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    Warzenschweine am Lake Mburo

19. Reisetag    28.02.2012 – Murchison Falls Buschcamp

Da wir ja direkt im Nationalpark geschlafen haben, bietet es sich natürlich an, den Tag mit einer Pirschfahrt zu beginnen. So verschieben wir das Frühstück auf später und fahren mit der Morgendämmerung los. Unser Hauptziel ist „natürlich“ wieder unser Leopard. Schon relativ schnell sehen wir einen Löwen. Das Männchen ist, wie uns Simon unser Ranger sagte, vor ein paar Jahren in eine Falle getreten. Das hat ihn sein linkes Hinterbein gekostet. So sind auch einige Uganda-Böcke in relativer Nähe zu ihm. Sie beobachten den Löwen zwar, aber wirklich besorgt scheinen sie auch nicht zu sein. Laut Simon wird der Löwe von seinem Bruder versorgt. Jeder mag darüber denken, was er will. Aber mir erscheint das eher unwahrscheinlich. Da dieses Männchen nur sehr begrenzt mobil ist, müsste der Bruder den jeweiligen Riss ja schon zu ihm bringen. Ich glaube mal eher, dass der Löwe von Rangern versorgt wird. So haben sie einen relativ sicheren Löwen, den man den Besuchern des Parks zeigen kann. Denn schließlich gibt es nur ca. 130 Löwen im gesamten Murchison Falls Nationalpark, immerhin hat dieser eine Fläche von über 3000qkm

Auch insgesamt ist Uganda noch dabei die Wildbestände aufzubauen, da diese in den letzten Jahrzehnten insbesondere während des Bürgerkrieges stark dezimiert worden sind. Was hier wirklich zahlreich ist sind Uganda-Böcke, Bleichböcke und Kuhantilopen. Auch über alle Parks gesehen versucht man bestimmte Tier in jeweils einen Park exklusiv zu haben. So sind etwa Zebras nur im Lake Mburo Nationalpark zu finden, obwohl sie von den Bedingungen auch gut z.B. in den Queen Elisabeth Nationalpark passen würden. So versucht man den Tourismus nachhaltig in allen Parks zu etablieren. Und eben es so anzulegen, das die Touristen möglichst das ganze Land bereisen und dafür dann natürlich auch gerne ein paar Tage mehr in Uganda verbringen. Uganda ist auch sehr abwechslungsreich bezüglich der Topologie. Es gibt Berge und viele große Seen, mit dem Victoria See ja fast schon einen See so groß wie ein Meer. Und auch vom Klima ist eine große Bandbreite da. Natürlich immer warm, aber im Süden eben auch deutlich feuchter mit einer ganz anderen Vegetation.

Aber zurück zu unserer Tierbeobachtung heute Morgen. Als wir schon fast wieder zurück am Camp sind, sieht unser Ranger im ersten Wagen einen Leoparden. Der springt aber sofort von seinem Baum und verschwindet praktisch sofort ins hohe trockene Gras. Nicht mal alle aus dem Jeep haben ihn wirklich gesehen. Ich selbst war heute im zweiten Jeep und sehe praktisch gar nichts. Selbst als Paul, heute unser Fahrer, den Weg mit dem Jeep verlässt und in die Nähe des letzten Sichtpunkts fährt, bleibt er verschwunden. Was aber eigentlich auch nicht wirklich verwundert. Das völlig vertrocknete braune Gras ist hier mit Sicherheit noch einen Meter hoch. Da bringt es auch nichts, wenn man wie ich auf das Dach des Jeeps klettert. Wenn der Leopard nicht gesehen werden will, dann sieht man ihn auch nicht – schade. Aber ich wundere mich schon ein bisschen, dass Paul überhaupt den Weg verlassen hat. Schließlich haben wir einen Ranger dabei, und normalerweise kenne ich es von Fotosafaris so, dass es verboten ist die Wege zu verlassen. Und es wird in Tansania, also dem Nachbarland, auch sehr hart bestraft. Das kann im Wiederholungsfall soweit gehen, dass die Erlaubnis entzogen wird, mit Touristen durch die Nationalparks zu fahren, was eigentlich einem Berufsverbot gleich kommt. Und das hat auch durchaus seinen Sinn. Zum einen wird der Boden durch das Drüberfahren mit dem schweren Jeep verdichtet und außerdem nimmt es insbesondere den Raubtieren, die natürlich bei den Touristen immer besonders begehrt sind, die Chance auch auf die Jagd zu gehen, da sie immer einen Tross Touristen-Jeeps hinter sich her ziehen würden. Aber interveniert habe ich natürlich auch nicht, als Paul noch versucht hat, den Leoparden wieder auszuspüren – typisch Tourist eben. Kurz darauf finden wir aber noch eine Löwin unter einem Busch liegen. Schon von weitem konnte man ein paar Jeeps sehen, auch wieder ein gutes Stück vom Weg entfernt. Eines der Fahrzeuge kommt uns entgegen, eine Touristin meinte noch viel Aufregung um Nichts, obwohl das Gelände sehr übersichtlich ist, und wir auch die Löwin schon aus einiger Entfernung sehen können, hat sie das Tier offensichtlich nicht gesehen. Die Löwin trägt einen Sender um den Hals. Um das Verhalten der Löwen besser beobachten zu können, werden einige Weibchen mit Sendern versehen. Denn Weibchen bleiben meist bei ihrer Gruppe und sind relativ stabil in einem Gebiet. Männchen dagegen ziehen oft alleine umher und versuchen dann eine Gruppe Weibchen von einem anderen Männchen zu übernehmen. Auf jeden Fall ist ihr Aktionskreis deutlich größer, da sie, solange sie keinen Harem haben, auch kein Revier haben. Die Löwin scheint ein bisschen gestresst, da sie ziemlich hechelt. Irgendwo in der Nähe hört man auch noch Junge schreien, entdecken können wir sie aber nicht. So verlassen wir die Löwin auch schnell wieder, damit sie sich auch wieder mit ihrem Nachwuchs in einen geschützteren Bereich zurückziehen kann.

