber natürlich auch bedenken muss, dass für den gefahrenen Abschnitt eine Regelgehzeit von vier Stunden veranschlagt werden muss. Und damit wird es bis zur Memminger Hütte auf jeden Fall ein ziemlicher langer und anstrengender Tag.

Wir haben es heute weiter etwas leichter, die Rucksäcke werden auch heute mit der Materialbahn hinauf befördert. Da es heute Vormittag auch ein bisschen geregnet hat, ist insbesondere der untere Teil des Aufstiegs zur Hütte etwas schlammig und damit schlüpfrig. Aber je höher wir kommen, desto besser geht es. Ich bin dabei ganz froh mit Stöckern unterwegs zu sein. Bisher habe ich die auf meinen Wanderungen immer vermieden, aber aufgrund der noch zu erwartenden Abstiege habe ich dieses Mal welche dabei. Und auch hier auf diesem Untergrund leisten sie durchaus ihren Beitrag. Aber den Hauptnutzen sehe ich schon auf den Gefälleabschnitten. Im unteren Bereich ist der Weg noch recht buschig, wir steuern dabei mehr oder weniger direkt auf den Seekogel zu, um dann links um ihn herum zu gehen. Schon auf dem Weg am Seekogel vorüber kommt man über eine ausgedehnte Grasfläche, auf der man über eine kleine Brücke auch einen Wasserlauf überquert. Kurz danach sehen wir in einiger Entfernung ein paar Gämsen. Nach dem wir praktisch um den Berg herum sind, kommt auch schon die Memminger Hütte ins Blickfeld. Gerade jetzt wo sich die Sonne auch wieder zeigt liegt sie sehr schön in einem sehr schönen Bergpanorama, ja fast schon in einem Kessel von lauter 3000ern. Dazu sieht man einen Bergsee, das Tal selbst ist völlig grün und lädt einfach nur zum Genießen ein. Etwas oberhalb pfeifen andere aber auf oder vielleicht über uns. Ein paar Murmeltiere beäugen uns mindestens genauso interessiert wie wir sie. Das Stück bis zur Hütte bringen wir dann aber doch zügig hinter uns, weshalb wir schon recht früh gegen 14:30 Uhr, nach etwa zwei Stunden Aufstieg, an der Hütte an

Wir beziehen unser Nachtlager, auch hier ist es wieder ein Matratzenlager. Unsere Gruppe hat einen eigenen Raum, was ich schon als angenehmer als auf der Kemptner Hütte empfinde. So machen wir noch an ein bisschen Körperpflege, wobei auch hier das Wasser wieder sehr erfrischend ist, weshalb auch das schnell erledigt ist. Inzwischen hat sich die Sonne auch wieder hinter die Wolken verzogen, weshalb es draußen auch wieder deutlich kühler geworden ist und auch der Ausblick nicht mehr ganz so spektakulär ist. So bereite ich mich intensiv auf den morgigen Tag durch Nichtstun vor. Es geht mir körperlich sehr gut, dazu hat aber sicherlich auch beigetragen, dass wir in den ersten Tagen nur selten mit dem ganzen Gepäck unterwegs waren. Dabei ist einer aus unserer Gruppe heute beim Aufstieg zur Hütte umgedreht, weil er sich nicht wohl fühlte. Sicherlich eine vernünftige Entscheidung, wenn man das Gefühl hat, es nicht zu schaffen, dann ist falscher Ehrgeiz mit Sicherheit nicht das Richtige. Trotzdem hat es mich schon gewundert, da er schon öfters auch in den Bergen mit dem Rucksack unterwegs war. Aber manchmal gibt es eben diese Tage, an denen es warum auch immer nicht läuft.