Nach unserer Rückkehr ins Camp gibt es dann unser Frühstück. Anschließend gehen wir ein Stück den Albert Nil entlang, von dem stehen unsere Zelte ja auch nur ein paar hundert Meter entfernt. Wir gehen zu einer kleinen Uferausbuchtung, in der einige Hippos stehen. Hippos schwimmen ja nicht, sondern laufen üblicherweise auf dem Grund. Dabei können sie auch durchaus mal fünf Minuten unter der Wasseroberfläche bleiben. Am Ufer liegt auch ein totes Flusspferdbaby. Es wurde vom Bullen der Herde getötet, da es ebenfalls männlich war. Und der Bulle schaltet dann früh potentiell kommende Konkurrenten bei der Führung des Harems aus. Flusspferdkühe mit männlichen Jungen bilden ansonsten eigene Gruppen. Hier war die Mutterkuh offensichtlich etwas unvorsichtig bei der Rückkehr von den Weiden am Morgen. Ausgewachsene Hippos haben praktisch keine Feinde mehr, mal von Artgenossen bei den Kämpfen abgesehen. Dagegen können junge Hippos schon mal Krokodilen zum Opfer fallen. Man sieht auch schon das erste Krokodil, das den Kadaver ins Auge gefasst hat, sich aber scheinbar noch nicht ganz ran traut, da die Gruppe Hippos noch in unmittelbarer Nähe ist. Weniger Berührungsängste haben da einige Kuhreiher und Sporrnkiebitze, die auf den Rücken der Hippos herum laufen.  Als wir zurück zu unseren Zelten gehen wollen, kommt gerade eine Herde von Büffeln zum Trinken ans Wasser. Doch kurz bevor sie das Ufer erreichen, kehren sie um, als wir langsam näher kommen. Nur ein paar Bullen bleiben anfangs noch zurück und decken den vorübergehenden Rückzug.

Wir sind zur Mittagszeit zurück, wir blöde Touristen laufen in der größten Hitze hier herum. Anders als die meisten Tiere, die sich dann lieber in den Schatten zurück ziehen. Aber nach dem Essen nehmen wir uns ein Beispiel daran, und sitzen auch nur noch mehr oder weniger reglos im Schatten herum. Ich kann mich nicht mal aufraffen, kurz aufzuschreiben, was wir bisher heute erlebt und gesehen haben. Es ist ziemlich warm, dazu ist die Luft sehr feucht, definitiv nicht mein Wetter. Am späteren Nachmittag gegen 16.30 Uhr fahren wir noch mal los, um noch ein paar Tiere vor die Linse zu bekommen. Wir sehen noch eine größere Elefantenherde aus einiger Entfernung, einen Buschbock, eine Schildkröte, und einen Waran, der erstaunlich flott unterwegs ist. Und natürlich noch mehr Vögel, da ist etwa ein Blauwangenspint oder eine Sperberbussard. Aber auch die üblichen „Verdächtigen“ wie Uganda-Böcke, Bleichböcke und Kuhantilopen sind unterwegs. Dazu noch eine Giraffe, bei der der fast weiße Kopf auffällt. Der kommt allerdings auch besonders zur Geltung, da das übrige Fell der Giraffe schon ziemlich dunkel ist. Giraffen werden übrigens mit der Zeit von der Fellfarbe immer dunkler, diese hier schätze Simon, unser Ranger, auf 25 bis 28 Jahre, bei einer Lebenserwartung von etwa 30 Jahren kann sie also schon als Senior durchgehen.

Nach unserer Rückkehr ins Camp, beginnen wir, so lange es noch hell ist, schon mal damit die ersten Sachen zu verpacken, so etwa das Zelt, in dem wir unsere Mahlzeiten einnehmen. Oder auch die Campingdusche wird schon mal abgebaut. Der Küchenwagen wird schon hinter einen der Jeeps gespannt. Praktisch bis auf die eigene Zelte samt den eigenen Sachen ist alles schließlich verpackt, alles als Vorbereitung auf die morgige Abfahrt, dann da soll es so früh wie möglich losgehen, schließlich wird es eine lange Fahrt bis nach Kampala, und dort wollen wir wenn möglich auch vor der Rushhour ankommen. Auch die Fliegen und Mücken haben uns schon bald wieder entdeckt, so verschwinden wir bald in den Zelten. Wenn gleich es dort selbst auf dem leichten Schlafsack liegend den Schweiß ordentlich aus den Poren treibt. Aber irgendwann schlafe ich auch ein. In der Nacht mache ich mal vorsichtig ein Auge auf, schlüpfe halb in den Schlafsack, und da schlafe ich praktisch auch sofort weiter.